Auswärtsspiel: TSV 1860 München – Karlsruher SC 2:1 (Allianz-Arena)

Ich scheine es mir mittlerweile mehr oder weniger angewöhnt zu haben bei meinen Besuchen in anderen Städten diverse Sportereignisse in meine Tagesplanung einzubauen. Mir war das nie so bewußt, aber auch bei meinem letzten Besuch in der bayrischen Landeshauptstadt bot es sich an, ein Fußballspiel mitzunehmen, und da der Serienmeister der ersten Liga zur Zeit noch spielfrei hat, war es sehr angenehm, einmal dem sympathischen Chaosclub aus Giesing bei der Leibesertüchtigung zuzuschauen. Mit Chaosclubs kennt der Rheinländer sich ja schließlich aus.

Und so packte ich den Münchner Teil meiner Verwandtschaft (Schwester, ihr Freund und deren gemeinsame, kleine Tochter) ins Schlepptau, bzw ließ mich von Ihnen bis in das Herz des Bösen, auch bekannt als die Allianz Arena in München-Fröttmanning begleiten. Das Hinkommen ist per Auto eigentlich gar nicht so problematisch. Wir brauchten aus dem Westend nur ca. 20 Minuten, bis der umgekippte Autoreifen in Sichtweite war. Die Verkehrsführung bis zu den Parkplätzen gestaltete sch allerdings ein wenig unübersichtlich und die Aussicht auf einen wegelagererähnlichen Betrag von € 8,- für das Spiel war schon mal ein erster Dämpfer. Bis zum Stadion muß man dann noch eine ganze Ecke laufen und wenn man nicht aufpaßt, dann rennt man an den Kassenhäusschen einfach vorbei.

Wir hatten uns recht kurzfristig zum Besuch des Spiels entschlossen und wollten eigentlich – böses Wort – in den Familienblock. Da ich allerdings nicht als kleiner Sohnemann der stolzen Eltern durchging, mußten wir uns mit Plätzen im Oberrang Nord begnügen, die wohl das Günstige darstellten, was im Angebot war. € 19,90 pro Person (Kleinkind frei) sind jetzt noch ohne, andererseits ist das halt nicht Oberliga, sondern eben Profifußball und das Stadion ist auch ein wenig moderner. Muß sagen, für den preis waren die Plätze echt nicht schlecht.

Da wir von Süden her kamen, mußten wir einmal um das Ding rumlaufen und dabei fällt einem wieder auf, wie künstlich das Stadion wirkt. Es steht halt auf dem platten Land mit so gut wie nichts drum herum. Das mag der Trend sein, mir gefällt das nicht wirklich.

Der Besucherzuspruch war den Umständen entsprechend okay, würde ich mal sagen. In der zweiten Halbzeit gab der Stadionsprecher die Besucherzahl mit 26.600 an. Weil die Oberränge bei Spielen von 1860 wohl grundsätzlich gesperrt bleiben, würde ich das Fassungsvermögen mal auf ca. 55.000 schätzen. Halbvoll also. Auffällig war von Beginn an die etwas schiefe Akustik. Wir saßen direkt gegenüber der Gästfans vom KSC, die ziemlich gut zu hören waren. Der Löwen-Block unter uns kam allerdings ein wenig schwach auf der Brust daher, was wenig Sinn macht, weil der Support schon ziemlich gut und durchgängig war. Der Lärm kam nur einfach nicht den Oberrang hinauf.

Grundsätzlich war das Stadion spektakulärer als das Spiel. Ich hatte die Ränge bei weitem nicht so steil erwartet, eine sehr positive Überraschung. Bei ausverkauften Bayern-Spielen müßte in so einer Hütte eigentlich der Baum brennen. Umso enttäuschender, daß das in der Glotze nicht rüberkommt. Ein wenig besorgniserregend sind allerdings die Trppen in die Blöcke. Die sind extrem schmal. Gut, es gibt jede Menge von denen, aber trotzdem, daß hätte man wesentlich eleganter lösen können.

Zur Halbzeit wollten wir mal die Verpflegungsstationen auschecken, die natürlich nur mit diesen dämlichen Karten zu benutzen sind, die man vor dem Stadion erwerben muß. Positiv: es ist kein Pfand auf der Karte. Wirklich schneller kommt man allerdings nicht an die Reihe und die Beschilderung ist auch ein wenig verwirrend. Es gibt für jeden Geschmack etwas. Wenn allerdings „Pizza, Bratwurst und Getränke“ angepriesen werden und es dann keine Bratwurst gibt, dann kann das ein wenig frustrierend sein. Die Bratwurst gab’s dann nebenan, und auch wenn ich vom Schnitzel im Brot zur Wurst ausweichen mußte, fand ich den Brater doch sehr gelungen und schmackhaft. Die Theke für „Kaffee und Kuchen“ hinter der Haupttribüne habe ich mir allerdings geschenkt. Ist dann wohl eher was für die Münchner Bussigesellschaft, die sich nicht so sehr für das Spiel interessiert.

Überhaupt, ich hatte schon den Eindruck, daß die Leute, die da waren (und in unserem Block saßen), wegen des Spiels da waren und im Gegensatz zu uns, weniger das Event suchten. Sehr angenehm, aber auch ein wenig schade, weil das Stadion durch so wenig Zuschauer eben extrem riesig wirkt.

Alles in allem sind wir für den Besuch (Eintritt, Verpflegung, Parkhaus) fast € 100,- losgeweroden, was, wenn man sich das mal vor Augen hält, eine ziemliche Stange Geld ist. Das kann ich mir jedenfalls nicht alle 14 Tage leisten.

Das Spiel war, wie gesagt, nicht der Rede wert. 1860 konnte einige schräge Rafati-Pfiffe wegstecken und gewann am Ende verdient mit 2:1. Für den nächsten München-Besuch steht dann das Stadion an der Grünwalder Straße auf dem Programm. Regionalliga Süd. Man muß ja wissen, was die gleichklassige Konkurrenz so macht.

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