Der „Höhner“ der Woche (I) – Oliver Forster (Sport1)

In unregelmäßigen Abständen (wöchentlich bekomme ich das eh nicht auf die Reihe), so habe ich mir überlegt, will ich mich einer meiner Lieblingsbeschäftigungen widmen. Nämlich mir das Maul zu zerreißen über einen Berufsstand, in dem ich sicher komplett versagen würde, der mich aber beinahe jedes Wochenende (und mittlerweile auch vermehrt unter der Woche) zur Weißglut bringt. Ja, Sportkommentatoren im Allgemeinen und die Fußballspezialisten im Besonderen. Und warum dieser Award auf den Namen „Höhner“ hört, möge hier einfach mal nachsehen.

Mein erster Preisträger ist Sport1-Kommentator Oliver Forster, der diese Woche für die Übertragungen vom Carling Cup abgestellt war. Ich bin ja wirklich einiges gewohnt und man bleibt, gerade in Deutschland, auch von nichts verschont, aber Forster ist wirklich ganz schweres Geschütz. Was der vor’m Mikro abzieht, spottet eigentlich jeglicher Beschreibung. Gut, Kommentatoren, die von den 90 Minuten gefühlte 85 nur über irgendwelche Randthemen, nicht aber über das Spiel an sich reden, gibt es ja wie Sand am Meer. Eine derartige Thekenatmosphäre wie Forster so zelebriert (ich sehe vor meinem geistigen Auge quasi die Flasche Mariacron auf dem Tisch), ist, mit Verlaub, unter aller Sau. Wenn ich so etwas haben will, dann kann ich mich auch mit meinen Kumpels betrinken und das Spiel anschauen. Den Kommentar besorge ich mir von alleine. Und mehr bekomme ich dann sicher auch nicht mit als Forster, dem selbst die kleinsten Dinge entgingen. Wenigstens hatte er den Schneid, die nachzureichen. Gelingt auch nicht allen seiner Kollegen.

Beispiel? City gegen United, Mitte erste Hälfte. Vincent Kompany springt mit beiden Beinen in seinen Gegenspieler. Mir taten sämtliche Knochen unterhalb der Hüfte allein vom Zusehen weh, da schwadronierte der Herr am Mikrophon noch über irgendwelche Nebenkriegsschauplätze. Erst als die Kamera das Rudel um den Schiedsrichter zeigte, schien er sich genötigt zu fühlen auf die Szene einzugehen.

Mir ist klar, daß die armen Jungs von Sport1 in München allein vor einer Glotze hocken während sie kommentieren und nicht vor Ort im Stadion sind. Aber so was muß man sehen. Und kommentieren. Und nicht stur seinen Zettelstapel abarbeiten, der mit irgendwelchen nutzlosen Infos gespickt ist. Auf dem Stand dann beispielsweise die unglaublich interessante Geschichte mit Wayne Rooneys Haartransplantation. Kann man mal bringen, geschenkt. Aber die joviale Schenkelklopferart, mit der Kollege Forster das Ganze rüberbrachte erreichte neue Tiefpunkte.

Ein Beitrag zu Ehrenrettung sei ihm gegönnt. Die Geschichte, daß Liverpool erst seit 1964 komplett in Rot spielt, war auch mir neu. Das wiegt allerdings nicht den restlichen Kappes auf, den er verzapft hat.

Nein, diesen Mensch braucht niemand vor einem Mirkophon, jedenfalls vor keinem, daß eine Sportveranstaltung begleitet. Soll ins Formatradio wechseln und da die Frühschicht machen. Mit Ballermann Superhits und diversem Chartschrott. Aber um Himmels Willen kein Fußball mehr…

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