Aktiv und aggressiv – Uwe Koschinat wird neuer Trainer der Fortuna

Die Entscheidung für einen neuen Trainer liegt ja nun auch schon ein paar Tage zurück, aber ein bißchen Senf will ich dann doch noch zur Wurst geben. Schließlich kam es in den letzten Jahren nicht sehr häufig vor, daß der Mann an der Seitenlinie ausgetauscht wurde. In der Rückschau eigentlich extrem erstaunlich, daß bei den Verantwortlichen der Finger am Abzug nicht viel lockerer saß. Wenn man dem Verein eins nicht vorwerfen kann, dann wohl Ungeduld mit dem Trainer.

Aber jede „Ära“ geht irgendwann ihrem Ende entgegen und nach den Vorfällen in Aachen wäre es mehr als überraschend gewesen, wenn Matthias Mink auch in der nächsten Spielzeit die Fortuna betreut hätte. Mit seinem Wechsel nach Leverkusen eröffnen sich ihm natürlich auch ganz andere Perspektiven. So bleibt, ihm für die letzten Jahre zu danken und ihm auf dem weiteren Weg alles Gute zu wünschen. Damit genug Vergangenheit, schauen wir in die Zukunft.

Der neue Mann kommt also von der TuS Koblenz und hört auf den Namen Uwe Koschinat. Sagt mir, da muß ich ehrlich sein, erstmal überhaupt nix. Co-Trainer bei einem Drittligaverein ist sicher eine ansprechende Referenz für einen Wechsel in die Oberliga, aber wieviel der Austausch der Übungsleiter wirklich bringt, wird sich erst noch zeigen müssen.

Mir stellt sich die Frage, wieviel Einfluß ein Trainer in den niedrigeren Ligen überhaupt auf die Mannschaft nehmen kann. Sicher, er wählt die Spieler aus, legt das System fest, wechselt während des Spiels und kann so ein wenig mitbestimmen, was auf dem Platz geschiet. Aber selbst der beste Trainer wird auf Oberliganiveau Probleme haben seine Vorstellungen durchzusetzen, wenn das Spielermaterial nicht seinen Anforderungen genügt. Soll heißen, ein „Konzepttrainer“, der, sagen wir mal, auf schnelles Kurzpassspiel setzt, wird irgendwann vor eine Wand laufen, wenn seine Spieler nicht in der Lage sind, seine Ideen technisch umzusetzen. Nun kann man so was natürlich trainieren und trainieren und trainieren und trainieren. Aber das erfordert Zeit und ich bezweifle, daß der neue Trainer diese Zeit bekommen wird.

That being said, das Spielermaterial für einen etwas ansprechenderen und herausfordernderen Spielstil sollte nach den Ausgaben der letzten Spielzeit eigentlich vorhanden sein. Kein Mensch wird Fußball auf allerhöchstem Niveau erwarten, aber ein wenig mehr „Konzept“ und Struktur wäre schon ganz schön. Ich hatte bei den wenigen Spielen, die ich diese Saison besuchen konnte, eher den Eindruck, daß das Spiel der Fortuna eher auf Zufällen aufbaut, und man nur auf Fehler des Gegners wartet. Wenn die die dann kamen, lief es auf einmal. Kamen sie nicht, brach die Mannschaft zusammen.

Im Interview mit dem Stadtanzeiger verspricht Koschinat „aktiven und aggressiven Fußball“, was ja erstmal nicht schlecht klingt. „Aktiv“ würde ja bedeuten das Spiel selbst zu machen und dem Gegner den eigenen Spielstil aufzuzwängen. Damit wären wir schon einen gehörigen Schritt weiter.

Von Phrasen wie „Wir wollen die Fortuna gemeinsam wieder dahin bringen, wo sie hingehört“ läßt sich (hoffentlich) eh niemand mehr blenden.

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