Endspiele (Bundesliga, 30. Spieltag)

Ich scheine ein Talent dafür zu haben mir die spektakulärsten Bundesligaspiele mit schöner Regelmäßigkeit entgehen zu lassen. Das war schon beim mittlerweile legendären Hinrundenaufeinandertreffen zwischen Bayern München und 1899 Hoffenheim (wird ja von vielen gerne als das beste Bundesligaspiel aller Zeiten bezeichnet) so und gestern machte mir auch wieder die Arbeit einen Strich durch die Rechnung.


So blieb mir nichts anderes übrig, als mich an einen Radiostream zu klemmen und das Geschehen so zu verfolgen. Das hat einerseits den Vorteil, daß man sich nicht mit völlig inkompetenten TV-Kommentatoren herumärgern muß (mal ehrlich, wer ist eigentlich auf die Schnapsidee gekommen den Firlefranz bei so einem Spiel zum Co-Kommentator zu machen?), andererseits allerdings den Nachteil, daß man sich eben kein eigenes Bild machen kann, weil man ja – wie logisch – nichts sieht. So klang es dann aus dem Munde von Frau Töpperwien so, als ob der BVB in der ersten Halbzeit alles niedermähen würde und es nur eine Frage der Höhe des Sieges wäre. Was sicherlich nicht der Fall war. Die zweite Halbzeit schien sie allerdings, im Gegensatz zu diversen anderen Journalisten, anders gesehen zu haben. Wo die Masse von einer mehr oder weniger drückenden Überlegenheit der Gäste schrieb und sprach, sah Frau Töpperwien ein bayrisches Übergewicht, ohne allerdings zwingend zu sein. Und davon konnte ich mich nach Dienstschluß dann auch selbst überzeugen, als ich zur ca. 50. Minute in das Geschehen eintauchte.

Mal ehrlich, wieviel Tinte ist vor diesem Spiel nicht vergossen worden. Man konnte ja fast meinen, es gäbe nichts anderes und das Schicksal der Welt würde vom Ausgang dieser einen Partie abhängen. Euro-Krise? Syrien? Fukushima? Alles ein Witz gegen den „Giganten-Gipfel“. Da wäre ein 0:0 doch ein äußerst amüsantes Ergebnis gewesen. Vor allem, weil dann alle so schlau wie vorher wären. Nun gut, es hat nicht sollen sein. Nur, bei allem Trubel im Vorfeld darf man sich dann auch nicht wundern, wenn mit einigen die Gäule bzw das Adrenalin durchgeht (I’m looking at you, Mr Subotic).

Interessanter Aspekt im Nachklang war für mich allerdings der Punkteabstand. 6 Punkte. Also genau zwei Niederlagen bzw Siege. Da spielt man 30 Spieltage, nur um den eigentlichen Gewinner in zwei Spielen zu küren. Rechnet man die beiden direkten Aufeinandertreffen raus, sind Dortmund und München punktgleich. Insofern wäre eine Ursachenforschung, die die verlorenen Spiele gegen z.B. Mönchengladbach in den Mittelpunkt stellt, etwas fehl am Platz. Sollten die Bayern die Meisterschaft nicht gewinnen, haben sie sie im direkten Duell mit dem BVB verloren und nirgendswo sonst.

Es bleibt allerdings abzuwarten, ob der Name Robben irgendwann im gleichen Atemzug mit Michael Kutzop genannt werden muß. Noch sind ja 12 Punkte zu vergeben.

(Gab’s an diesem Spieltag noch andere Spiele? Kam mir nicht so vor…)

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