Im Westen geht die Sonne auf: 17. Spieltag gegen Westfalia Herne

Tradition, Tradition. Tradition wohin man schaut. Ich gebe es ja gerne zu, Vereine mit etwas außergewöhnlicheren Namen stoßen bei mir gleich auf gesteigertes Interesse. Und Westfalia Herne ist sicherlich kein Allerweltsname. Allein aus diesem Grund darf man sich schon auf ds Gastspiel des Ruhrgebietsclubs im Südstadion freuen.

Der SC Westfalia 04 Herne, so der volle Name, bietet natürlich einiges an Geschichte. Einer der großen Namen aus der Vor-Bundesliga-Zeit, der in dem wunderbaren Dokumentarfilm „Im Westen ging die Sonne auf“ neben anderen Legenden wie den Sportfreunden Lotte oder der Spvgg Erkenschick herrlich gewürdigt wird. In gewisser Art und Weise bietet die neue NRW-Liga einen kleinen Flashback in die Zeit der alten Regionalliga West, als dieser Teil des Landes noch als das „Land der 1.000 Derbies“ galt. Der größte Name aus dieser Zeit ist sicherlich Hans Tilkowski, der wahrscheinlich noch bis an sein Lebensende die Geschichte von dem Tor erzählen wird, das niemals gefallen ist. Ich hatte das Vergnügen ihn auf einer Lesung im Vorfeld der WM 2006 erleben zu dürfen, wo er zusammen mit dem ausgewiesenen Westfalia-Fan Joachim Król ein paar Geschichten zum Besten gab. Irgendwie ein bißchen bemitleidenswert, weil Herr Tilkowski wohl nie von diesem Trauma des Treffers durch Geoff Hurst loskommen wird, aber dennoch wirkte er wie ein sehr umgänglicher Zeitgenosse.

Aber auch leicht weniger talentierte Kicker haben für Westfalia die Stiefel geschnürt. Von Sönke Wortmann, dem Initiator des Projekts deinfussballclub.de, wußte ich schon, daß er dort aktiv war. Aber Michael Steinbrecher?! Ganz ehrlich, bei dem, was man da im Sportstudio ertragen muss hätte ich schwören können, daß der Mann noch nie in seinem Leben gegen einen Ball getreten hat. Aber, Wikipedia klärt mich auf, „Abwehrspieler und rechte Außenbahn, in der Saison 1985/86“. Wer hätte es gedacht. Ich muß Abbitte leisten.

Wie kriegt man jetzt die Kurve vom Wembleytor zu den Niederungen des Oberligaspielbetriebs? Das der aktuelle Kader nicht mehr mit solchen Koryphäen aufwarten kann sollte klar sein. Ein große Hausnummer ist die Mannschaft, die zur Zeit auf dem zweiten Platz steht, aber immer noch. Sieben Siege aus zehn Spielen sind nicht zu unterschätzen und es dürfte für die Fortuna ein ziemlich dickes Brett sein, daß es am Samstag zu bohren gibt. Das sieht der Trainer ähnlich:

„Herne ist zu Recht Zweiter. Sie haben zehn von 14 Spielen gewonnen. Auswärts waren die Leistungen aber nicht ganz so überzeugend. Die Offensive ist sehr gefährlich. Schwachstellen gibt es, wenn überhaupt, in der Abwehr. Es wird sehr schwer, aber wir werden versuchen, unsere Chance zu nutzen.“

In der Tat, das scheint schlüssig. Was die Torausbeute und die gefangenen Gegentreffer angeht liegen beide Teams gar nicht mal so weit auseinander. Allerdings trennen sie auch sieben Punkte, also ist Vorsicht geboten.

Verzichten muss Matthias Mink weiterhin auf den verletzten Marco Stasiulewski und die gesperrte etatmäßige Innenverteidigung mit Mimbala und Jagusch. Dazu gesellen sich vielleicht noch Andreas Moog und Abdenour Amachaibou, die sich unter Woche mit einer Grippe rumschlagen mussten. Die Personaldecke ist also leicht dünn. Es bleibt die Frage, wie beide Mannschaften den Spielausfall am letzten Wochenende weggesteckt haben. Für die Fortuna wäre es natürlich super gewesen nach dem Kampfspiel gegen Schwarz-Weiß Essen gleich noch einen nachzulegen. Aber daran kann man jetzt auch nichts mehr ändern.

Ein kleines Bonbon nebenbei: Am Sonntag um 12:30 Uhr kommt es zu einer kleinen Revanche für den letzten Spieltag der vergangenen Verbandsligasaison. Die zweite Mannschaft der Fortuna trifft in der Kreisliga A auf den VfL Leverkusen (auch II). Das Spiel findet auf der Bezirkssportanlage Süd statt.

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