Alte Bekannte: Macchambes Younga-Mouhani

Ich gebe zu, ich freue mich immer wieder, wenn ich bei Übertragungen von Fußballspielen ein bekanntes Gesicht entdecke, daß früher einmal für die Fortuna aufgelaufen ist. Oft verliere ich ehemalige Spieler einfach aus den Augen. In letzter Zeit natürlich deswegen, weil es viel zu zeitaufwendig wäre, sämtliche Amateurtabellen und -kader zudurchforsten. Als ich also diese Woche am Montag das Zweitligaspiel zwischen Union Berlin und dem VfL Bochum einschaltete, stand Macchambes Younga-Mouhani in der Startformation der „Eisernen“.

Der Name dürfte mir irgendwann Mitte der Neunziger das erste Mal aufgefallen sein, als er noch für die Fortuna rheinabwärts spielte. Von 1997-2000 lief Younga-Mouhani dann im Südstadion auf und hatte seine größte Stunde vermutlich beim letzten Derby gegen die Ziegenböcke im alten Müngersdorfer Stadion, als eine dem Abstieg entgegentaumelnde Fortuna dem Lokalrivalen zum Abschied nochmal ein 4:1 mit auf den Weg gab.  Den FC, der sich auf dem Rückweg in die erste Liga befand, dürfte das nicht wirklich gestört haben. Für mich war es ein letztes Hurra vor dem Absturz und in der Rückschau wirkt es umso bitterer, wenn man sich vor Augen hält, wo man war, und wo man jetzt ist. Younga-Mouhani erzielte zwei Treffer.

Nach dem Abstieg fiel die Mannschaft erwartungsgemäß auseinander und Younga-Mouhani suchte sich einen anderen Arbeitgeber. Ich muß zugeben, ich bin ein wenig überrascht, daß sich nach 2000 nur drei Vereine finden, für die er gespielt hat. Habe gedacht, daß er ein größerer Wandervogel gewesen ist. Seit 2007 steht er bei Union Berlin unter Vertrag, mit denen er 2008 in die zweite Liga aufstieg.

Ich gebe zu, ich hätte mir einen erfreulicheren Auftritt des mittlerweile 36jährigen Kongolesen gewünscht. In der zweiten Halbzeit jedoch trat er dermaßen ungeschickt in der Nähe der Mittellinie auf seinen Gegenspieler Matias Concha, daß ein geübter Zuschauer sofort merken mußte, daß da mehr kaputtgegangen sein mußte.

Ich nutze das mal für einen Exkurs über mein Lieblingsthema „inkompetente Sportkommentatoren“. Denn Sport1-Quasseltasche Uwe Morawe, den ich bei Sport1 noch für den Einäugigen unter den Blinden halte, brauchte den Hinweis eines Kollegen vom Spielfeldrand, daß die Verletzung des Bochumers wohl ein Knochenbruch sein müßte. Mal ehrlich, wenn man da mehrere Zeitlupen serviert bekommt (die es, nur nebenbei bemerkt, beim besten Willen nicht gebraucht hätte) und immer noch nicht sieht, wie fies das Bein wegknickt, dann hat man irgendwie den falschen Job. Zu den Zeitlupen sei angemerkt, es wäre wünschenswert gewesen, wenn man bei so einem brutalen Anblick schlicht und ergreifend darauf verzichtet hätte.

Younga-Mouhani wirkte nach seiner Aktion sehr geschockt und man ist geneigt das Foul auf sein Alter und die damit verbundene Langsamkeit zu schieben. Ich behalte in jedoch als Publikumsliebling in Erinnerung, der von einem mir nicht bekannten Fortuna-Anhänger auf der Tribüne des Südstadions immer und immer wieder mit lautstarken Gesängen gefeiert wurde.

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