NRW-Oberliga Spieltag 3: Fortuna Köln – VfB Hüls 1:0

Wenn vor der eigenen Haustür ein Straßenfest mit Kirmestechno tobt, was gibt es da schöneres als dem Treiben zu entfliehen und ein Heimspiel im Südstadion zu besuchen. Und noch schöner, wenn man für seine Flucht mit einem Heimsieg belohnt wird. Wie der allerdings zustande kam, sollte man lieber auf ewig verschweigen.

Die Anfangseuphorie, die noch beim Saisonstart gegen Düsseldorf zu beobachten war, hat jedenfalls merklich nachgelassen. 2.000 Zuschauer waren es dieses Mal bei weitem nicht. Vielleicht eher die Hälfte. Die Gegengerade war jedenfalls erschreckend leer. Dafür war die Stimmung bei Anpfiff gut. Noch. Denn das, was sich da auf dem Rasen entwickelte konnte man bei besten Willen nicht als Fußballspiel bezeichnen. Lange, hohe Bälle auf die der Absender vergessen hatte den Empfänger zu schreiben. Das zog sich die ganze Halbzeit durch und bis auf zwei „Chancen“ (ich scheue mich diese kläglichen Versuche so zu beschreiben) durch Felix Bably und Marco Staisulewski war da wirklich gar nichts. Frustrierend. Hüls machte es auch nicht besser, die tauchten nur ein einziges Mal vor dem kahlgeschorenen Christopher Möllering auf und setzen den Ball über die Latte. Es hatte den Eindruck, als ob beide Mannschaften lieber das schöne Sommerwetter an einem Badesee genießen würde als ein Punktspiel zu bestreiten.

Nach dem Wechsel änderte sich herzlich wenig, aber wenigstens kam ein bißchen mehr Einsatz in Spiel. Oder soll ich „Gift“ sagen? Der Herr in Gelb war daran nicht wirklich unschuldig. Nun ist es ja seit Robert Hoyzer sehr beliebt einfach mal den Vorwurf der Bestechung in den Raum zu werfen, aber bei dem Vogel mußte man sich seit dem Anpfif fragen, ob der schon den Vorabartikel des Spiegel-Interviews bezüglich verschobener Bundesliga- und WM-Spiele gelesen hatte. Mindestens fünf klasklare Situationen, in denen die Fortuna offensichtlich benachteiligt wurde. Nach dem Seitenwechsel schien er alle seine Fehler wieder gutmachen zu wollen und brachte so nur noch mehr Unruhe in die Partie. Seine beiden Assistenten waren ihm auch keine groß Hilfe, wedelten sie doch immer genau dann mit ihren Fähnchen, wenn aber auch wirklich gar nichts passierte. Ich habe selten eine so schlechte Schiedsrichterleistung gesehen.

Die ersten 20 Minuten schlappte sich die Begegnung dahin wie ein Verdurstender in der Sahara, bis sich David Podlas auf links ein Herz nahm und in einer feinen Einzelleistung zu Strafraum durchbrach, nach rechts auf Stefan Glaser ablegte, der am Hülser Schlußmann scheiterte. Das war das Startsignal für die Fortuna, wenigstens ein bißchen mehr für einen Heimsieg zu tun. Man ist ja schon mit Kleinigkeiten zufrieden. Und es zahlte sich aus. In der 75. Minute köpfte der zur Halbzeit eingewechselte Kevin Kruth nach einem Freistoß von Käpt’n Stefan Glaser den Führungstreffer. Kurzzeitig hatte die Fortuna Oberwasser, zog sich dann aber unverständlicherweise immer weiter zurück und versuchte den Vorsprung über die Zeit zu retten. Einzig Konterversuche brachten Entlastung. Bei einem dieser Gegenstößte brach Stasiulewski zentral durch, hatte nur noch den Torwart vor sich und wurde von einem zurückeilenden Abwehrspieler nach allen Regeln der Kunst zerlegt. Natürlich gab der Pfeifenheinrich kein Foul, das war schon ärgerlich genug. Zu allem Überfluß blieb „Stasi“ aber liegen und mußte vom Betreuer gestützt den Platz verlassen. Schön sah das nicht aus. Zwar schleppte er sich für die letzten Minuten noch einmal auf den Platz, weil die Fortuna ihr Wechselkontingent erschöpft hatte (hatte sie wohl doch nicht. Da frag mich mich dann doch, warum sie den Armen nicht aus dem Spiel genommen haben siehe Kommentare), konnte aber keinen Schritt geradeaus machen. Ich tippe mal auf eine sehr schwere Bänderdehnung oder, und das halte ich für wahrscheinlicher, auf einen Bänderriß.

Die letzten Minuten waren ein einziges Delirium. Flipperbälle, die von Abwehr zu Abwehr gedroschen wurden. Beide Seiten schienen mit ihren Kräften am Ende zu sein und sehnten sich nach dem Schlußpfiff, den sie nach zwei Minuten Nachspielzeit auch bekamen.

Der erste Sieg ist also in trockenen Tüchern. Schön war’s nicht, aber da fragt hinterher ja niemand mehr nach. Den Spielern schien ihre leistung auch ein wenig peinlich zu sein, jedenfalls mußten sie sich sehr bitten lassen zu Abklatschen zu den Fans zu kommen. Bitter auch für den VfB Hüls die ersten drei Saisonspiele mit 0:1 zu verlieren, aber mit der Leistung hat man auch nichts anderes verdient. Es bleibt zu hoffen, daß möglichst schnell Cedric Mimbala wieder zurückkommt, damit der Spielaufbau aus der Abwehr ein bißchen flüssiger funktioniert. Das war nämlich heute gar nichts. Sascha Jagusch stand hingegen wieder zur Verfügung und machte seine Sache einigermaßen solide, wenn man ihm zugute hält, daß er heute sein erstes Saisonspiel bestritten hat. Hinzu kommt, daß man „Stasi“ die Daumen drücken sollte, daß sich die Verletzung als nicht so schwerwiegend herausstellt. Ich habe allerdings meine Zweifel.

(Korrigierte, siehe Kommentare)Mannschaftsaufstellung:

Möllering – Maaßen, Schroden, Jagusch, Foukis (ab 72. Malsch) – Hoffmann, Blankenheim (ab 60. Waraghai), Glaser – Podlas, Stasiulewski, Bably (ab 45. Kruth)

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7 Gedanken zu „NRW-Oberliga Spieltag 3: Fortuna Köln – VfB Hüls 1:0

  1. Von welchem Spiel ist denn die oben genannte Mannschaftsaufstellung??? Höffgen hat doch gar nicht gespielt oder irre ich mich da?! Ich bin mir nicht mal sicher, ob der überhaupt auf der Bank saß.

  2. Die ist mehr oder weniger zusammengeklaubt, ich lasse mich aber gerne korrigieren. Ich meine im DFC-Ticker sowohl den Namen Höffgen als auch Hoffmann gelesen zu haben. Kam leider zu spät ins Stadion und hab die Aufstellung nicht mitbekommen.

  3. Höffgen hat nicht gespielt. Stefan Hoffmann fehlt in deiner Aufstellung. Höffgen stand auch nicht in der Aufstellung im DFC-Ticker.

    Hier die echte Aufstellung: Möllering, Maaßen, Schroden, Jagusch, Foukis (72. Malsch), Hoffmann, Blankenheim (60. Waraghai), Glaser, Podlas, Stasiulewski, Bably (45. Kruth)

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