NRW-Liga 09/10 32. Spieltag: Blutleere Vorstellung (Fortuna Köln – SSVg. Velbert 1:2)

Es gibt sicher viele Gründe für die aktuelle Niederlagenserie der Fortuna und einer mag vielleicht die lange Liste mit Ausfällen sein. Wie man sich dann trotzdem gegen einen in der ersten Hälfte hoffnungslos überforderten Gegner nach dem Seitenwechsel zwei dumme Dinger einfangen kann, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben.

Ich hatte mich lange nicht mehr so auf ein Heimspiel gefreut. Insbesondere, weil es endlich mal wieder an einem Sonntag stattfand, an dem ich auch richtig Zeit hatte. Das Wetter spielte auch (so halbwegs) mit, was konnte also schiefgehen? Nun ja, so einiges, aber dazu kommen wir dann später. Die Fortuna begann ziemlich druckvoll und hatte in den ersten zehn Minuten gute Möglichkeiten. Die verletzungsbedingten Ausfälle und die Rotsperren schienen gegen Velbert nicht wirklich ins Gewicht zu fallen und insbesondere über rechts ging einiges, wo Nuno Sanches immer wieder für Verwirrung bei seinen Gegenspielern sorgte. Auch wenn er es manchmal ein kleines bißchen übertrieb. Nach einer Viertelstunde lief der Angriff zum Führungstreffer durch Hamdi Dahmani auch zwangsläufig über ihn. Wie schon gesagt, Fortuna hatte das Spiel im Griff und von spärlichen Vorstößen der Velberter abgesehen, lief man eigentlich nicht Gefahr, sich das Spiel aus der Hand nehmen zu lassen. Bis zur Halbzeit gebeten wurde…

Was danach geboten wurde, war eigentlich fast schon eine Frechheit und das einzige, was mich an diesem doch recht frischen Frühlingstag zu erwärmen vermochte, waren die spaßigen Aktionen, die die Müllton‘ auf den Rängen veranstaltete. Wenn man schon die ganze Kurve für sich hat, warum soll man das dann nicht zu ein paar Wanderungen nutzen? Und Wechselgesänge von einem zum anderen Ende haben ja auch was für sich.

Mir fällt gerade auf, daß ich über das Trauerspiel, daß sich auf dem Platz bot, gar nicht wirklich schreiben will, also mache ich es kurz. Wenn ich mich recht erinnere hatte Velbert das Spiel innerhalb von 15 Minuten komplett gedreht und ließ einer sichtlich irritierten Fortuna überhaupt keinen Platz mehr für eigene Angriffe. Es kam einem so vor, als ob es ein Verbot für die Stürmer gäbe, den gegnerischen Strafraum zu betreten. Ich glaube, daß ich auch das, was mich am meisten aufregt. Es gab nicht das kleinste Anzeichen dafür, daß es irgendwen stören würde, ob man das Spiel verlieren würde. Kein Aufbäumen, kein energisches Zweikampfverhalten beim Forechecking, kein Kampf, kein Siegeswille. Eine ziemlich blutleere Vorstellung.

Das gab mir anscheinend so den Rest, daß ich völlig verpasst habe, daß der Trainer aus Velbert auf die Tribüne geschickt wurde. Also, jetzt nicht im wörtlichen Sinne, sondern eher auf die Stehplätze in Mitte. Jedenfalls turnte da in der zweiten Hälfte eine Gestalt herum, die ich vorher an der Seitenlinie verortet hatte, und rief ständig Anweisungen in Richtung Spielfeld.

Fünf Minuten vor Schluß war ich dann so durchgefroren, daß ich mich aus dem Staub machte. Bei, wenn ich mich nicht verzählt habe, noch acht ausstehenden Spielen sollte noch genügend Zeit bleiben, die Saison wenigstens versöhnlich zum Abschluß zu bringen, aber für die nächsten Spiele erwarte ich schon eine beträchtliche Steigerung. So einen Mist wie am Sonntag brauche ich jedenfalls nicht noch einmal…

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