Der Fluch der Zweitvertretungen (Fortuna Köln – Bayer Leverkusen II 2:2)

Es hat nicht sollen sein. Wobei man sich im Nachhinein sicher nicht beschweren kann. Den vermeintlichen Abseitstreffer in der Schlußminute (ich gebe offen zu, ich konnte von meinem Platz aus rein gar nichts erkennen) hätte wahrscheinlich jeder Zuschauer gerne genommen. So aber blieb es am Samstag bei einem dann doch leistungsgerechten 2:2 Unentschieden zwischen der Fortuna und den Gästen aus Leverkusen

Die hatten nämlich den weitaus besseren und energischeren Start in die Partie. Fortunas Dieter Paucken wurde ein ums andere Mal gefordert und kratzte beispielsweise einen sehenswerten fernschuß elegant aus dem Winkel. Das Glück endet aber für jeden Torwart mal und so flutschte ihm nach einem recht üppigen Regenschauer eine Ecke durch die Finger (okay, er faustete eher vorbei) direkt vor einen einschußbereiten Leverkusener und schon lag die Fortuna zurück. Das ist gegen die Zweitvertretungen von Profimannschaften mittlerweile ja nichts Neues, insofern war auch niemand überrascht.

Die Mannschaft selbst anscheinend auch nicht, denn die drückte gleich auf den Ausgleich und wurde nach einem sehenswerten Freistoß von Lukas Nottbeck belohnt, als der Sohn von Rüdiger Vollborn, Fabrice, im Tor der Gäste den Schuß nur noch ans Lattenkreuz lenken konnte und Kapitän Mitja Schäfer abstaubte. Im Anschluß erarbeitete sich Fortuna weitere, wenn auch nicht zwingende Chancen und schaffte so ein leichtes Übergewicht.

Mit dem Unentschieden ging es in die Pause, in der ich mir endlich mal wieder eine Bratwurst gönnen konnte. Zudem kann man für Tribünenplätze sicherlich mit der Überdachung werben. Allerdings scheint das Dach im Südstadion so langsam in die Jahre zu kommen. Anders ist die Flucht des vor mir sitzenden Herren nicht zu erklären, der den tropfen ausweichen musste, die ihren Weg durch die Konstruktion über ihm fanden. Unschön so was. Das Photo zeigt nur die Stelle, an der es bei mir durchtropfte, es waren allerdings noch ein paar mehr feuchte Stellen zu erkennen.

Wie dem auch sei, der Regen hatte aufgehört und Fortuna erspielte sich nach dem Wechsel ein paar Chancen, kam dann aber eher zufällig zum Torerfolg. Eine flache Ecke, wiederum von Nottbeck, konnte Stefan Haben am kurzen Pfosten einschieben. Danach ließ sich die Mannschaft allerdings unverständlicherweise sehr weit nach hinten fallen und kam, wenn überhaupt, nur noch über Konter vor das Tor der Leverkusener.

Das wäre alles nicht weiter schlimm gewesen, wenn Paucken sich nicht kurz vor Schluß noch einen Bock erlaubt hätte. Einen Fernschuß konnte er nur nach vorne abwehren, wo er von einem Leverkusener Angreifer aufgenommen und ins Netz geschoben wurde. Was faszinierend war, war die Tatsache, daß dieser Treffer mitten in eine gesangliche Hochphase des Fortuna-Anhangs fiel. Die ließen sich auch erstmal nicht vom Singen abbringen. Im Gegenteil, die Anfeuerung wurde noch forciert. Wenn man an diesem Nachmittag eines nicht kritisieren konnte, dann den Support, der war vorbildlich. Und fast wäre er ja auch noch belohnt worden. Hamdi Dahmani soll Abseits gestanden haben, als er mit dem Schlußpfiff den Ball über die Linie drückte. Nachweisen kann das niemand, wenn das Schiedsrichtergespann es so gesehen hat, dann muß man das hinnehmen (hier ein Bild von Surfguard, auf dem man erahnen kann, daß es vielleicht kein Abseits gewesen ist.). Es wäre, wenn man ehrlich ist, auch nicht wirklich verdient gewesen. Beide Mannschaften waren gleich stark und so geht das Unentschieden dann schon in Ordnung.

Die traurige Serie gegen zweite Mannschaften bleibt also ebenso bestehen wie die Abfolge von Spielen ohne Niederlage in dieser Saison. Daran, und an dem leidenschaftlichen Einsatz, kann man sich aufrichten und auf das nächste Spiel (gegen Sportfreunde Lotte) hoffen. Wo in der letzten Spielzeit häufig nach Gegentreffern eine gewisse resignation spürbar war, wurde dieses Mal nicht der Kopf in den Sand gesetzt. Wie Fortuna nach dem Ausgleich noch auf den Siegtreffer drängte, war schön anzusehen und macht Appetit auf mehr.

Abschließend noch ein kurzes Wort zum Empfang von Ex-Trainer Matthias Mink: ja, es gab vereinzelte Pfiffe bei der Vorstellung, aber die waren nicht der Rede wert.

Mannschaftsaufstellung:
Paucken – Caspers, Haben, M. Schäfer (ab 84. Minute Dahmani), Heinze – Kühn, Laux, Nottbeck (ab 75. Minute Yilmaz), Kessel – Montabell, Moritz,

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