NRW-Liga 09/10 Spieltag 3: Schiri, Sonnenstich?

planAn einem schönen Sommertag kann man so allerhand unternehmen, was Spaß macht. Man könnte ins Schwimmbad gehen, noch besser sogar ins Freibad oder an einen Baggersee. Man könnte sich zum Eis essen verabreden, man könnte grillen gehen, man könnte sich abends schön auf eine Wiese in einem Park setzen und da das eine oder andere Bier trinken. Manche Menschen ziehen es vor an so einem Tag in ein Fußballstadion zu wandern um sich an den dortigen Darbietungen zu erfreuen. Wobei das mit dem „erfreuen“ eher relativ ist.

platzMeine Erwartungshaltung nach dem doch eher verschweigenswerten 0:0 gegen den VfB Speldorf hing irgendwo zwischen „Jetzt-muß-was-kommen-so-schlimm-kann-man-nicht-jedes-Mal-spielen“ und einer bösen Vorahnung, daß die Partie gegen den SC aus Wiedenbrück auch wieder so ein Gewürge werden würde. Die böse Vorahnung schienen wahrscheinlich auch die Zuschauer zu teilen, die gar nicht erst den Weg ins Südstadion angetreten hatten. Trotz herrlichstem Wetter waren nur ca. 650 Leute anwesend. Die bekamen vom Anpfiff weg allerdings eine äußerst skurrile Partie zu sehen. Die Mannschaft war im Gegensatz zum Mittwoch leicht veränder worden. Statt Daniel Blankenheim spielte Christian Beckers im Mittelfeld und in der Abwehr ersetzte Jan Gran auf links Tevfik Furucu.

mauerDas Spiel hatte sich noch gar nicht richtig auf den Weg begeben, da spielte die Fortuna auch nur noch mit 10 Mann. Wiedenbrück hatte den Ball mehr zufällig als gewollt in Richtung Kölner Strafraum gebracht, ein Wiedenbrücker Angreifer setzte sich gegen Sascha Jagusch, der zog, klammerte und zupfte, durch und brachte eine Schuß auf’s Tor zustande, welcher von Niklas Blech abgewehrt wurde. In dieses Chaos platzte der Pfiff des Schiedsrichters. Alles rechnete mit einer roten Karte für den Torhüter, weil dieser schon recht ungestühm aus seinem Kasten gestürmt war, aber der Spieler, der wieder – naja, „duschen“ kann man nach so kurzer Zeit ja nicht sagen – in den Schatten durfte, war Jagusch. Der Unparteiische wertete das Halten vor dem Strafraum und stellte ihn deshalb vom Platz. Man kann über eine Vorteilsregel sicher diskutieren, aber da war die so undeutlich ausgelegt, daß es weh tat. Entweder der Spieler wird um eine klare Torchance gebracht, dann pfeift man direkt ab. Oder der Spieler bekommt die Chance, dann gibt es keinen Pfiff.

(Einschub: Sehr schön, auf koelncampus läuft gerade der Fortuna-Song von den Mülltonn‘-Jungs.)

Der nachfolgende Freistoß brachte nichts ein, und so ging es mit 11 gegen 10 weiter, wobei sich Wiedebrück sehr schwer tat, die Lücken, die zweifellos in der Fortuna-Abwehr vorhanden waren, aufzudecken und auszunutzen. Der Schiedsrichter trug auch seinen Teil dazu bei, daß kein Spielfluß aufkam, zerpfiff er doch zusehends die Partie. Lächerliche Zweikämpfe wurden als Foul bewertet, sobald sich zwei Spieler nur schief ansahen, setzte es für einen der beiden eine Verwarnung.  Trotzdem hielt sich die Fortuna im Spiel und erarbeitete sich sogar eigene Chancen, auch wenn diese nicht wirklich zwingend waren. Kurz vor der Pause half dann aber alle Verteidigungskunst nichts, Wiedenbrück kam zum Führungstreffer, nachdem eine Hereingabe von rechts nicht geklärt werden konnte.

spielNach der Pause wurde das Spiel offener. Matthias Mink hatte seinen Spielern vielleicht eine „Alles oder nichts“-Rede vorgehalten und so spielte die Fortuna mutiger und entschlossener. Chancen blieben zwar eine Seltenheit, was bei Unterzahl nicht wirklich verwundern dürfte, aber wenigstens wurde ein bißchen mehr für den Angriff getan. Den gelben Karten tat das keine Abbruch, der wirklich schlechte Schiedsrichter blieb seiner Linie true und verteilte weiter Kartons. Nebenbei bemerkt, hauptsächlich an Spieler der Fortuna, aber wir sind ja nicht überkritisch. Sechs Minuten nach der Pause enteilte dann Gengis Can seinen Gegenspielern, lief auf das Wiedenbrücker Tor zu und scheiterte am Torwart. Den Abpraller allerdings verwertete Alexander Ende äußerst gekonnt. Ein fulminanter Vollspannschuß von der rechten Seite in die untere linke Torecke. Keine Chance für den äußerst unsicheren Torhüter der Wiedenbrücker. Man hätte es durchaus öfter mit solchen Fernschüssen probieren können, denn der gute Mann wirkte wirklich äußerst wackelig.

Beflügelt durch den Ausgleichstreffer versuchte die Fortuna nun noch mehr und war zeitweise einem Führungstreffer näher, aber ind er 73. Minute kam der nächste Nackenschlag durch die erneute Führung der Gäste. Die Abwehr ging nicht entschlossen zu Werke und ermöglichte es dem Angreifer so, alleine auf das Tor zu rennen. Blech war, we schon bei ersten Gegentor, ohne Chance.

verschossenNach über 70 Minuten in Unterzahl hätte ich von der Fortuna jetzt nicht zwingend einen Sturmlauf erwartet, aber es tat sich kurz vor Schluß noch unerwartet eine Chance auf. Wiedenbrück hatte im eigenen Strafraum etwas zu heftig gegen Christian Beckers zugelangt und so gab es Strafstoß. Can schnappte sich den Ball und die Umstehenden in meiner Hörweite unkten schon, daß das ja nix werden würde. Sie sollten – leider – recht behalten. Can zimmerte den Ball an den Querbalken. Chance vorbei und auch das Spiel war jetzt gelaufen.

Frust machte sich breit und so läßt sich sicher auch die rote Karte des eingewechslten Abdelkader Maouel erklären, der kurz vor Schluß seinem Gegenspieler nahe der Körperverletzung auf die Knochen sprang. Im Gegensatz zu dem, was in der ersten Hälfte passiert war, war diese Rote Karte völlig gerechtfertigt.

So bleibt eine kämpferische Leistung, die durchaus zufriedenstellend war, die aber letztendlich keine Ertrag brachte. Die erste rote Karte hat das Spiel von Anfang an auf die schiefe Bahn gebracht und davon bekamen weder die beiden Mannschaften, noch der Schiedsrichter es je wieder runter. Die Spieler selber sind wahrscheinlich genauso enttäuscht wie die Fans über den verlorenen Punkt. Jedenfalls sah ich am frühen Abend, als ich über die Aachener Straße zum Rudolfplatz ging, noch einen Fortunen an der Haltestelle Moltkestraße stehen. Ich glaube, es war Hamdi Dahmani. Angesprochen habe ich ihn nicht, den der konnte sich sicherlich etwas besseres vorstellen als mit wildfremden Leuten über so ein dämliches Spiel zu schwadronieren. Aber er wirkte sehr niedergeschlagen.

Da kann man nur sagen „Kopf hoch“ und auf der Leistung der zweiten Hälfte aufbauen. Und ein weniger überforderter Schiedsrichter wäre sicherlich auch noch eine Verbesserung.

Mannschaftsaufstellung:
Blech – Venekamp, Marten, Jagusch, Gran – Dahmani (ab 70. Maouel), Beckers, Ende (ab 73. Tomanek), Glaser – Can, Schwarz (ab 6. Schroden)

(Bilder kommen im Laufe der Nacht.)

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