Champions League: Truly the beautiful game (FC Barcelona – Arsenal FC 3:1)

Ich war schon vom wenigen, welches ich vom Hinspiel mitbekommen habe, sehr angetan und umso größer war meine Vorfreude auf das Rückspiel im Camp Nou. Barcelona und Arsenal, zwei Namen, die jedem Fußballfreund, auch in Bayern, das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Meistens können solche Partien dem Hype, der im Vorfeld um sie gemacht wird, nicht standhalten. Aber für mich war das, was ich geboten bekam, weitaus mehr als zufriedenstellend.

Es soll ja einige geben, die den Playstation-Ballbesitz-Fußball von Barcelona für extrem langweilig anzuschauen halten, aber ich finde, es gibt nichts schöneres als wie an der Schnur gezogene, kurze, schnelle Pässe ohne viel Aufwand. Und weil Arsenal sich von Beginn an auf eine 4-5-1 Formation (mit van Persie als einsamem Punkt am Horizont) zurückzog, entfaltete sich ein herrlich zu begutachtendes Geduldsspiel, daß am Ende, meiner Meinung nach, einen verdienten Sieger fand.

Es ist schon beeindruckend, wie spielerisch und schwebend die Ballstaffetten von Barcelona mit erstaunlicher Regelmäßigkeit auf den Platz gemalt werden. Jede andere Mannschaft muß einen unglaublichen Aufwand betreiben, um eine solche Überlegenheit zu erzeugen. Bei Barcelona sieht das kinderleicht aus. Xavi und Inesta, die rechte und die linke Herzkammer des Spiels, dirigieren ohne jemals so auszusehen, als ob sie sich groß anstrengen müßten. Wo andere Teams in jedem Angriffszug mindestens einen Spieler haben, der den Ball über weite Strecken nach vorne oder quer trägt, passiert bei Barca alles im Direktspiel. Und diese Sicherheit finde ich höchst unterhaltsam.

Schade eigentlich, daß Arsenal sich nicht wirklich daran beteiligen wollte und sich stattdessen auf eine massive Abwehrformation zurückfallen ließ. Die Nadelstiche, die sie sich sicherlich vorgenommen hatten, waren erst kurz vor der Pause zu erkennen, als man für kurze Zeit gefährlich vor dem Tor von Valdez auftauchte. Ansonsten kam nicht viel. Im Gegenteil, der Unsympath van Persie machte sich vor dem Pausenpfiff wieder extrem beliebt, als es Dani Alvez unsanft zur Seite stieß. Das dieser dann nach dem Wechsel wegen Ballwegschlagens Gelb-Rot sah, war irgendwie zwangsläufig.

Das 1:0 durch Messi war schon zum Zunge schnalzen. Dieser leichtfüßige Heber über den eingewechselten Almunia war schon das Eintrittsgeld wert. Aber was sie dann beim 2:1 auf das Grün zauberten, war einfach herausragend. So einen flüssigen Angriff bekommt man selten zu sehen. Wie man durch eine Körpertäuschung im Dribbling solche Lücken reißen und gleichzeitig noch den Blick für den gut postierten Mitspieler haben kann, ist Extraklasse. Inesta, Villa, Xavi, Tor. Und da braucht es dann nicht mal die Beteiligung von Messi, der in den hiesigen Medien ja immer zu dem Überspieler schlechthin hochgeschrieben wird. Aber er spielt sicher auch deshalb auf einem so hohen Niveau, weil er eben so unglaublich gute Mitspieler hat.

Leider konnte ich mir das Gemälde, daß Barcelona auf den Rasen des Stadion malte, nicht noch weiter ansehen, weil die Pflicht rief, aber solche Ausnahmespiele lassen einen doch immer wieder auf’s Neue erfahren, warum man diesen Sport so mag. Eben nicht wegen lächerlicher Schlagzeilen über die Seifenopern aus Schalke oder München. Sondern eben, weil datt Wichtige eben doch immer noch auf’n Platz is‘.

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