Nervenflattern (Bundesliga 31. Spieltag)

Viel passiert, seitdem ich mich das letzte Mal über das Geschehen in der Bundesliga ausgelassen habe. Nicht, daß sich großartig etwas am Tabellenstand geändert hätte, wenn wir mal von den Stuttgartern absehen. Aber das Trainerkarussell, die Torwartwechselei und diverser anderer Kleinkram halten die Liga weiterhin interessant. Da stört es dann auch nicht, daß Leverkusen die einzige Konstante in einer ansonsten chaotischen Saison zu sein scheint. 

Wo fängt man da an? Nun, die Trainer kann man eigentlich schnell abwickeln. Am auffälligsten war sicherlich die Posse, die sich (mal wieder) in der Domstadt abspielte und nach der Niederlage gegen Wolfsburg in einer Grafittiattacke der Kölner „Fans“ am Geißbockheim gipfelte. Ich will den Spruch nicht wiedergeben, aber so was fällt schlicht und ergreifend unter die Kategorie „hirntot“ und man fragt sich unweigerlich, ob solche Idioten nicht besser in der JVA Ossendorf aufgehoben wären als in einem Fußballstadion. Wenigstens eine psychiatrische behandlung wäre zu empfehlen.

Frank Schaefer gebührt Respekt für seine Entscheidung sich das Chaos, daß sich 1.FC Köln nennt, nicht als Cheftrainer antun zu wollen. Er wird diese Entscheidung getroffen haben, gerade weil er schon so lange in diesem Verein arbeitet. Das er mit der Ansammlung an Individualisten keinen Blumentopf mehr gewinnen kann, wird sicher auch mit in die Erwägungen eingegangen sein. Gegen Wolfsburg stand ein lebloses Gebilde auf dem Platz, dessen einzige Hoffnung darin besteht, daß wenigstens zwei Mannschaften auf den Plätzen hinter ihm auch alle restlichen Spiele verlieren und man sich so auf den Relegationsplatz retten kann. Es gibt sicher gute Ansätze, vor allem bei den jüngeren Spielern. Der Rest scheint allerdings mit dem Kapitel Köln abgschlossen zu haben und orientiert sich schon anderweitig um. Was bleibt ist oben beschriebene Hoffnung auf den Relegationsplatz und auf einen klaren Schnitt nach der Saison, durch den man sich von allen Egoisten trennen könnte.

TV-Bonuserwähnung für den Idioten am sky-Mikrofon, der während des Spiels auf den Spitznamen für Reinhold Yabo einging und Einblick in die Abgründe seiner kranken Seele zuließ (sinngemäß):

„Reinhold Yabo, Spitzname ‚Ray‘. Das paßt vom Äußeren auch viel besser zu ihm.“

Ich reagiere bei so was sicher ein wenig überempfindlich, aber wenn jemand nicht in der Lage ist zu akzeptieren, daß ein farbiger Spieler, der in diesem Land geboren ist, die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt und sogar mit der U19 Europameister wurde, einen sehr „deutsch“ klingenden Vornamen hat, dann ist das für mich nicht bloß unterschwellig Rassismus. Widerlich.

Weiter oben bleibt’s richtig lustig. Die Bayern und Hannover tauschen im Wochenwechsel fröhlich die Plätze und die Borussia aus Dortmund scheint die Leverkusener foppen zu wollen, in dem sie sie immer wieder ein paar Punkte herankommen lässt, nur um dann wieder ein wenig anzu- und davonzuziehen. Wobei der Auftritt gegen Mönchengladbach sicher einer der schwächeren in dieser Saison war. Es ist schon zu spüren, daß der Verlust von Nuri Sahin wesentlich schwerer wiegt als der Verein und seine Angestellten bereit ist zuzugeben. Und auch aus diesem Grund bin ich nach wie vor nicht bereit dem BVB zur Meisterschaft zu gratulieren.

Die letzten Spieltage versprechen also die nötige Spannung, wobei sich mein Augenmerk heute dann erstmal auf eine (hoffentlich) krachende Niederlage der Schalker gegen Manchester United in der Königsklasse richtet.

Womit man auch bei Manuel „Tränenreich“ Neuer wäre, der unter der Woche daß bekannt gab, was eh schon alle wussten. Überraschend war für mich letztendlich nur, daß er nur ein Interesse aus München bestätigte, aber noch keinen Vollzug. Der Furor, der sich ob dieser Aussage aus Richtung Gelsenkirchen erhob, war dann allerdings nur schwer nachvollziehbar und fällt in etwa in die gleiche Geistensklasse wie die sprayenden Kölner „Anhänger“. Fassen wir zusammen: Schalke braucht Geld, der Torhüter ist der einzige Star, der welches in Massen bringen wird, also wird er vor Ablauf seines Vertrages verkauft. So weit, so logisch, aber für die gemeine Fanseele nicht nachvollziehbar. Neuer hat sich in diesem Zusammenhang selbst genug Steine in den Weg gelegt, weil er ständig auf seiner Vergangenheit als Schalker Ultra herumgeritten ist. Dennoch werden sie ihm in ein paar Jahren sicher verzeihen und wahrscheinlich gibt es dann irgendwann eine weitere tränenreiche Wiedervereinigung.

Für die Bayern läuft alles in die richtige Richtung, wobei es wieder einmal der Geldbeutel und nicht das Konzept ist, welches den Erfolg verspricht. Und deswegen darf der rote Kopf auf der Tribüne noch ein paar Jährchen länger davon träumen irgendwann mal so toll Fußball zu spielen wie der FC Barcelona.

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