Auftakt nach Maß (Fortuna Köln – VfL Bochum II 1:0)

Hauptsache gewonnen. Ist eigentlich genau das, was man sich nach solchen Spielen gegenseitig in der Kurve zuruft. Hauptsache gewonnen. Hätte nämlich auch ganz anders ausgehen können. Hauptsache gewonnen.

So lange man das Mantra wiederholt, ändert sich auch nichts daran. Möchte man meinen. Und dennoch war es ein aufschlußreicher Nachmittag im Südstadion. Fast 1.300 Zuschauer, die sich vor den neuen Kassenhäuschen am Eingang in die Schlangen einreihten. Das ist nämlich der Nachteil eines Stadions in der Innenstadt. Da denkt jeder, er kann auf den letzten Drücker zum Spiel kommen. Und, mal ehrlich, man rechnet bei der Fortuna auch nicht wirklich mit längerer Warterei. Aber gut, ein renoviertes Stadion, die Kurve endlich wieder offen, da kommen sicher ein paar Leute mehr.

Das Stadion sieht übrigens hervorragend aus. Das Rot wirkt wuedervoll. Gerade die angestrichenen Wellenbrecher in den Stehplätzen in Verbindung mit der neuen Laufbahn (noch ohne aufgetragene Linien) harmonieren prächtig. Wenn man jetzt endlich einen vernünftigen Wurststand dazuholen könnte, wäre das Erlebnis perfekt. Aber es gab wieder nur aufgeplatzte Brühwürste in der Kurve. Und das Bier war auch schon mal kälter. Bei 10 Euro Eintritt für einen Stehplatz kann man auch mal meckern.

Kann man über das Spiel der Fortuna nicht wirklich. Okay, der Beginn war ein wenig holperig. Aber danach war das schon recht gut anzusehen. Bochum war allerdings auch kein wirklich ernstzunehmender Gegner. Die Gäste hatten sich wohl von vornherein auf ein Unentschieden gefreut. Selbst die semi-prominente Besetzung mit dem Götze-Bruder Fabian und Altmeister Dimitrios Grammozis konnte da nicht drüber hinwegtäuschen. Zur Mitte der ersten Hälfte hatte Fortuna das Spiel im Griff und einige schöne Chancen, wenn ich’s richtig gesehen u.a. Montabell mit einem schönen Kopfball. Aber zählbares sprang leider nicht heraus. Bochum hingegen völlig harmlos.

Daran sollte sich auch nach der Pause nichts ändern, allerdings patzte die sonst ziemlich sicher aussehende Kölner Abwehr genau einmal und das mit Folgen. Kapitaler Stellungsfehler, der Bochumer Stürmer bricht durch und Oliver Laux, der bis dahin einen sehr soliden Part in der Innenverteidigung gespielt hatte, konnte sich nur noch mit einem Foul helfen. Das gab natürlich Rot (55.) und ab da war dann eigentlich zittern angesagt. Nur, Bochum wollte irgendwie nicht. Die standen weiterhin so, als würden ihnen ein Unentschieden gefallen. Nun gut, man nimmt was man kriegen kann. Und dann kommt eben Silvio Pagano.

Freistoß auf links, Pagano bringt den Ball irgendwie zentral Richtung Tor, der Bochumer Torwart nimmt sich eine Auszeit und die Kogel liegt im Netz. Kurios, aber irgendwie auch nicht unverdient. Man hätte erwarten können, daß der VfL danach wütend auf das Fortuna-Tor anrennt, aber bis auf einen Freistoß, den Grammozis an den Pfosten setzt, kam nicht wirklich viel. im Gegenteil, Fortuna hatte sogar noch Chancen, das Ergebnis deutlicher zu gestalten.

So blieb’s beim verdienten Auftaktsieg, der auf eine schöne Saison hoffen lässt. Bin jedenfalls zufrieden aus dem Südstadion gegangen.

Mehr oder weniger ausführliche Spielberichte im Stadtanzeiger (mit Video), beim Express und im Reviersport.

Mannschaftsaufstellung:
Poggenborg – Sievers, Laux, Flottmann, Schaaf – Zinke, Nottbeck (ab 83. Minute Kühn), Pagano, Yilmaz – Montabell (ab 75. Pospischil), Kraus (ab 90. Minute Ndjeng).

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