NRW-Liga 09/10 5. Spieltag: Um den eigenen Lohn gebracht – Heimniederlage gegen Bergisch-Gladbach

mastAlles war angerichtet für einen super Fussballabend. Das Wetter hatte sich beruhigt, nicht zu heiß, nicht zu kalt und schon gar kein Regen. Fortuna geht mit einem Auswärtssieg ins nächste Heimspiel gegen einen Lokalrivalen und super Stimmung in der Kurve. Und dann geht alles den Bach runter. Aber der Reihe nach.

soundVor dem Spiel hatte es sich die Mülltonn‘ mit einem Soundsystem in der Südkurve bequem gemacht. Als ich gegen 19:30 Uhr ankam, war die Party (Party wohlgemerkt, nicht Partie) schon in vollem Gange. Verdient großen Respekt, was die Jungs da immer wieder ankarren. Die Musik auch wunderbar gemischt. Oder kann mir irgendjemand ein Stadion nennen, in dem aus den Lautsprechern Punkrock, Ragga, Ska und die Jackson 5 laufen? Dazu dann noch eigene Songs der Mülltonn‘? Ich zweifel doch dran. Trug jedenfalls zu meiner guten Stimmung bei. Überhaupt wird durch die Fans in der Kurve und ihre unglaublich hohe Kreativität der Besuch eines Heimspiels jedes Mal zu einem großartigen Erlebnis.

spielDas Spiel nahm zunächst auch den passenden Verlauf. Fortuna kam unglaublich gut aus den Startlöchern und ging früh in Führung. Cengiz Can schloß einen schnellen Angriff kaltblütig ab (5.). Auch danach hatte die Mannschaft das Spiel weitgehend im Griff. Ich habe lange nicht mehr so eine engagierte Anfangsphase der Fortuna im Südstadion gesehen. Angriff auf Angriff rollte dem Gladbacher Tor entgegen und einzig und allein das Unvermögen im Abschluß verhinderte eine höhere Führung. Was dann passiert weiß jeder Phrasenschmied. Wenn du die Dinger nicht machst, dann schenkt dir der Gegner einen ein. Und genau so kam es dann auch. Verwirrung und Unordnung in der Abwehr bei einer Hereingabe von links, vor dem Tor kümmert sich niemand um den Gegenspieler und – zack – steht es 1:1 (28.). Nicht völlig unverdient, aber die Mühen, die die Fortuna sich in der Offensive machte, wurden so zunächst einmal zunichte gemacht.

mastenSo ging es auch in die Halbzeit, in der das Soundsystem wieder angeschmissen wurde. Nach dem Wechsel bot sich das gleiche Bild. Fortuna engagiert, offensiv und mit dem Willen nachzulegen. Der Lohn folgte schnell und kurz nach dem Wechsel erzielte Cengiz Can die erneute Führung (54.). Die Tribüne feierte den Torschützen mit einer doch recht eigenwilligen Intonation des westdeutschen Beitrags zum Grand Prix d’Eurovision. Leslie Madoki dürfte es egal sein.

lichtWas dann allerdings geschah lässt sich nur unter der Überschrift „selten dämlich“ zusammenfassen. Wir rekapitulieren nochmal. Fortuna überlegen, Spiel im Griff, Gladbach nur mit gelegentlichen Kontern. Eigentlich eine klare Sache. Aber dann gibt es innerhalb von fünf Minuten zwei Freistösse und das Spiel ist gedreht. Die Tore fielen so dermaßen absurd, daß es schlagartig still im Stadion wurde. Beim Ausgleich (61.) segelte eine Flanke von rechts in den Strafraum, titschte zweimal auf und zappelte auf einmal im Netz. Alles wie in Zeitlupe. So ungern ich das schreibe, aber da war Christopher Möllering sicher nicht ganz schuldlos. Sah jedenfalls extrem unglücklich aus. Tja, und wenige Minuten später (64.) das gleiche nochmal. Wieder eine Hereingabe von rechts und vor der Kiste fühlt sich wieder niemand für den Gladbacher Stürmer zuständig.

spiel2Das einzig positive war, daß zu diesem Zeitpunkt noch eine knappe halbe Stunde zu spielen war. Aber die Angriffsbemühungen der Fortuna waren nach der Gästeführung völlig stumpf. Als hätte jemand den Stecker gezogen. Das Bemühen war sicher da, aber alles wirkte viel zu harmlos und zu durchsichtig. Es kamen einfach keine klaren Chancen mehr zustande, und wenn sie sich doch einmal durch Standardsituationen auftaten, wurden sie mehr als kläglich vergeben.

spiel3Überhaupt, die Flanken. Was da teilweise geboten wurde, wirkte eher, als sei das Flutlicht als Ziel genommen worden, so hoch kamen die in Richtung Strafraum. Sicher ein großes Manko, daß es schleunigst zu verbessern gilt.Nein, mit der Schlußviertelstunde gab es einen Rückfall in schlimmste Zeiten, der den guten Eindruck, den die Mannschaft in den 75 Minuten vorher gemacht hatte, wieder komplett einriß und vergessen ließ. Das war völlig kopflos und chaotisch. Sehr schade, denn das Fortuna es versteht einen Gegner chirurgisch  zu zerlegen konnte man in den ersten 45 Minuten schön beobachten. Da gab es die Pässe, die die Außenspieler steil schickten, auch wenn – wie schon gesagt – die Chancenauswertung gelinde gesagt ausbaufähig war.

Somit ist der Auswärtssieg gegen Hamm wieder für die Katz und alles beginnt von neuem. Verloren ist sicher noch nichts, aber so langsam sollten auch mal im Südstadion eine paar Punkte her, am besten in dreifacher Form.  Denn sich nur darauf verlassen, daß man in der Fremde überzeugt, halte ich persönlich für ein klein wenig zu riskant.

Mannschaftsaufstellung:
Möllering – Venekamp, Marten, Schroden, Gran – Dahmani (ab 68. Tomanek), Beckers (ab 66. Blankenheim), Ende, Glaser (ab 83. Khan) – Can, Schwarz

Werbeanzeigen

3 Gedanken zu „NRW-Liga 09/10 5. Spieltag: Um den eigenen Lohn gebracht – Heimniederlage gegen Bergisch-Gladbach

  1. Pingback: Kurz nachgefragt bei: Stephan Glaser, Kapitän von Fortuna Köln : the boy in the bubble

  2. Pingback: Bergisch Gladbach - Blog - 29 Aug 2009

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s