Langweilig wird’s nicht (Euro 2012, 1. Spieltag)

Nachdem sich nun alle Mannschaften wenigstens einmal der Öffentlichkeit präsentiert haben, schreit das ja geradezu nach einem ersten Zwischenfazit. Auch wenn das nicht wirklich aussagekräftig ist. Insgesamt kann man aber sicherlich konstatieren: langweilig wird’s nicht.

Aus Zeitmangel will ich gar nicht alle teams durchgehen, daß würde sicher auch den Rahmen sprengen. Vielleicht zuerst mal was zur Adlerelf. Ansprechender Auftakt, wenn auch ein wenig – dare I say – rumpelig. Man merkte, daß nicht alles stimmte, fehlende präszision wurde mit Kampfgeist und Einsatzwillen (file under: teutonische Tugenden) wett gemacht. Ein wenig Kritik mag ich aber dennoch an der Aufstellung anbringen. Und, nein, bei mir isses nicht zwingend der wundgelegene Trampel in der Spitze. Nein, ich hätte gerne drei andere Bayernspieler auf der Bank. Reus für Müller, Gündogan für Schweinsteiger, Höwedes für Boateng.

Mir will nicht in den Kopf, wie man ständig auf Podolski rumhacken kann und dabei die erbärmliche Leistung von Müller auf rechts durch Phrasen wie „hat sich ins Spiel gekämpft“ schön redet. Podolski war nicht gut, Müller war ein Totalausfall. Reus würde auf rechts wesentlich mehr Dynamik bieten.

Die anderen beiden Wechsel, gut, gebe ich zu, sind schwerer zu erklären. Aber Schweinsteiger ist zur Zeit nicht in Topform und sppielt weit unter seinem Niveau (wenn das, was er anbietet überhaupt noch meßbar ist). Gündogan wäre ein Risiko, aber ich glaube, daß sich das rentieren könnte. Würde jedenfalls mehr Impulse nach vorne bringen. Momentan ist Schweinsteiger ein Ball-Tempo-Verschlepper wie Didi Hamann in seinen schlimmsten Zeiten.

Boateng hätte ich gar nicht erst in den Kader genommen, der ist ein fleischgewordenes Sicherheitsrisiko. Die Tacklings gegen Cristiano Ronaldo waren haarscharf an Elfmetern, sein Stellungsspiel ist phasenweise katastrophal und überhaupt ist der Kerl für meine Begriffe viel zu unkonstant.

Aber gut, ich bin kein Bundestrainer und wer gewinnt hat immer Recht. Und jetzt kommen die angeschlagenen Niederlande und das Volk lechzt nach einer Hinrichtung mit dem finales Rettungsschuß. Ich bin mir da nicht ganz so sicher, den dafür steht bei Oranje zuviel Qualität auf dem Platz. Aber daß, was gegen Dänemark geboten wurde, war erschreckend. Da helfen auch die durchaus witzigen Werbespots im niederländischen TV nicht viel. Zuviel Abstand zwischen Angriff und dem Rest der Mannschaft, zu viel klein-klein. Da muß eine Steigerung her.

Spanien? Olé. Äh, ich meine, fast alles wie immer. Nur eben ohne (nominellen) Stürmer. Ein interessantes Experiment. Das Italien mit deren zwei konterte. Fand ich auch spannend. Überhaupt, Italien, überraschend frisch und agil. Hatte ich so nicht erwartet. Genauso wie die Ukraine. Furios. Frankrreich und England dagegen tapsig wie russische Tanzbären. Wohingegen die Sbornaja elegant und leichtfüßig über die Tschechen hinwegfegte.

Erkenntnisse aus dem ersten Spieltag. Wie schon gesagt, langweilig wird’s nicht.

 

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