Gegenreaktion (Fortuna Köln – SC Idar-Oberstein 2:0)

So ganz schlüssig kann man sich noch nicht sein, was die Bewertung des vergangenen Heimspiels gegen den bedauernswerten SC Idar-Oberstein angeht, aber wenigstens hat sich die Fortuna nicht schon wieder bis auf die Knochen blamiert. Im Gegenteil, phasenweise war das richtig schön anzusehen, was da auf den Rasen gebracht wurde.

Die auffälligste Änderung beim Personal war auch gleichzeitig die überraschendste. Dieter Paucken mußte seinen Platz für Jonas Sela räumen und den Grund kennt Uwe Koschinat wohl ganz alleine. Sicher, Paucken hatte ein paar Bolzen drin in den letzten Spielen, war aber sicher nicht für die Niederlagenserie alleinverantwortlich zu machen. Außerdem durfte Hamdi Dahmani von Anfang an ran.

Ob es an den Wechseln lag, kann man sicher nicht beurteilen, aber die Mannschaft begann vom Anpfiff weg sehr engagiert und machte den Eindruck, als ob sie die Leistungen der vergangenen Wochen vergessen machen wollte. Idar-Oberstein konnte sich so gut wie gar nicht aus der Umklammerung der Fortuna lösen. Allerdings sprangen kaum erwähnenswerte Chancen heraus, alles was in Richtung Gästestrafraum flog, war mehr oder weniger harmlos.

So ging es torlos in die Pause und dieses flaue Gefühl im Magen, daß da in der zweiten Halbzeit etwas schief laufen wird, mußte erstmal mit Verpflegung bekämpft werden. (Anmerkung: sowohl Wurst als auch Kölsch habe ich vor dem Anpfiff verzehrt, aber es passte so schön in den Erzählfluss).

Nach dem Wechsel ging es unverändert weiter, größtenteils in eine Richtung, bis die Hilfe aus einer unverhofften Richtung kam. Nach einem Angriff der Fortuna rollte der Ball Richtung rechte Außenlinie, als urplötzlich Steffen Moritz zu Boden sank. Ein Foul, natürlich, aber wo? Von meinem Platz aus konnte ich nur erahnen, daß das irgendwo in Strafraumnähe gewesen sein mußte, aber wirklich gesehen hatte es anscheinend niemand. In den wenigen Sekunden der Ungewissheit schien es allen 700 Anwesenden so zu gehen wie mir. Als der Schiedsrichter dann nach Absprache mit seinem Assistenten auf den Punkt zeigte, schien, wie die Reaktion des Publikums andeutete, niemand so recht dem Braten zu trauen. Silvio Pagano war’s egal, er schob zur 1:0 Führung ein (50.).

Nach einer Führung bricht die Fortuna ja normalerweise mit unschöner Regelmäßigkeit ein. Dem schien die Mannschaft entgegenwirken zu wollen. Man spielte weiterhin engagiert nach vorne und erarbeitete sich weitere Chancen. Allerdings nur für ein paar Minuten, dann verfiel man wieder in den ewig alten Trott und ließ sich immer weiter gegen einen in seinen Mitteln durchaus als limitiert zu bezeichnenden Gast aus Idar-Oberstein in die Defensive drängen. Das es in dieser Phase nicht zum Ausgleich kam, ist dem Unvermögen der Gäste geschuldet gewesen.

Die Fortuna fing sich wieder und erhöhte nach einer sehr schönen Einzelleistung von Fabian Montabell, der sich auf links durchsetzte und maßgenau auf Lukas Nottbeck flankte, auf 2:0 (66.). Damit war das Spiel im Grunde genommen durch. Es boten sich noch Chancen, etwas für das Torverhältnis zu tun, aber wiederum Montabell mit einem herrlichen Schlenzer, der leider nur den Pfosten traf, und auch der eingewechselte Kevin Kruth per Fallrückzieher, scheiterten. So blieb ein wenig Zeit für die Fans sich zu vergnügen, u.a. mit dem von der Mülltonn‘ inszenierten Fortuna-Walzer. Sah sehr schön aus, Jungs. Überhaupt, der Support war wiedermal top.

Was diese Punkte wert sind, wird sich zeigen. Eine Reaktion auf die miserablen Darbietungen in den letzten Partien hat es jedenfalls gegeben, das macht Hoffnung. Die üblichen Verdächtigen haben ihre Berichte zum Spiel auch schon draußen. Im Stadtanzeiger vermeint Philipp Sagioglou mehrere Tonnen Steine von diversen Herzen fallen gehört zu haben. In der Rheinzeitung sieht Florian Zerfaß den Elfmeterpfiff als die entscheidende Szene der Partie. Der Express hat in seiner Sammelmeldung zum Kölner Fußballgeschehen sicherlich das schönste Bild von der strittigen Episode und wenn man das so betrachtet, dann wird der Elfmeter immer schräger.

Mannschaftsaufstellung:
Sela, Bartsch, Haben, M. Schäfer, Caspers,  Pagano, Kühn, Nottbeck (ab 86. Minute Laux), Dahmani (ab 61. Minute O. Yilmaz), Montabell, Moritz (ab 78. Minute Kruth)

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