Schuldenberg beim FC – Hauptsache, d’r Dom bliev‘ in Kölle

In einer Stadt, deren Bewohner sich gerne mit Eitketten wie „kontaktfreudig“, „redselig“ oder „gesellig“ schmücken, sollte es eigentlich niemanden überraschen, wenn Dinge, die man sich eventuell an einem Abend bei einem Kölsch am Tresen erzählt, irgendwann irgendwo öffentlich zugänglich werden. Geheimhaltung war noch nie die Stärke der Rheinländer, für die das Gespräch ein Wert an sich ist. Insofern überrascht es irgendwie auch nicht, daß sich ein vor ein paar Wochen veröffentlichter Blogeintrag, der leider nicht mehr zugänglich ist (Erklärung hier), den Zustand des 1.FC Köln wohl doch ziemlich wahrheitsgetreu wiedergegeben hat.

Machen wir uns nichts vor, der Verein, der so gerne (und völlig zurecht) den Platzhirschen spielt, ist in den letzten Jahren schlecht geführt worden. Und das vor den Augen der Öffentlichkeit. Die, und den Schuh müssen sich die Anhänger dann doch anziehen, hat sich allerdings immer wieder von Versprechung über „blühende Landschaften“ (oder so ähnlich) blenden lassen und ist fröhlich mit in den Abgrund gesegelt. Das rächt sich nun anscheinend. Die hiesige Presse haut heute Artikel über den finanziellen Zustand des Vereins heraus und das Gejammer ist groß. Die Lage ist ernst, aber nicht aussichtslos (oder umgekehrt?).

Hinterher ist man immer schlauer, aber die Art und Weise, mit der in Köln Transferpolitik betrieben wurde, war schon länger als existenzbedrohend zu erkennen. Große Namen, die eher im Spätherbst ihrer Karriere waren und sicher nicht für ’n Appel und ’n Ei das Trikot überzogen, gaben sich die Klinke in die Hand. Saison für Saison. Das man damit keinen Reibach macht, schon gar nicht, wenn man den Prinzen wieder in die Heimat zurückholt, sollte eigentlich klar sein.

Man kann sich nur wünschen, daß durch diese Restriktionen, die man nun nicht mehr umgehen kann, einige Leute beim FC die Augen öffnen und versuchen wenigstens einmal vernünftig an den Problemberg ranzugehen. Vom Standpunkt der Fortuna aus klingt das alles nur zu vertraut. Und bei aller Abneigung, einen Absturz in die Verbandsliga wünscht man nicht mal dem Lokalrivalen.

Persönlicher Nachtrag: so lustig das Leben in Köln sein kann, ich wünsche mir ab und an dann doch, daß hier wenigstens einmal mit Vernunft und klarem Kopf und nicht im Nebel der blasierten Weltstadtsucht etwas angegangen wird. Das gilt für U-Bahn-Bauten genauso wie für Fußballvereine.

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