Hauptsache nicht verloren (VfL Bochum II – Fortuna Köln 1:1)

Das war er dann also, der Auftakt in die neue Regionalligasaison. Und im Grunde genommen isses ganz gut, daß der endlich aus dem Weg geräumt worden ist. Mit dem Ergebnis kann man im Grunde genommen zufrieden sein, mit dem Zustandekommen überhaupt nicht. Da liegt noch einiges an Arbeit vor dem neuen Trainer Uwe Koschinat.

Zum Spiel: in der ersten Halbzeit eine glatte Katastrophe. Uninspiriert, fahrlässig, ängstlich. Nach einer netten Kleinstchance zu Beginn verlor die Fortuna in der Lohrheide völlig den Faden und ließ sich gegen engagiert, aber nicht drückend überlegene Bochumer Bubis immer weiter hinten reindrücken. Es funktionierte überhaupt nichts. Nun gut, vielleicht sollte man sich auch nicht am Tag vorher so eine Galavorstellung der Dortmunder zu Gemüte führen, daß zerballert einem wohl die Feinjustierung auf durchschnittlichen Regionalligafußball. Aber die Schwachpunkte waren doch schon ziemlich eklatant.

Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll. Am besten in der Abwehr. War die überhaupt auf dem Platz? Weder im Spielaufbau, noch in der Rückwärtsbewegung war da auch nur ein Hauch von Regionalligatauglichkeit zu erkennen. Abstimmung war nicht vorhanden, man dilletierte vielmehr fröhlich vor sich hin, fand keine Anspielstationen vorne und ballerte deswegen die Bälle einfach blind nach vorne. Das Mittelfeld fand überhaupt keinen Zugriff auf’s Spiel und hing zwischen Defensive und Sturm völlig in der Luft. Nun ja, und ganz vorne kam eben nix an außer irgendwelchen Mondbällen, die kein Mensch vernünftig verarbeiten kann.

Ist das zu hart? Vielleicht, aber die Vorstellung war nach allem, was man über die Vorbereitung gehört hatte – in der aus allen Ecken eigentlich nur Positives zu hören war – einfach nur ernüchternd. Das es nur mit einem 0:1 Rückstand in die Kabinen ging war mehr als glücklich. Bochum II hätte da sicher nachlegen können.

Wenn man Lichtblicke erkennen wollte, dann sicher anhand der Reaktionen nach dem Seitenwechsel. Fortuna kam sichtlich bemüht zurück auf’s Feld und drückte, oder besser, versuchte zu drücken. Zählbares sprang dabei vorerst nicht heraus, die Abwehr war immer noch nicht zu 100% sattelfest, hatte aber wenigstens viel weniger zu tun. Und vorne wurden endlich, wenn auch harmlose, Möglichkeiten kreiert. Und als dann alles darauf hindeutete, daß das so ein Spiel wird, bei dem eine Mannschaft stundenlang spielen kann, ohne eine Tor zu schießen, da fällt durch einen Zufall der Ball vor die Füße von Silvio Pagano und es steht 1:1. Und dabei blieb es dann auch bis zum Schlußpfiff.

So bleibt alles in allem eine Menge Arbeit bis zum Heimauftakt geegen Wuppertal. Der Trainer weiß die Leistung von gestern jedenfalls realistisch einzuschätzen:

„Wir haben hier nicht das gezeigt, was wir uns vorgenommen haben. Unser Punktgewinn war wirklich glücklich.“

Beim Reviersport packt er noch eine Schippe drauf:

„Unsere jungen Gegner waren taktisch hervorragend geschult und hätten in den vielen Kontern längst die Entscheidung herbeiführen können. (…) Ärgerlich waren aber die Slapstick-Einlagen. Und was ich gar nicht verstehen kann, ist, dass die Youngster des VfL gegen meine Männermannschaft dominant waren.“

Der einzige positive Lichtblick der Mannschaft war meiner Meinung nach sicherlich Neuzugang Dieter Paucken, der durch herrliche Paraden ein ums andere Mal einen höheren Rückstand verhinderte. Eine echte Verstärkung.

Noch ein paar Anmerkungen zum Streamangebot bei deinfussballclub.de: den Kommentar lasse ich mal außen vor, im Gegenteil, es ist ganz angenehm, daß jemand einen bei der Hand nimmt und ein wenig durch’s Spiel führt. Das sich daran die Geister scheiden liegt auf der Hand. Aber er ist jetzt nicht so schlimm wie beispielsweise Bela Rethy oder Wolff Fuss. Bei der Bildqualität ist ein Kommentator allerdings auch dringend notwendig. Es ist so gut wie nichts zu erkennen, das Bild ist extrem pixelig, es gibt keine Vollbild-Funktionen und sobald jemand in diesem überflüssigen Chatfenster etwas schreibt, ruckelt und stockt alles. Zu allem Überfluß riß die Übertragung einige Male auch einfach ab und ich mußte die Seite neu laden.

Das ist für ein Bezahlangebot schon eine extrem schwache Leistung. Ich kenne mich nicht wirklich aus, habe aber Streams auf Seiten wie justin.tv oder ustream.tv gesehen, die fast TV-Qualität haben und wesentlich flüssiger laufen, auch bei über 400 Zuschauern. Und das trotz eines Chatfensters nebendran. Und dieses Fenster hatte den netten Nebeneeffekt, daß man es abschalten konnte. Da besteht also noch ziemlich Verbesserungsbedarf. Aber gut, ich für meinen Teil war schonmal froh, daß ich überhaupt bewegte Bilder gesehen habe, nachdem ich in der letzten Saison so gut wie immer in die Röhre gucken mußte, weil nichts funktionierte.

Mannschaftsaufstellung:
Paucken – Caspers (ab 72. Minute Gietzen), Haben, M. Schäfer, Bartsch – Kühn (ab 56.  Minute Ende), Kessel, Laux, Nottbeck (ab 74. Minute Moritz) – Pagano, Montabell

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