Eklat ist, wie man’s selber macht

Da hat es ja mal wieder ordentlich gerappelt an der Säbener Straße. Verantwortlich diesmal jemand, der eigentlich nicht dafür bekannt ist richtig auf den Tisch zu hauen. Bastian Schweinsteiger hat sich gestern während einer Pressekonferenz mit dem Vertreter einr Springerpublikation angelegt, weil ihm dessen Berichterstattung nicht paßt. Es bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen ihm deshalb in der Behandlung durch die deutsche Sportpresse im Allgemeinen und die Schmierfinken von Bild und Co. im Besonderen drohen.

Rekapitulieren wir kurz, auch wenn es von eben erwähnter PK nur Zitate und keine Ton- oder Videomittschnitte gibt. Schweinsteiger hatte den Raum betreten und war sogleich auf den Chefreporter der Sportbild losgegangen,

So wie du schreibst, hast du keine Ahnung. Du hast ja auch so viele Spiele bestritten. Du siehst nicht den richtigen Fußball. Glaubst du Louis van Gaal hat sich hier immer umsonst aufgeregt, wenn er ständig argumentieren musste?

Dabei beließ er es während seiner Tirade nicht, sondern reicherte sie noch mit einigen Deftigen Kraftausdrücken an, biß sich regelrecht fest und verließ nach einigen Minuten wieder den Raum. Soweit die nachvollziehbaren Tatsachen, die sich an diversen Stellen nachlesen lassen. (Bild, Spiegel, Süddeutsche, Welt, meedia.de, kicker, sport1, spox)

Hintergrund war ein kritischer Artikel in der Sportbild zu den Leistungen Schweinsteigers in den letzten Wochen (leider nicht online verfügbar, aber wie immer schön seziert in der Sportbildwatch von Sidan bei el-futbol.de).

Das oft zitierte Spielchen mit den Redaktueren des Springer-Verlags und Prominenten, die gemeinsam auf und ab Fahrstuhl fahren, dürfte sicherlich einer der Hintergründe für eine solche Abrechnung gewesen sein. Interessant auch der Hinweis im sportmedienblog auf den Kadavergehorsam eines ganzen Berufsstandes, der sich geschlossen vor den angegriffenen Kameraden stellt, anstatt die Berichterstattung einiger Medien zu hinterfragen. Der Chefredaktuer des angegangenen Blattes entblödet sich sogar nicht gönnerhaft einen Kommentar zu verfassen, in dem er sich als durchaus kritikwürdig gibt, aber auf gesittete Umgangsformen besteht. Das bis gestern noch auf bild.de ein Artikel zu finden war, in dem der Arbeitgeber des von Schweinsteiger angegriffene Kollegen mit keinem Wort erwähnt wurde, scheint darauf schließen zu lassen, daß man im Hause Springer doch erstmal nachschauen wollte, ob man nicht irgendwo was falsch gemacht hatte.

Es dürfte interessant sein, wie sich der Boulevard und besonders die Bild-Familie in den kommenden Wochen zu Schweinsteiger verhalten wird. Sollte es für die Bayern nicht zur Champions League reichen, kann man wohl davon ausgehen, daß der Alleinschuldige im Mittelfeld des Rekordmeisters gesucht wird.

Um die Chaoswochen der Bundesliga abzurunden, hier ist noch ein hervorragend geschriebener (langer!) Text vom spielbeobachter zu den Zuständen beim 1.FC Köln. Eine pointierte und sehr gut beobachtete Zusammenfassung der Kölner Medienlandschaft und ihrer Funktionsweisen.

Wird Zeit für die Sommerpause…

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