Schlange stehen im Abstiegskampf (Bundesliga 23. Spieltag)

Nachdem es während der letzten Spieltage etwas hoch und chaotisch her ging, hat sich die Bundesliga wenigstens wieder dahingehend beruhigt, daß die Favoriten ihre Spiele dann auch mal gewinnen, anstatt ständig über die eigenen Füße zu stolpern. Spitzenreiter Dortmund, Verfolger Leverkusen, die Bayern und sogar Hannover 96 halten gemeinsam oben die Stellung und lassen sich von den Kellerbewohnern nicht aus der Ruhe bringen. Unten hingegen wird’s richtig eng.

Wolfsburg (in Freiburg), Kaiserslautern (in Hannover), Bremen (in Hamburg), Stuttgart (in Leverkusen) und St. Pauli (in Dortmund) haben alle Federn lassen müssen, was in einigen Fällen erwartet werden durfte, im Fall von Werder, vor allem in der Deutlichkeit, dann doch ein wenig überraschend kam. Und so ist der Einäugige unter den Bilnden im Tabellenkeller doch tatsächlich Borussia Mönchengladbach, das gegen eine völlig indisponierte Schalker Elf, die bei „Borussia“ wahrscheinlich an den schwarz-gelben Express gedacht hatte und sich dementsprechend nicht wirklich aus der eigenen Defensive heraustraute. Jetzt kann man sich sicher nach einer frühen Führung erstmal sich hinten reinstellen und den gegner kommen lassen. Was Schalke allerdings veranstaltete war grob fahrlässig. Und in Christoph Metzelder steht da hinten jemand, der von einigen „Fach“-Journalisten sogar noch als Abwehrchef bezeichnet wird, jeden Spieltag aber immer wieder so spielt, als würde er diesen völlig unberechtigten Titel schnellstmöglich wieder loswerden wollen. Bei beiden Gladbacher Gegentreffern war er direkt beteiligt und sah nicht wirklich gut aus. Zu seiner Ehrenrettung sei angemerkt, daß er wohl durch eine Verletzung aus einem vorherigen Zweikampf behindert war, die dann auch zu seiner frühen Auswechslung in Halbzeit eins führte, und sein Ersatzmann Matip brachte auch nicht wirklich mehr Stabilität in die Defensive aus Gelsenkirchen. Man darf gespannt sein, welchen Kniff sich Magath jetzt einfallen läßt, um die Anghängerschaft zu beruhigen. Wie wäre es mit einem Twitter-Account?

Der rheinische Rivale des Schlußlichts konnte derweil als das einzige andere Team aus der unteren Tabellenhälfte punkten, auch wenn es nach zwei Siegen nicht zu einem Auswärtserfolg in der Kurpfalz reichte. Aber ich wage zu behaupten, daß der 1.FC Köln so ein Spiel in der Hinserie mit mindestens vier Gegentoren beendet hätte. Ob die Stabilität, sowohl im Spiel als vor allem auch psychisch, jetzt gerade mit dem Wechsel im Tor zusammenhängt, kann sicher niemand beurteilen. Aber auch wenn ein paar Paraden glücklich waren, so hat Michael Rensing am Kölner Aufschwung 2011 doch auch seinen Anteil und man meint phasenweise erkennen zu können, warum man in München dachte, daß er einmal Nationaltorhüter werden könnte. Wenn der FC so weiter macht, dann könnte der Abstiegskampf und vor allem die nächste Zweitligasaison ziemlich interessant werden.

Gerade das Beispiel Bremen zeigt sehr deutlich, daß sich keine Mannschaft zu sicher sein darf. Wobei, andererseits steht Werder auch wieder von dem großen Problem, wie man so eine Misere angeht. Ein Trainerwechsel dürfte, seien wir ehrlich, von niemandem erwartet werden. Man hat sich, wenn es so was denn gibt, auf dem Transfermarkt schickt und ergreifend „vergriffen“ und der Ausfall von Naldo zeigt sich am deutlichsten an den 48 Gegentoren, die nur von der roten Laterne in Mönchengladbach übertroffen werden. Im Nordderby gegen den HSV sah die Bremer Hintermannschaft nicht nur einmal wie eine Schülermannschaft aus.

In Stuttgart läuft hingegen schon seit einigen Jahren so einiges schief, daß ein eventueller Abstieg als hausgemachtes Problem durchgehen muß. Ich zähl jetzt sicher keine Trainer, aber Konzepte, vor allem langfristige, sehen anders aus.

Nehmen wir Wolfsburg aus den letzten fünf mal raus, dann stehen da mit Bremen, Kaiserslautern, Stuttgart und Mönchengladbach 18 deutsche Meistertiel vor dem Absturz. Nimmt man dann statt Gladbach Wolfsburg wieder mit rein, sind die Meister von 1998, 2004, 2007 und 2009 vom Abstieg bedroht. Ich kann mich spontan jetzt nicht erinnern, daß so viel noch gar nicht mal so lange zurückliegender Glanz im Abstiegskampf versammelt war. Sport1 kann sich in jedem Fall über Kandidaten für das Montagsspiel nicht beschweren, vor allem, wenn man bedenkt, daß aus der dritten Liga noch Eintracht Braunschweig und Hansa Rostock nach oben drängen.

All dies sollte für die Mannschaften, die momentan an der Spitze stehen und nicht auf die Namen Bayern München und Bayer Leverkusen hören, Warnung genug sein.

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