Der “Höhner” der Woche (II) – Marcel Meinert (sky)

Fortsetzung der losen Reihe unterirdischer Kommentatorenleistungen. Heutiger Preisträger erarbeitete sich seine Trophäe am letzten Wochenende während des Zweitligasamstagsspiels zwischen 1860 München und der Fortuna aus Düsseldorf, arbeitet für sky und hört auf den Namen Marcel Meinert.

Gut, der Vogel sieht auf seiner Facebookseite schon eher aus wie ein Versicherungsvertreter, aber das ist wahrscheinlich der Corporate Identity seines Arbeitgebers geschuldet. Wenn er wenigstens seriös kommentieren würde…

Den üblichen Blödsinn leistet sich auch Meinert. Redet sich den Mund fusselig über eine Szene, man kann ja nix erkennen, worum ging es gleich? Und in der Zwischenzeit, also während seines Redeflusses, werden zig Zeitlupen über den Äther gejagt, die zeigen, daß, in diesem Falle Beister, einen Ellebogen in die Fresse bekommen hat. Will Herr Meinert aber erstmal nicht gesehen haben und wundert sich, warum der Spieler sich am Boden wälzt.

Nun, daß hebt ihn jetzt nicht von seinen Komplizen ab, das Ignorieren der Geschenisse auf dem Rasen gehört anscheinend zur Ausbildung eines Sportkommentators dazu. Wenn sich der Herr am Mikro allerdings dazu herabläßt ein, sagen wir mal, etwas flatterhaftes Torwartspiel mit (sinngemäß) diesem Satz zu unterlegen (Hervorhebung von mir):

„…jetzt bringt sich Király auch noch in Schwulitäten…“

…dann brennen bei mir schon ein paar Sicherungen durch. Genau diese Scheiße geht mir bei so gut wie allen Vertretern der Verbalakrobaten bei Sportveranstaltungen gehörig gegen den Strich. Ich kann es nicht ändern, daß man dieses Wort benutzt. Will ich ehrlich gesagt auch gar nicht. Die negative Konnotation müssen die Idioten, die es benutzen, schon selber erkennen. Aber gerade daß ein Sportreporter eines Senders, der Exklusivrechte an den Übertragungen des deutschen Profifußballs besitzt, meint sich vor seinem Mikro gebärden zu müssen wie in Gesellschaft seiner Kumpels auf der heimischen Couch oder in der Stammkneipe, ist widerlich. Wer sich als moralische Instanz aufspielt, wenn er an die Vorbildfunktion von Profisportlern appeliert (was zum Stadardrepertoir der Sportjournaille in D-Land gehört), der sollte die gleichen Maßstäbe auch an sich anlegen. Wenn ich Prollsprüche will, gehe ich in eine billige Asikneipe oder gleich ins Stadion. Vor der heimischen Glotze will ich mich mit so was nicht auch noch auseinandersetzen müssen. So eine Wortwahl konterkariert sämtliche Bemühungen, die sowohl von offizieller wie von inoffizieller Seite zur Toleranz im Fußball betrieben wird.

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