NRW-Liga Spieltag 24: Fortuna Köln – Sportfreunde Siegen 0:0

03Es gibt Dinge, die können unglaublich nervtötend sein. Zum Beispiel die Tatsache, daß man sich ständig vornimmt zu einem Spiel zu gehen und in letzter Minute kommt einem immer wieder ‚was dazwischen. Oder man nimmt sich Urlaub und ist krank. Oder aber man kann endlich ins Stadion gehen und geht irgendwie unbefriedigt wieder nach Hause, weil man weiß, das gegen so einen Gegner mehr drin gewesen wäre.

07Am Ostermontag hatte ich nach langer, langer Zeit endlich mal wieder genügend Muße, um mich ins Südstadion zu begeben und mein erstes Spiel der Rückrunde zu begutachten. Wie nicht unschwer am Aufkommen der neuen Einträge in diesem Blog zu erkennen, weiß ich zur Zeit nicht wirklich, wo mir der Kopf steht, deswegen war es eine willkommene Abwechslung mich mal wieder mit einen Fußballspiel unterhalten zu lassen. Das „sich unterhalten lassen“ bei der Fortuna auch gerne mal extremere Formen annehmen kann, ist mir dabei durchaus bewußt gewesen. Aber das Wetter war gut, der Kater vom Vortag hielt sich auch in Grenzen, nichts sprach gegen einen gelungenen Fußballnachmittag.

00Vor dem Haupteingang des Stadions wälzten sich auch schon die Massen (laut Durchsage 1.800 Zuschauer) in Richtung Kasse. Das Besucheraufkommen schien doch weitaus höher zu sein als bei normalen Heimspielen, was sicher am Feiertag lag. Überhaupt war das eine bunte Mischung, welche da um Einlass bat. Die Werbeaktionen, über die bei deinfussballclub.de abgestimmt worden war, schienen wenigstens ein kleines bißchen Früchte zu tragen. In meinem Veedel, welches sich zwar in unmittelbarer Nähe des Südstadions befindet, aber eigentlich komplett in FC-Hand ist, hingen auch in einigen Läden Werbeposter für die beiden Heimspiele gegen Wattenscheid und Siegen.

04Die Kurven waren wieder geöffnet und so hatte ich es mir auf den Stufen der Südkurve gemütlich gemacht und wollte eigentlich das Spiel von meinem alten Stammplatz aus verfolgen (wann hat man denn schonmal die Möglichkeit?), als mich der Anruf eines Kumpels erreichte, der sich auf der Tribüne befand. Also Standortwechsel und pünktlich zum Anpfiff hingesetzt.

05Nach Siegen gegen Velbert und Hüls durfte man ja eigentlich davon ausgehen, daß die Mannschaft mit einem gesunden Selbstvertrauen in die Partie starten würde. Insbesondere gegen einen Club aus dem Siegerland, der mit der Hypothek von drei Niederlagen in Folge zu Besuch kam. Pustekuchen. Von der ersten Minute an entwickelte sich ein extrem zerfahrenes Spiel, in dem keines der beiden Teams auch nur ansatzweise die Kontrolle über das Geschehen zu haben schien. Ganz zu schweigen davon, daß sich irgendwer auch nur ernsthaft darum bemüht hätte, etwas mehr Niveau einzubringen. Torchancen waren Mangelware und außer einer hübsch anzuschauenden Kombination der Fortuna, welche Christian Beckers knapp am Tor vorbeisetzte, war wirklich gar nichts zu sehen.Über die erste Hälfte hängen wir also verschämt den Mantel des Schweigens.

06Nach dem Wechsel schien ein wenig mehr Zug im Spiel zu sein, die Aktionen blieben allerdings unpräzise und überhastet. Dabei zeigte die Fortuna phasenweise, daß sie ind er Lage ist, einen Gegner auch mit spielerischen Mitteln auseinanderzunehmen. Meistens liefen solche Ballstaffetten über links, wobei Hamdi Dahmani sich hier besonders hervortat, der bedauernswerterweise nie einen Abnehmer im Sturmzentrum fand. Kevin Kruth hatte man einfach einen gebrauchten Tag angedreht. Er kämpfte wie immer aufopferungsvoll, aber seine Aktionen blieben glücklos. In der ersten Hälfte hatte er nach einer schönen Hereingabe von rechts eine kraftlose Ablage in die Mitte gepaßt, die vor einem Siegener Abwehrspieler verendete. Und in der Mitte der zweiten Halbzeit senste er an einem scharfen Zuspiel vorbei, als er einschußbereit vor der Tor stand. Hanebüchen wurde es in den Schlußminuten, als zwei Fortunen eine zugegeben eher zufällige Flanke verpaßten und der Ball parallel zur Torlinie an Freund und Feind vorbeihoppelte.

11Nein, in diesem Spiel war mehr drin und so ist das Unentschieden eher unbefriedigend. Die Chancen waren da und der Trainer faßte es nach dem Schlußpfiff treffend zusammen, wenn er von einer Punkteteilung sprach, die sich wie eine Niederlage anfühlt. Seien wir realistisch, der Aufstiegszug ist längst abgefahren. Es gilt jetzt, das Beste aus der Saison herauszuholen und vielleicht einen einstelligen Tabellenplatz zu sichern, der vor der Saison ja auch einmal als Ziel ausgegaben war.

10Der Fansupport verdient noch eine extra Erwähnung. In der ersten Hälfte entrollte die Mülltonn‘ in der Südkurve ein Transparent mit der Aufschrift „Fans im Visier“. Der Hintergrund dieser Aktion ist mir leider unbekannt, vielleicht kann mich jemand in den Kommentaren aufklären. Im entgegengesetzten Spektrum waren die Siegener anhänger tätig, die sich nicht entblödetetn während der zweiten Hälfte in ihrem Block zwei Rachbomben zu zünden, die ihren Zweck wohl leicht verfehlten. Jedenfalls wurde nur in der Nordkurve die Sicht versperrt, der Rest des Stadions blieb verschont. Überraschend auch für mich in der Halbzeit Punkrockklänge aus den Lautsprecherboxen zu hören. Kam dieses Lied über die „Liebe zum Verein“ schon öfter? Ich fand’s nicht schlecht.

Mannschaftsaufstellung:
Möllering – Malsch, Mimbala, Schroden, Gran – Beckers, Hoffmann, Glaser (ab 85. Bably), Blankenheim, Dahmani – Kruth (ab 78. Stasiulewski)

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4 Gedanken zu „NRW-Liga Spieltag 24: Fortuna Köln – Sportfreunde Siegen 0:0

  1. Der Grund für den Banner „Fans im Visier“ war, dass es von der Polizei aus ein Verbot kam, sowohl für Fortuna wie auch für Siegen, Fahnen aufzuhängen. Das ist ein Eingriff in die Fanszenen beider Vereine und sorgt dafür, dass die Kurven nicht schön geschmückt aussehen. Dabei hat man es doch schon schwer genug in dieser Liga Zuschauer zu motivieren die Spiele zu besuchen. Siegen folgte dem Aufruf der Kölner und machte ebenfalls einen Banner „Eure Repressionen kotzen uns an“. Ohne Fortuna und Siegen wäre in der Liga nix los, das ist der Dank dafür.

  2. Hi,
    zur Info mit dem Transparent der Mülltonn. Es ist von Sicherheitstechnischer Seite ein Verbot ausgesprochen worden, dass es untersagt Fanfahnen im Bereich der Kurve aufzuhängen.

    Was da genau gegen spricht, ist mir bis heute auch noch schleierhaft, dazu gibt es einen recht ausführlichen Thread im Forum, welchen ich nur teilweise gelesen habe.

    Der Bericht gefällt mir ganz gut, einen Teil muß ich leicht kritisieren. Ich muß die Mannschaft leicht in Schutz nehmen, ein richtig gutes sauberes Aufbauspiel ist bei diesen Platzverhältnissen kaum möglich. Und auf diesem Kartoffelacker kann einem leider im Angriff auch mal sehr schnell der Ball verspringen.

    Ich weiß nicht, welche vergebene Chance „nur“ ein schlechter Tag war und was auf den Rasen zurückzuführen ist, aber leider muß man das berücksichtigen.

    Auch wenn beide Mannschaften damit um gehen müssen, so stört einen der Platz beim „Ballrausschlagen“ weniger, als wenn man den Torabschluss sucht.

    Gruß Hogie

  3. Schönen Dank euch allen, das bringt dfür mich Licht ins Dunkel. Extrem dämlich Anordnung. Wer sich so einen Quatsch immer ausdenkt…..

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