„Viktoria lebt!“ – Der Stadtanzeiger auf den Spuren vom DFC

Der Lieblingsrivale der vergangenen Verbandsligasaison war sicherlich der SCB Viktoria Köln. Das bot sich ja auch gerade zu an als einziger Verein in Reichweite, der den Namen der gleichen Stadt führte. Sicher, da gab es auch noch Junkersdorf, aber was will man schon von so einem Dorfverein. Viktoria, das klang nach guten alten Zeiten mit Derbys, in denen es um die Vormachtstellung in Köln ging. Die Geschichte des Clubs ist auch dementsprechend glorreich. Drei Jahre Zweite Bundesliga (1978-1981) mit einem vierten Platz 1980, die Teilnahme am Messe-Pokal (der später zum Uefa-Cup wurde) 1962/63 und solch klangvolle Namen in der Vereinshistorie wie Hennes Weisweiler oder Otto Pfister.

An die Geschichten kann ich mich nun beim besten Willen nicht mehr erinnern, das war alles vor meiner Zeit. Aber die Verbands- und Oberligaspiele zwischen der Viktoria und der Fortuna hatten immer schön Zunder. Das erste Oberligaderby, bei dem ich anwesend war, wurde vor 2.500 Zuschauern im (damals noch) Flughafenstadion gespielt und in der vergangenen Saison standen sich beide Teams lange Zeit auf Augenhöhe gegenüber. Was habe ich mich nach der 0:4-Klatsche zum Rückrundenauftakt geärgert. Und dann auch noch ausgerechnet Jonas Wendt als Torschütze. Es war zum Haare raufen. Wenigstens verabschiedete sich der Rivale von der Schäl Sick zeitig aus dem Aufstiegsrennen, so daß man sich voll und ganz auf Leverkusen konzentrieren konnte.

Das Ende vom Lied kennen wir alle. Fortuna stieg auf, die Viktoria blieb, von einem nicht gerade geringen Schuldenberg gedrückt, zurück in der mittlerweile sechstklassigen Verbandsliga Mittelrhein und versucht nun einen neuen Anlauf. Nun wurde mir aus sicherer Quelle zugetragen, daß auch die Viktoria gerne ein Partner von deinfussballclub geworden wäre, dies aber wegen einer Probleme (meine Vermutung geht in Richtung der Verbindlichkeiten, die der Verein mit sich rumschleppt) nicht zustande kam. Stattdessen wird man nun exklusiv vom Kölner Stadtanzeiger begleitet, der die Vorkommnisse rund um den Verein unter der Rubrik „Viktoria lebt!“ in seiner Onlineausgabe auswalzt. Jedes Mannschaftsmitglied, vom Torwart bis zum Teammanager, wird mit einem kleinen Filmchen vorgestellt und jede Woche gibt es einen Bericht zum jeweiligen Spiel. Flott gemacht mit schönen Jingle zum Einstieg und auch wenn die Bilder manchmal ein bißchen holprig daher kommen, die Interviews mit den älteren Semestern während des Kreispokalspiels bei Winfriedia Mülheim bieten kurzweilige Unterhaltung.

Was die mediale Aufbereitung der Saison angeht hat die Viktoria hier sicher die Nase vorn. Da kann man bei der Fortuna noch einiges lernen. Trotzdem macht das auf mich den Eindruck als will da jemand auf einen fahrenden Zug aufspringen. Wenn es tatsächlich stimmt, daß die Schäl Sick scharf auf das DFC-Projekt war, dann frage ich mich, was sie sich von der Kooperation mit dem Stadtanzeiger versprechen. Vom Unterhaltungsfaktor ist das ganze sicherlich lohnend, da passiert im Umfeld der Viktoria momentan gerade ein bißchen mehr. Wenn auch nicht in den Bereichen, die sich der Verein erhofft. Letzte Woche trat der Teammanager nach gerade einmal drei Monaten von seinem Amt zurück, weil er Differenzen mit dem Vorstand hatte. Für die großen Ziele ist so viel Unruhe sicherlich nicht förderlich.

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2 Gedanken zu „„Viktoria lebt!“ – Der Stadtanzeiger auf den Spuren vom DFC

  1. Es gibt halt Leute beim KSTA, die mögen Fortuna nicht besonders. Dazu hat Viktoria-Pressesprecher Franko Fischer mal da gearbeitet und noch gute Connections zu den entsprechenden Fußball-Schreibern. Und jetzt kannste Dir 1 und 1 zusammenzählen. 😉

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