Das größte Comeback seit Muhammad Ali (Bundesliga 21. Spieltag)

Verrückt, einfach nur verrückt. Da läßt der souveräne Tabellenführer am Freitag gegen ein völlig indisponiertes Ensemble aus Herne-West zwei Punkte liegen, weil er, teils aus Unvermögen, teils aus Pech, es versäumt hat Tore zu schießen. Und dann gehen sämtliche Verfolger, echte und selbsternannte, am darauffolgenden Samstag einer nach dem anderen sang- und klanglos in ihren Spielen unter.

Die größte Überraschung war sicherlich das nach der ersten Hälfte nicht mehr für möglich gehaltene Comeback des 1.FC Köln gegen einen FC Bayern, der nach der Pause anscheinend die Eier seines Trainers in der Kabine vergessen hatte. Ich bin von diesem komischen Verein ja einiges gewohnt und, wenn ich ehrlich bin, mich kann auch nicht mehr viel überraschen. Von irgendeiner Art von Anteilnahme für das Treiben der Geißböcke mal ganz zu schweigen. Aber so was, so was habe ich echt selten erlebt. Die Kernschmelze der Bayern, gerade in der Verteidigung, tat zwar ihr übriges, aber so eine engagierte Leistung ist dann aus Kölner Sicht glücklicherweise auch mal belohnt worden. Wobei man dem FC eigentlich dankbar sein muß, daß er endlich mal auf’s äußerste die Leistungsgrenze von Holger Badstuber vergeführt hat.

Jetzt wird sicher wieder ein Großteil der FC-Anhänger überschnappen und von zukünftigen Champions League-Auftritten faseln. Aber schon für den nächsten Spieltag gegen Mainz darf man sicher wieder das erwarten, was den Bayern in diesem Spiel passiert ist. Vor allem, wenn man den Auftritt gegen St. Pauli zu Rate zieht. Für Bayern stellt sich jetzt die Frage (bzw die Frage geistert durch die Fußballfeullietons), ob und wie man mit diesem Trainer weitermacht. Und da kann ich nur anmerken, daß van Gaal, trotz der Probleme in dieser Saison, das Beste ist, was Bayern auf dem Trainerstuhl passieren konnte. Wenn sie da jetzt wieder in Aktionismus verfallen, wird der eingeschlagene Weg, der sicher holprig ist, nicht weiter fortgesetzt und alles fällt wieder in einen dunkles Nichts, aus dem zwar Deutsche Meister, aber keine großen Mannschaften geboren werden.

Kurz noch was zum Nachspiel: die Kölner scheinen sich nach en Ausschreitungen in Hamburg wieder von ihrer allerbesten Seiten präsentiert zu haben.

Oben hingegen geht alles seinen gewohnten Gang, auch wenn Manuel Neuer leider, leider, ein Fiasko im Revierderby verhindert hat. An so eine einseitige Derbypartie kann ich mich auch nur schwer erinnern. Selbst mit einem 0:5 wäre Schalke noch ziemlich gut bedient gewesen. Wasein wenig stört ist die Art und Weise mit der Neuer jetzt in den Himmel gehoben wird. Sicher, da waren einige sehr starke Paraden dabei. Aber eine nicht zu unterschätzende Zahl Dortmunder Chancen wurde schlicht und ergreifend sehr überheblich verdaddelt. Schon die erste Gelegenheit durch Mario Götze hätte man durchaus zwingender abschließen können. Ich gebe zu, als der Schlußpfiff kam war ich maßlos enttäuscht. Doch beim zweiten Hinsehen muß ich dann auch anerkennen, daß man so eine Dominanz erstmal auf den Rasen bringen muß. Darüberhinaus haben die Dortmunder nicht verloren und im Nachhinein sogar noch inen Punkt gut gemacht, was am Freitag abend natürlich niemand ahnen konnte. Insofern entbehrt es nicht einer gewissen Komik, wenn man sich die Aussage von Uli Hoeneß nochmal auf der Zunge zergehen läßt:

„Im Innersten hoffen wir immer noch, dass die Dortmunder irgendwann schwächeln. Und dann müssen wir da sein. Dafür müssen wir die Voraussetzungen schaffen.“

Herrlich. Dafür möchte man doch fast ein Fernglas an die Säbener Straße schicken.

Zum Abschluß noch zu den Schiedsrichterleistungen und den selbsternannten Experten aus dem „Doppelpass“. Liebe Leute, und da hatte Jürgen Klopp doch sehr recht, wenn ihr erst 10 Zeitlupen braucht, um eine eventuelles Foul zu erkennen, oder ob der Spieler dann doch den Ball trifft, dann haltet doch einfach mal die Klappe, wenn es um Schiedsrichter geht. Diese ständige Zerfledderei einzelner Spielszenen geht mir immer mehr auf den Zeiger. Is‘ scheiße für die Mannschaft, die die Fehlentscheidung hinnehmen muß, aber ändern kann man das dann eben auch nicht mehr. Und wenn irgendjemand jetzt mit Fernsehbeweisen um die Ecke kommt, muß der mit Sepp Blatter spielen.

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