NRW-Liga 09/10 18. Spieltag: Den Gegner vom Platz gewaschen (Fortuna Köln – Schermbeck 4:0)

Man kann sich sicher besseres Wetter für ein Fußballspiel wünschen, aber a) das Leben ist kein Wunschkonzert und b) wird man durch eine solche Leistung wie die heutige von der Fortuna erwärmt, dann macht einem so ein nasskalter Dreck auch nichts mehr aus. Die Gäste aus Schermbeck wurden mit 4:0 aus dem Stadion geprügelt, da sehe ich gerne über die Rahmenbedingungen zurück.

Ich gebe zu, ich war anfangs gespannt, wie sich die – meiner Meinung nach völlig überflüssige – Abstimmung über die Zukunft von Trainer Matthias Mink auf das, was auf dem Platz zu besichtigen sein würde, auswirken würde. Würde es Unmutsbezeugungen geben? Schweigende Fans? Mitbekommen habe ich von solchen Dingen nichts, aber das lag sicher auch am Blitzstart der Fortuna, die ziemlich zackig mit 2:0 in Führung ging (1:0 (8.) Kruth, 2:0 (19.) Can). Die Spielkultur war auf jeden Fall wesentlich höher als in den anderen Heimspielen, die ich in dieser Saison besuchen konnte. Der Ball lief gut, es wurde um jeden Zentimenter gekämpft und auch wenn ein paar Chancen liegengelassen wurden, es sah im Sturm wesentlich besser aus als noch vor ein paar Wochen.

Da ich in Begleitung meines Vaters war und ihm die zugige Kurve nicht antun wollte, begab ich mich auf die Tribüne und musste von dort den Sprechchören der Mülltonnen lauschen. Die schienen wie immer gut drauf zu sein, hatten sie doch wieder ihr Soundsystem im Gepäck und ein paar nette Ideen wie einen zum Datum passenden Nikolaus, der einen Ball vor sich herkickte. Der Fortuna-Nikolaus wanderte übrigens auch durch die Reihen und verteilte Schokolade an die anwesenden Kinder. Seltsamerweise war der Präsident gar nicht zu sehen…

Wie gesagt, es ging hervorragend los und bei diesem Spiel hatte ich auch endlich mal den Eindruck, dass die Mannschaft sich nicht auf einem Vorsprung ausruhen würde, sondern stramm weiter nach vorne marschieren wollte. Es gab Chancen in Hülle und Fülle und gerade die rechte Seite mit Kapitän Glaser und Venekamp brach immer wieder durch die Schermbecker Abwehrreihen. An den Flanken kann man sicher noch arbeiten, aber wer bei einem solchen fest die Haare in der Suppe sucht ist ein unverbesserlicher Spielverderber.

Mit der 2:0 Führung ging es in die Kabinen und nach dem Wechsel legte die Fortuna gleich nach. Ein krummes Freistossding von Abdelkadel Maouel (47.) und ein wunderbare – wieder über rechts – vorgetragener Angriff, abgeschlossen durch Kevin Kruths zweiten Treffer (49.) verdoppelten das Führungspolster und gaben der Mannschaft mehr Sicherheit. Jetzt kann man mit so einem Ergebnis im Rücken weiter munter nach vorne spielen, was sicherlich die meisten der ca. 400 Anwesenden, mich eingeschlossen, sehr gerne gesehen hätten. Ich verüble es den Spielern aber auch nicht, daß sie einen Gang rausnahmen, um ein wenig ihre Kräfte zu schonen. Wie gesagt, das Wetter. Gelegentliche Konter sorgten immer noch für genügend Gefahr im Schermbecker Hühnerhaufen, der wohl die Abwehr darstellen sollte. Gegen Ende weichte die Hintermannschaft der Fortuna jedoch ein wenig zu sehr auf und die Gäste kamen kurz vor Schluß noch zu einer Großchance, die Torhüter Möllering erstklassig entschärfte.

In wieweit die Mannschaft an diesem Nachmittag für die Trainer gespielt hat, weiß ich nicht. Ich hoffe allerdings, dass dieser Auftritt den Zweiflern den Wind aus den Segeln nimmt. Es ist mir, ehrlich gesagt, scheißegal, ob der Trainer die Mannschaft im falschen oder richtigen System auf den Platz schickt, von mir aus kann er auch mit 10 Abwehrspielern auflaufen. Wichtig ist für mich, dass irgendwer die Kugel über die Linie drückt. Wer das dann macht, ist mir dann völlig latte. Ich gebe zu bedenken, wer denn als Nachfolger auf der Trainerbank Platz nehmen soll? Liebe Leute, das ist die Oberliga, da stehen nicht die Neururers oder Matthäusse Schlange für einen Job. Manchmal habe ich den Eindruck, nur weil die Fortuna etwas mehr Medienaufmerksamkeit bekommt, meinen einige, man müsse sich ebenso verhalten, wie ein schlechtgeführter Erstligist.

Wobei die Mannschaft mit dem heutigen Sieg nicht aus der Verantwortung entlassen ist. Es gilt jetzt nachzulegen und weiter Punkte zu sammeln.

Mannschaftsaufstellung:
Möllering – Venekamp, Schroden, Marten, Furucu – Glaser, Ende, Maouel (ab 78. Khan), Dahmani – Kruth (ab 82. Tomanek), Can (ab 65. Schwarz)

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