Problemlösungen op Kölsch (Bundesliga, 25. Spieltag)

"...un' datt mach' isch nach däm Spill mit däm Finke"

Man kann eigentlich mittlerweile die Uhr danach stellen, irgendwann wird es dem 1.FC Köln zu bunt, wenn er nicht genügend Aufmerksamkeit bekommt. Dann drängelt er sich in die Schlagzeilen. Da können andere Mannschaften noch so sehr durch leistung glänzen, der EffZeh sticht alle aus.

Da mag es für manche schon reichen, wenn der Verein (übertrieben gesagt) durch Automobilvandalismus oder Kneipenschlägereien für Unterhaltung in der hiesiegen Medienlandschaft sorgt. Das die Anhänger sich da nicht lumpen lassen wollen, mag dann auch nicht mehr verwundern (Stichwort Autobahn). Aber den Höhepunkt, quasi den alles stechenden Trumpf, den hebt man sich dann doch noch ein wenig auf, um ihn im Moment eines wichtigen Sieges gegen einen Konkurrenten im Abstiegskampf (der wirklich alles hatte, inklusive völlig sinnfreier roten Karten) gekonnt auf den Tisch zu knallen. Insofern ist die Entlassung von Volker Finke geradezu exemplarisch für das, was sich in den letzten Jahren am Geißbockheim mit schöner Regelmäßigkeit wiederholt.

Gut, seien wir ehrlich, wirklich überraschend kam das für den aufmerksamen Leser der Dumont-Journaille jetzt nicht. Der Stadtanzeiger hatte in der Woche vor dem Spiel gegen Hertha BSC schon aus allen Rohren gefeuert („Zum Wohl des FC: Einer muss gehen„). Das dieses Wohl der schreibenden Zunft nicht wirklich am Herzen liegt, hat sie schon des öfteren unter Beweis gestellt.

Was beim ganzen Triumphgeheul über den Abschuß übersehen wird ist, daß dieser Verein bis heute kein Konzept aufweist und immer noch in seiner eigenen Traumwelt lebt, in der die Begriffe „Weltverein“, „Champions League“, „Ansehen“ und „Tradition“ zu einer ungenißebaren Soße verschwimmen. Wochenende für Wochenende steht eine Zusammengewürfelte Mannschaft auf dem Platz, die mit Hängen und Würgen so gut es eben geht Punkte sammelt. Für höhere Weihen wird das niemals reichen. Und wenn der nächste Heilsbringer im Sommer von der Fahne geht, wie es überall geschrieben steht, dann dürfte die kommende Saison nicht gerade leichter werden. Glaubt man dem Boulevard, wird die nächste Karte mit Lokalkolorit schon im Ärmel versteckt. Patrick Helmes als der nächste Messias/Prinz/Heiland? Wer’s glaubt… Podolski kann man nur wünschen, daß er rechtzeitig die Tinte unter dem Vertrag mit Arsenal trocken bekommt. Und laut Umfragen bin ich wohl nicht der einzige, der das so sieht.

Mit den Milliönchen aus dem Prinzentransfer wird man keine neue Mannschaft bauen können. Aber vielleicht kann der Trainer, den ich persönlich für durchaus fähig halte, ja endlich eine Mannschaft nach seinen Vorstellungen formen. Ohne Diven im Sturm, unfähige Rechtsaußen und überforderte defensive Mittelfeldspieler. Zu wünschen wäre es der leidgeprüften Anhängerhschaft allemal.

In Vergessenheit gerät dabei doch glatt, daß man am anderen Ende der Tabelle wieder enger zusammengerückt ist. Und wahrscheinlich wird der bayrische Beißreflex schneller zurückkehren, als Uli Hoeneß und Jupp Heynckes einen Raum in Rotlicht tauchen können. Was aber, wie auch im beim Heimsieg von Schalke, wahrscheinlich wieder übergangen wird ist, daß der Gegner eben kein Maßstab war. Das Münchner Spiel habe ich nicht gesehen, aber Schalke wackelte derart in der Abwehr gegen einen eigentlich völlig harmlosen HSV, daß der nächste Rückschlag wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit ist. Fragt sich, wer dann die Pappnase auf hat.

München wird sich für das Rückspiel gegen Basel gerüstet sehen. Und wenn sie das packen, dann freue ich mich auf eine spannende Schlußphase der Saison. Dürfte lustig werden.

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