Überzeugend (Fortuna Köln – SC Wiedenbrück 3:1)

Endlich. Endlich, kann ich nur sagen. Endlich mal wieder ein Spiel im Stadion ansehen. Kalter Entzug kann so grausam sein. Wenn man dann mit einem so engagierten Auftritt belohnt wird, dann ist die Wirkung der Droge umso schöner.

Für meinen Anfahrtsweg hatte ich dieses Mal das Vergnüngen zum ersten Mal von meiner neuen Wohnung aus loszugehen. Jau, gehen. 10 Minuten Fußweg zum Stadion sind schon echter Luxus. Viel los war nicht, aber das Wetter war auch nicht wirklich einladend. Vielleicht wußte vorher niemand, wo das Team einzuordnen ist. Schien es auch selber nicht zu wissen. Denn in den ersten Minuten wirkte das alles ein wenig fahrig. Keine Struktur, keine klaren Aktionen, viel klein-klein. Ich hatte den Eindruck, daß die Fortuna sich nach vorne ein wenig schwerer tat. Wiedenbrück rückte schneller hinten raus und war durch Konter durchaus gefährlich, wenn auch nicht zwingend. Vielleicht lag das aber auch an dem gut gefüllten Lazarett der Fortuna. Zuletzt hatte sich ja Kevin Kruth schwer verletzt (Kreuzbandriss, fällt bis Saisonende aus).

Den gordischen Knoten zerschlug dann nach etwa einer halben Stunde Silvio Pagano, der einen schnellen Konter, der ausnahmsweise mal nicht nach der dritten Ansielstation versandete, mit einem Hammer vom linken Strafraumeck abschloß, Marke Traumtor. Die Mannschaft zog es sogleich zur Auswechselbank, um den Pechvogel Kruth zu grüßen. Nette Geste. Mit der Führung ging es dann auch in die Kabinen.

Nach dem Wechsel schien die Fortuna drauf und dran zu sein, alles klar machen zu wollen. Zwangsläufig fiel dann auch der zweite Treffer nur vier Minuten nach Wiederanpfiff. Oliver Laux hatte sich nach einem Eckball schön durchgesetzt und köpfte ein.

Das hätte eigentlich Sicherheit geben sollen, doch Wiedenbrück kam nur vier Minuten später zum Anschlußtreffer. Danach entwickelte sich ein durchaus offenes und interessantes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten, wobei gerade die linke Seite bei Fortuna mit Pagano stark wirbelte. Als sich der Gast eine gute Viertelstunde vor Schluß durch eine glatt rote Karte selbst dezimierte taten sich größere Räume auf, die Pagano mit seinem zweiten Tor in der Schlußphase nutzen konnte. Damit war das Ding gegessen und die drei Punkte in trockenen Tüchern.

Man scheint die unfreiwillige Pause gut genutzt zu haben. Was auf dem Platz zu sehen war, war durchaus ansprechend und ansehnlich. Allerdings solte Kapitän Schäfer mal an seinen Kopfballablagen arbeiten. Bis weit in die zweite Hälfte hatte er meines Wissens nicht eine einzige zum Mitspieler gebracht. Das sind verschenkte Bälle, die dem Gegner Chancen eröffnen, weil man sich selber schon in der Vorwärtsbewegung befindet. Aber das sollte sich sicher auch abstellen lassen.

Wie gesagt, alles in allem ein überzeugender Auftritt, der Lust auf mehr macht. Und mehr bekommt man in den kommenden Wochen ja durchaus. Unter der Woche geht es schon im Pokal weiter.

Mannschaftsaufstellung:
Paucken – Yilmaz, Laux, Schäfer, Lejan, Kühn (ab 90. Theißen) – Nottbeck, Pagano, Pospischil (ab 87. Kessel), Dahmani (ab 71. Ouedraogo) – Moritz

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