Anschauungsmaterial: 12. Spieltag gegen FC Gütersloh 2000

Wenn Vereine das Jahr ihrer Gründung in den Vereinsnamen aufnehmen, dann hat das entweder mit einer ganzen Menge Stolz auf das Alter des Klubs zu tun oder es hat andere Gründe. Gütersloh, die kleine Stadt im Westfälischen, beherbergt einen Verein, der als Beispiel für viele andere stehen könnte. Eine Geschichte von großen Zielen und leuchtenden Visionen, auf welche dann ein recht brachialer Absturz folgte.

Der Vorgänger war auch recht jung und ging aus einer Fusion zweier Vereine mit den schönen Namen DJK Gütersloh („Deutsche Jugendkraft“, Die Blauen) und SVA Gütersloh („Sportvereinigung Arminia“, Die Grünen, danke Wikipedia) hervor. Man schlug sich gut und klopfte einstmals sogar an die Tür zum Oberhaus. Natürlich nicht ohne reichlich Geld in den Kader zu stecken. Was danach kam war das gleiche Schicksal, welches diverse sogenannte Traditionsvereine heutzutage teilen. Man stieg ab, konnte den Kader nicht halten, mußte im Jahr 2000 Insolvenz anmelden und die Mannschaft vom Regionalligaspielbetrieb zurückziehen. Glück im Unglück war, daß der neu gegründete Verein recht schnell mit einem Lokalrivalen fusionieren konnte, um sich wieder in der Oberliga Westfalen einzusortieren. Dort spielt man seitdem und schaffte so die Qualifikation für die neue NRW-Liga. So blieb ihnen der Weg von beispielsweise Hessen Kassel oder Lok Leipzig erspart, die ganz unten wieder anfangen mußten.

Natürlich hat der FC Gütersloh 2000 nichts mehr mit der Mannschaft zu tun, die 1997/98 um den Aufstieg zur Bundesliga mitspielte. Die Mannschaft hatte mit Adam Matysek und Hannes Linßen auch eine gehörige Portion Fortuna intus. Ob’s daran lag, daß es mit dem Aufstieg nichts wurde? Der aktuelle Kader besteht für mich völlig aus Fragezeichen, nicht ein halbwegs bekannter Name dabei, über den man sich etwas aus den Fingern saugen könnte. Eine spannende frage wird sein, ob dieses Mal der Trainer des Gegners den Spieltag überlebt. Natürlich rein rethorisch. Velbert und Delbrück haben sich ja vor bzw nach den Spielen gegen die Fortuna von ihren Übungsleitern mehr oder weniger freiwillig getrennt.

Für die Fortuna muß es darum gehen das Polster auf die Abstiegsplätze weiter auszubauen. Den „vorsichtigen Blick nach oben“, den der Stadtanzeiger im Spiel gegen Delbrück gesehen haben will, möchte ich gar nicht erst aufkommen lassen. Das ist nach unten raus alles so dermaßen eng (okay, bis auf die Spielverderber aus Hamm, die sich aus allem rauszuhalten scheinen), da sollte man sich auf das wesentliche konzentrieren und nicht anfangen zu träumen. Vielleicht ist ja in der Rückrunde für so was Zeit, aber jetzt geht’s um’s Punkte sammeln. Dafür sollten die Heimspiele genutzt werden. Wenn ich das gerade richtig überschaue ist die Mannschaft auch soweit komplett, daß der Trainer aus dem Vollen schöpfen kann. So steht einem schönen Flutlichtspiel doch eigentlich nichts mehr im Wege. „Kühe, Schweine, Gü-ters-loh!“

Werbeanzeigen

Ein Gedanke zu „Anschauungsmaterial: 12. Spieltag gegen FC Gütersloh 2000

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s