Das Grauen kommentiert – Markus Höhner (Sport1)

Ich gebe zu, ich rege mich häufiger über Kommentatoren, gerade im Privatfernsehen, auf. Zu sensationsheischend, zu marktschreierisch, zu weit weg vom eigentlichen Geschehen auf dem Platz. Kurz gesagt: zu inkompetent. Ich nehme für mich wirklich nicht in Anspruch, daß ich im Bezug auf Fußball allwissend bin. Aber wenn selbst mir Dinge geläufig sind bzw auffallen, die der Mensch, der mir ein Livespiel präsentieren soll, nicht mitbekommt oder parat hat, dann kann das ein sehr frustrierender Abend werden. So geschehen gestern beim Zweitligaspiel zwischen Eintracht Frankfurt und Fortuna Düsseldorf auf Sport1.

Nun darf man vom Ex-DSF nicht wirklich Tolles erwarten. Das man diese Zweitligasaison mit dem Spruch „die kultigste zweite Liga aller Zeiten“ bewirbt sagt eigentlich schon alles. Wobei es auch sein kann, daß ich den Schuß nicht gehört habe, und die Kollegen aus München sich gehörig selbst auf den Arm genommen haben mit dem Slogan. Geschenkt. Aber was Markus Höhner gestern am Mikro für Verbalakrobatik veranstaltet hat, war selbst als Einschlafhilfe nicht zu gebrauchen.

Höhner ist einer der Kommentatoren, die ohne ihren Zettelkasten mit allerlei unnützen Informationen zu den Spielern auf dem Feld nicht zurecht kommen. Sie sind quasi hilflos. Das zeigt sich extrem eklatant, wenn er gerade seine endlosen Geschichten anbringen will und sich währenddessen auf dem Platz eine Chance für eine der beiden Mannschaften ergibt. So passiert in den ersten Minuten gestern. Frankfurt drückt und kommt gefährlich vor das Tor der Düsseldorfer und Höhner hat nichts besseres zu tun, als erstmal seinen Gedanken zu einem Spieler, der in diesem Moment extrem weit weg von der Situation steht, zu Ende zu bringen. Er ignorierte einfach das, was sich vor seinen Augen zutrug. Er enthielt es dem Zuschauer vor.

Es dauerte geschlagene 3 Minuten, bis er zum ersten Mal auf eine Spielsituation einging, und das auch nur, indem er den Namen des ballführenden Spielers nannte.

Beim Tor der Eintracht bestand er auf einen Torwartfehler von Michael Ratajczak, obwohl man nach trölftausend Zeitlupen wenigstens erahnen konnte, daß der Düsseldorfer Abwehrspieler den Ball irgendwie abgefälscht hatte. In einer Situation, in welcher Assani Lukimya, seines Zeichens Abwehrspieler der Fortuna, ausrutschte und Theofanis Gekas so eine Chance eröffnete, bestand er minutenlang darauf, daß es sich bei dem Unglücksraben um Anderson handelte. Mit dem kleinen Haken, daß der leider beim Gegner spielte. Höhner korrigierte seinen Fehler schelmisch lachend Minuten später, als habe er gerade aus Versehen sein Bier umgekippt. Wahrscheinlich hatte ihm jemand in der Zwischenzeit einen Zettel reingereicht.

Die Krönung war allerdings, als er das Rückspiel des spanischen Supercups bewerben wollte. Man halte sich das vor Augen: Sport1 hatte am Vorabend den Clasico live übertragen und den ganzen Tag über aus allen Rohren drüber berichtet, sogar noch kurz vor Anpfiff in „Bundesliga aktuell“. Die Leistung von Mesut Özil wurde dabei natürlich besonders hervorgehoben. Was macht Höhner? Setzt noch einen drauf und dichtet Özil während  seines Livetrailers einfach mal zwei Tore an. Die richtigen Torschützen für Real Madrid hießen Özil und Xavi Alonso. Immerhin 50% richtig. Diesen Lapsus korrigierte er nach der Pause, allerdings ohne auf seinen Fehler hinzuweisen.

Mein einziger Anspruch an einen Sportreporter ist, daß er mir das, was auf dem Feld passiert, beschreibt und für mich verständlich macht. Ich möchte nicht wissen, welcher Spieler mit welcher Schnalle wo zu Abend gegessen hat, mich interessiert nicht, wer mit welchem Auto zum Training fährt und die Hobbies der Kicker gehen mir auch am Arsch vorbei. Allerdings ist all das das Metier von solchen Flachzangen wie Markus Höhner, die eben nicht das Spiel kommentieren, sondern denen „das Drumherum“ wichtiger ist. Die Emotion steht im Vordergrund, nicht das Spiel an sich.

Bei Leuten wie Höhner habe ich den Eindruck, daß da jemand wie ich am Kommentatorenpult sitzt. Jemand, der glaubt, einiges, vielleicht sogar fast alles über Fußball zu wissen, aber nicht wirklich Ahnung hat. Hinzukommt, und da unterscheidet er sich wahrscheinlich von mir, daß er den Eindruck macht, als ob er noch nie in seinem Leben gegen einen Ball getreten hat. Anders kann ich mir seine Einschätzungen, wenn er sich denn dann mal um’s Spielgeschehen kümmert,  manchmal nicht erklären. Lächerlich wird es, wenn er seinen Lieblingsverein aus Köln-Müngersdorf kommentieren darf. Seine Auslassungen zum FC im Doppelpass nach dem ersten Spieltag machten den Anschein, als beziehe er sein komplettes Wissen aus der Lektüre der Kölner Boulevardmedien. Ach was, wahrscheinlich ruft er einfach immer in der Sportredaktion des Express an, um sich schlau zu machen.

Sicher ein Extrembeispiel, aber doch veranschaulicht jemand wie Markus Höhner ziemlich gut, wie abgrundtief schlecht es um die Gilde der deutschen Sportjournalisten im allgemeinen und der Fußballberichterstatter im Besonderen bestellt ist.

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5 Gedanken zu „Das Grauen kommentiert – Markus Höhner (Sport1)

  1. Herr Höhner hat sicher ein profundes Fachwissen,bereitet sich minuziös auf seine Reportagen vor,aber,und es tut mir leid es so direkt sagen zu müssen,er labert mir bei jeder Reportage beinahe beide Ohren ab.Was die Sache auf einen von anderen Reportern unerreichbaren Höhnerpunkt,oh Verzeihung,Höhepunkt bringt,sind die ungeheuerlichen emotionalen Schwankungen in seinen höchst ermüdenden Ausschweifungen,während doch direkt vor seinen Augen ein Fußballspiel stattfindet.
    Ich für meinen Teil habe Gott sei Dank die Möglichkeit den Ton komplett abzuschalten,sonst müßte ich es vor lauter „Müdelaberung“ mit Sport1 machen.Eineinhalb Stunden GEHT EINFACH NICHT !!! Sorry Herr Höhner

  2. Moin aus Dettelbach am Main und mit der Feststellung, das vorgehender Kommentar vor 2 Jahren an Gültigkeit nichts aber auch gar nichts an Aktualität verloren hat. Der Herr Hoehner muss angetrunken sein, vielleicht sollte ihm gesagt werden, das die Leute draussen vor dem Fernseher sitzen und nicht vor dem Radio. Wie lange kann es sich eine TV-Anstalt erlauben, solch einen Laienschauspielet zu beschäftigen.
    Diese Zeilen beziehen sich auf dad laufende A-Jugendendspiel in Rostock.

  3. Paderborn – Fortuna 1:2 – Herr Höhner hatte tatsächlich Paderbon als das „bessere Team“ gesehen.
    Also solche Unkenntnis „seines Fachgebiets“ schlägt dem Fass den Boden aus.
    Pohhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh

    Dieser (trinkt der eigentlich auch schon tagsüber gerne…?) selbstgefällige Labersack (…er verhält sich unverbesserlich von ein Unzahl genervter Hörer (überall im Netz) und auf dem oben beschriebenem unterirdischen kritisiertem Niveau.
    Wann endlich wird diese unsäglich und kaum noch zumutbare „Berichterstatter“ vom Sender in den Innendienst oder in die Wüste versetzt…?

  4. 2. Bundesliga 5.4.2014
    PADERBORN – DÜSSELDORF 1:2

    Herr Höhner hat als wirklich einziger (!!!) der 18.000 Zuschauer den FCP als „die bessere Mannschaft“ gesehen.

    Wieviel Unsachkenntnis ist eigentlich bei diesem Sender noch erlaubt ?
    Die oben (in den anderen Posts) beschriebenen Negativ-Attribute (in puncto Selbstgefälligkeit und substanzloser Laberei) zu dessen sinnentfremdender Herumquatscherei sind leider nach wie vor höchst-aktuell.
    Das ist eine Zumutung !
    Und das wäre selbst im Öffentlich-Rechtlichen Staatsfernsehen als untragbar eingestuft worden und schon längst mit Ausschluss bedacht worden.
    Man muss sich wirklich fragen, ob Herr Höhner nicht schon immer v o r dem Spiel den VIP/Presseraum mit der Groß-Auswahl an alkoholischen Getränken besucht….tssst..tssst

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