NRW-Liga 09/10 Spieltag 2: Mit uns die Sintflut

aussenWenn es jemals eine treffende Bezeichnung für so einen Abend gegeben hätte, bitte ich darum mir diese mitzuteilen, ich würde sie sehr gerne kennen. Ich hatte mich ja wirklich auf das erste Heimspiel der Saison gefreut und eigentlich sah auch alles nach einem schönen Abend im Stadion aus, aber man kann sich eben doch täuschen. Jedenfalls fielen sowohl die Erwartungen als auch die Spielqualität im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser.

teppichWeil ich zur Nachtschicht eingeteilt war, hätte ich wahrscheinlich eh nicht das komplette Spiel sehen können, aber eine Verspätung der Speldorfer machte mir dann doch einen erheblichen Strich durch die Rechnung. Als ich gegen halb acht im Stadion ankam, waren nur die Fortunen auf dem Platz, vom Gegner fehlte jede Spur. Der neue Anstoßtermin wurde auf 20:10 Uhr gesetzt, verschob sich dann aber nochmals um fünf Minuten. Das war aber nicht das Problem. Das richtige Problem kam von oben. Der Regen war wirklich extrem nervtötend. Jetzt muß ich natürlich anmerken, daß man so freundlich war die Tribüne für alle Besucher zu öffnen und das hätte ich ja auch in Anspruch nehmen können. Aber irgendwie ist man ja doch guter Hoffnung und Stehplätze sind eh besser, so von wegen Stimmung, etc. Das muß ja alles irgendwann mal vorbeigehen, so dachte ich mir. Zog mein Regenzeug über und schon war es wieder halbwegs erträglich. Halbwegs, denn vorbei ging da gar nichts. Im Gegenteil, es wurde zeitweise noch schlimmer. Meinen größten Respekt für die Jungs vom SC Mülltonn‘, die sich durch wirklich nichts aus der Ruhe bringen ließen und ihren rot-weißen Flickenteppich als überdimensionalen Regenschirm benutzten.

Die Zeit zum Anpfiff wurde mit einem Interview mit dem verletzten Kevin Kruth verkürzt, der sich aller Sympathie im Stadion sicher sein konnte. Die Mülltonnen hatten im sogar Genesungswünsche auf ein Transparent geschrieben.

spiel2Damit endete dann aber auch der erfreuliche Teil des Abends und das Spiel wurde angepfiffen. Und was sich dann in den nächsten Minuten entwickelte, hatte mit Fußball, auch mit Oberligafußball, nur am Rande zu tun. Ein einziges Fehlpassfestival, keine zwingenden Aktionen, Gewürge, Gestolper, Chaos. Das war richtig, richtig, richtig mies. Schlecht. Unzumutbar. Kaum auszuhalten. Also, bei aller Liebe, aber so ein schreckliches Spiel mußte ich schon lange nicht mehr ertragen. Wenn ich richtig mitgezählt habe, dann gab es zwei halbwegs zwingende Aktionen der Speldorfer (Chancen möchte ich das nicht wirklich nennen), die aber von Niklas Blech im Tor der Fortuna vereitelt worden. Der wiederum hatte einen großen Auftritt, als er einem Angreifer den Ball doch recht gönnerhaft in den Fuß legte, aber Zählbares für Speldorf sprang auch bei dieser Aktion nicht heraus.

Zur Halbzeit reichte es mir dann, ich war zwar nicht klitschnaß, aber die Aussicht nochmal 45 Minuten einem solchen Graupenkick zusehen zu müssen und der sich am Horizont abzeichnende Beginn meiner Nachtschicht veranlassten mich dann doch das Weite zu suchen. Auf der Arbeit angekommen teilte mir der Live-Ticker freundlicherweise mit, daß ich nichts weiteres verpasst hatte. Ich müßte nachschauen, aber die einzige Veränderung zur ersten Hälfte schien die Zahl der gelben Karten zu sein.

fansAlso nee, liebe Leute, das war wirklich gar nichts. Ich weiß auch, daß Fußball bei so einem Wetter keinen Spaß macht, aber ich erwarte doch ein kleines bißchen mehr Struktur in der Partie. Teilweise wirkte das Spiel der Fortuna so, als würden da elf Fremdkörper auf dem Rasen stehen. Das muß besser werden. Ich will aber auch nicht nach einem gesehenen Heimspiel schon den Stab über der Mannschaft brechen, das wäre ja nun auch unfair. Aber ein bißchen mehr darf’s beim nächsten Mal schon sein. Das Argument, man hätte gegen einen Aufsteiger gespielt und dementsprechend dominieren müssen, halte ich hingegen für leicht überzogen, wenn man die Vorgeschichte von Speldorf mit dem Niederrhein-Pokalsieg und der überzeugenden letzten Verbandsligasaison mit ins Kalkükl zieht. Laufkundschaft sind die sicher nicht.

Bleibt als positiver Aspekt – ja, das soll ja auch nicht unerwähnt bleiben – daß sich bei dem Sauwetter niemand verletzt hat. Ist ja auch ‚was. Aber wie ich das Glück der Fortuna kenne, liegen wahrscheinlich in der kommenden Woche eine Reihe Spieler mit einer Erkältung flach. Wir wollen es nicht hoffen.

Mannschaftsaufstellung:
Blech – Venekamp (ab 68. Gran), Jagusch, Marten, Furucu – Blankenheim (ab 84. Beckers), Ende, Blankenheim, Glaser, Schwarz , Dahmani (ab 68. Maouel) – Can.

surfguard war übrigens extrem flott mit seinem Spielbericht (und hat die besseren Photos).

Werbeanzeigen

2 Gedanken zu „NRW-Liga 09/10 Spieltag 2: Mit uns die Sintflut

  1. Ich finde auch nicht, dass wir erwarten können, Gegner zu dominieren. Aber zuhause muss das Ziel gegen jeden Gegner „Sieg“ lauten – und gegen einen Aufsteiger, auch gegen einen guten, allemal.

    Aber das wichtigste ist, wie du richtig schreibst, dass die Fortuna erst mal ein paar Spielzüge zusammen bekommt. Sonntag gibt’s die nächste Chance! (Und die Vorhersage hat sich seit gestern auch schon weider auf „bewölkt, aber trocken“ geändert.)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s