NRW-Oberliga Spieltag 9: Fortuna Köln – SV Schermbeck 1912 3:1

Je weiter die Saison voranschreitet, desto kühler werden die Tage und die Hoffnung durch ein tolles Spiel wenigstens ein kleines bißchen erwärmt zu werden steigt stetig. Umso schöner, daß es heute, wenigstens in der zweiten Halbzeit, endlich mal wieder eine begeisternde Fortuna zu sehen gab, die die Gäste aus Schermbeck mit einer Niederlage im Gepäck auf die Heimreise schickte.

Als ich im Südstadion ankam wurde ich angenehm von den Ragga-Klängen der Mülltonn‘ begrüßt. Sehr schön, wer will schon ständig die ausgenudelte Schlagersülze hören. Zudem gab es Werbespots der Sponsoren über die Lautsprecher, auch eine Neuerung. Jedenfalls war mir das bei den letzten Heispielen nicht aufgefallen. Außerdem wies der Stadionsprecher explizit auf die geographische Lage von Schermbeck hin, inklusive Autobahnausfahrt. Für alle, die sich vorher nicht schlau machen konnten. Sehr netter Service. Man kann ja auch nicht jedes Dorf kennen. Zudem sah die Tribüne wieder ein bißchen voller aus als zuletzt (laut Durchsage 952 Zuschauer), was sicher auch an der Aktion „Freier Eintritt für Schüler“ gelegen hat.

Die erste Überraschung auf dem Feld gab’s für mich gleich zu Beginn. Wieso durfte Stefan Hoffmann nach seiner Gelb-Roten Karte vom letzten Spieltag wieder mitspielen?! Hab ich was verpaßt? Also, nicht, daß mich das gestört hätte, seine Leistung war vorzüglich, aber wird man nach einer Gelb-Roten nicht automatisch für ein Spiel gesperrt? Oder ist die Sperre aufgehoben worden? Klärt mich doch bitte auf…

Das Spiel ging eher schleppend los und die Fortuna erarbeitete sich ein paar Chancen, die allerdings nicht wirklich erfolgversprechend waren. Das alte Problem blieb bestehen, es fehlte einfach die Anspielstation im Sturmzentrum. Doch man kann ja auch anders zum Torerfolg kommen, zum Beispiel durch die Dummheit des Gegners. Die kam in Gestalt eines Schermbecker Abwehrspielers, der bei einer eher harmlosen Flanke meinte ein bißchen mehr Esprit ins Spiel zu bringen, indem er die Hand zu Hilfe nahm. Daniel Blankenheim verwandelte den fällig Strafstoß ziemlich humorlos zum 1:0. Aber, aber, aber, wie das so oft ist, konnte die Fortuna aus der Führung kein Kapital schlagen. Zwar hatte man ein Übergewicht in Sachen Ballbesitz, aber hinten begann die Abwehr mehr und mehr zu schwimmen. Und so war es nicht verwunderlich, daß Schermbeck nach einem schon geklärten Angriff durch einen Kopfball kurz vor der Pause ausgleichen konnte. Das alles passierte, während sich ein heftiger Hagelschauer über dem Südstadion entlud.

Etwas begossen schlichen sich die Spieler in die Kabinen und zum Wiederanpfiff hatte sich zwar das Wetter nicht verbessert, wohl aber die Einstellung der Fortuna. Die Abwehr kam mir immer noch nicht ganz sattelfest vor, aber die Aktionen nach vorne waren nun wesentlich zwingender. In der 69. Minute wurden die Anstrengungen durch Kevin Kruth belohnt, der völlig freistehend nach einer Hereingabe von links einschieben konnte. Damit war die Partie gelaufen. Schermbeck fiel nicht mehr wirklich viel ein und die Kölner Abwehr gewann von Minute zu Minute mehr an Sicherheit. Vor allem Cedric Mimbala tat sich hervor, der innhalb von wenigen Minuten mindestens fünfmal mit einen Kopfball die Situation bereinigte.

Das Ergebnis hätte einem Schützenfest gleichen können, hätte Fortuna alle Chancen genutzt, die sich in der Schlußphase boten. Besonders auffällig dabei Felix Bably, der als rechter Außenstürmer durchaus zu gefallen wußte. So kam es nur noch zum 3:1, wieder durch Daniel Blankenheim, der einen schönen Angriff über mehrere Stationen abschloß.

Auf so ein Heimspiel hatte ich seit Beginn der Saison gewartet. Endlich mal wieder ein überzeugenderer Auftritt als die vorangegangenen Male mit dem Tiefpunkt gegen Hamm. Wenn man so weiterspielt, dann sollte zum einen auch etwas gegen die Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel drin sein, zum anderen der Abstieg ein Thema sein, mit dem man sich nicht befassen muß. Weiter so, Fortuna. Darauf kann man aufbauen.

Mannschaftsaufstellung:
Möllering – Moog, Mimbala, Schroden, Malsch – Waraghai, Hoffmann (ab 81. Niang), Blankenheim (ab 83. Höffgen) – Podlas (ab 58.Dahmani), Bably, Kruth

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4 Gedanken zu „NRW-Oberliga Spieltag 9: Fortuna Köln – SV Schermbeck 1912 3:1

  1. Zitat: „Die erste Überraschung auf dem Feld gab’s für mich gleich zu Beginn. Wieso durfte Stefan Hoffmann nach seiner Gelb-Roten Karte vom letzten Spieltag wieder mitspielen?! Hab ich was verpaßt? Also, nicht, daß mich das gestört hätte, seine Leistung war vorzüglich, aber wird man nach einer Gelb-Roten nicht automatisch für ein Spiel gesperrt? Oder ist die Sperre aufgehoben worden? …

    also erst ab Regionalliga wird man nach einer Gelb/Roten Karte für ein weiteres Spiel gesperrt, in der Oberliga hat die Gelb/Rote Karte keine weiteren Folgen….

    klasse Blog, mach weiter so….

    bis zum nächsten Spiel beim SC West

    dinge

    Zeugwart und Jeck vom Dienst 😉 *grins*

  2. Lieber Jean
    In der Oberliga, sprich NRW-Liga sind Gelb-Rote Karten nur Spielsperren, d.h. der Spieler der eine Gelb-Rote Karte erhalten ist im nächsten Spiel wieder spielberechtigt.
    Grüße aus Berlin

  3. Tatsächlich? Vielen Dank, daß war mir in der Tat nicht bekannt. Hatte gedacht, daß sich die Regeln mittlerweile bis in die untersten Ligen alle gleichen. Aber die Zeitstrafe im Amateurfußball gibt’s nicht mehr, oder?

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