Revanche (Fortuna Köln – Sportfreunde Lotte 2:1)

Zielgerade des Heimspielmarathons. Wenn ich mich nicht verzählt habe, war ich während der letzten sieben Tage dreimal im Südstadion. Und wenn ich ehrlich bin, habe ich mich jedes Mal ziemlich gut unterhalten gefühlt. Umso erfreulicher, daß die Mannschaft den Anwesenden einen schönen Abschluß dieser Saisonphase bot.

Mit den Sportfreunden aus Lotte war aus der Hinrunde eh noch eine Rechnung offen. Die bittere 0:6-Klatsche tat weh. Das der Gegner es sich seitdem auf dem ersten Platz gemütlich gemacht hatte, schmerzt umso mehr. Eine gute Gelegenheit also um Charakter zu beweisen. Und das hat die Mannschaft getan.

Wie schon gegen Schalke begann die Fortuna furios und lag nach lag nach nur acht Minuten in Front. Wer hätte es gedacht, wieder war Silvio Pagano die Initialzündung. Lotte war bis dahin allerdings so aufgetreten, wie man sich einen Tabellenführer vorstellt. Dominant, motiviert, abgeklärt, zielstrebig. Der Führungstreffer traf mitten ins Herz. Umso ärgerlicher, daß der Ausgleich fast postwendend fiel. Schäfer ließ sich wie ein angetrunkener, russischer Tanzbär auf links übertölpeln, der Pass in die Mitte fand zwar keinen Abnehmer in Blau, wurde dafür aber von Lukas Nottbeck über die Linie gedrückt. Also alles zurück auf Anfang. Und hier kommt der Charakter ins Spiel.

Denn obwohl Lotte weiterhin den Druck hochhielt erstarrte Fortuna nicht wie das Kaninchen vor der Schlange, sondern ließ sich auf den Schlagabtausch ein. Und wäre fast belohnt worden. Eine Flippereinlage vor dem Gästetor brachte nur leider nichts Zählbares.

Hauptverantwortlich für das in meinen Augen wesentlich variablere Spiel der Fortuna war Timo Heber, der seit langem mal wieder von Anfang an ran durfte und auch gleich eine Menge Alarm machte. Es schien sich bezahlt zu machen, daß endlich ein Spieler auf dem Platz stand, der durch überraschende Aktionen Freiräume schaffte, die andere Spieler für sich nutzen konnten. Immer anspielbar, mit durchaus klugen Pässen und Spielverlagerungen. Hat mir sehr gut gefallen. Und ich würde mich freuen, wenn er häufiger eine Chance bekommen würde.

Bis zur Halbzeit entwickelte sich ein Spiel auf gehobenem Regionalliganiveau. Die Fortuna hatte im ersten Abschnitt das bessere Ende für sich, denn nach 23 Minuten konnte Steffen Moritz per Kopf die erneute Führung erzielen. Der umsichtige Christian Pospischil hatte den Freistoß getreten.

Die ansprechende leistung auf dem Platz wurde auch auf den Rängen honoriert. Ich habe schon lange nicht mehr einen so ausdauernden Support erleben dürfen. Nach dem Pokalaus in Düren war wohl doch einiges zerbrochen, aber die Mannschaft ist wohl auf einem guten Weg, der verspielten Kredit wieder zurückzugewinnen.

Nach dem Seitenwechsel zog sich die Fortuna leider zu sehr an den eigenen Strafraum zurück und suchte ihr Heil in Kontern. Dazu bräuchte man aber mehrere Paganos und bei allem Respekt vor Fabian Montabell, der Schnellste war er noch nie. So gelang es Lotte ein ums andere Mal gefährlicher vor den Kasten von Dieter Paucken zu kommen, ohne die spielerische Dominanz in Tore umzumünzen. Fortuna blieb durch Konter gefährlich.

Hektisch wurde es Mitte der zweiten Halbzeit, als ein Spieler der Gäste den bedauernswerten Nottbeck so umrasierte, daß er mit einer Platzwunde am Kopf ausgewechselt werden mußte. Während er verletzt am Boden lag, spielten die Gäste zunächst weiter, was ihnen den Unmut des Publikums einbrachte und die Stimmung noch mehr gen Siedepunkt kochen ließ. Nach mehreren Kontern, von denen mindestens einer ein Tor verdient hätte, drohte das ganze kurz vor Schluß zu kippen, als Pagano am rechten Eck des Gästestrafraums recht unsanft von den Beinen geholt wurde. Die konsequente rote Karte des über weite Strecken etwas erratischen Schiedsrichters nahm da wenigstens ein bißchen Druck vom Kessel.

So blieb es am Ende beim hochverdienten Heimsieg, der eine hervorragende Woche im Südstadion abrundete. Und weil es am Fanshopwagen noch Fahnen für billig gab, hab ich mich zur Feier des Tages da dann auch gleich nochmal eingedeckt. So kann’s weitergehen.

Mannschaftsaufstellung:
Paucken – Yilmaz, Laux, Schäfer, Moritz – Pospischil, Nottbeck (ab 61. Minute Habl), Pagano, Heber (ab 73. Minute Kessel), Dahmani (ab 89. Minute Theißen) – Montabell

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