Don’t call it a comeback… (Fortuna Köln – Sportfreunde Lotte 3:1)

Man muß sich manchmal schon noch kneifen. Drei Siege zum Saisonstart dürfte es in der Vereinshistorie von Fortuna Köln noch nicht so oft gegeben haben. Und die Art und Weise wie dieser herausgespielt wurde, lässt für die Zukunft einiges hoffen.

Sommerfussball kann etwas wirklich herrliches sein, insbesondere in den unteren Ligen. Man muß sich an den Kassen nicht die Beine krumm stehen, die Stimmung ist ob des guten Wetters eigentlich immer ziemlich gelöst und wenn die eigene Mannschaft dann auch noch gewinnt, wird ein schöner Tag noch hervorragender. Trotzdem war mir vor diesem Spiel schon ein wenig bang, schließlich begann mit der 1:6 Klatsche in Lotte der Schaulauf bis zum Ende der Saison. Ich hatte irgendwie nie den Eindruck, daß Fortuna danach nochmal so richtig Zug drauf hatte. Das das Ergebnis dann so positiv ausfiel, macht alles nur noch besser.

Vom Start weg war es eigentlich zunächst ein ziemlich langweiliger Kick. Fortuna konnte nicht, Lotte wollte nicht. Und so plätscherte dann alles mehr oder weniger vor sich hin. Die gut 1.200 Zuschauer, die wieder den Weg ins Südstadion gefunden hatten, nahmen das zunächst einmal so hin, was blieb ihnen auch anderes übrig. Für mich und meinen Kumpel bot der Spielverlauf genug Gelegenheiten in der Vergangenheit zu schwelgen oder sich über den allgemeinen Zustand des Weltfußballs auszulassen. Wie immer, höchst informativ und unterhaltsam. Überhaupt, am Geländer ein Schwätzchen halten während die Spieler in der Sonne dem Ball hinterherhecheln hat etwas  herrlich entspannendes. Nur einmal wurden wir rüde geweckt, nämlich als Lotte aus dem Nichts den Führungstreffer erzielte (24. Minute). Bis dato hatten Pagano und Montabell lustig auf’s gegnerische Tor gezielt, ohne allerdings auch nur den Hauch von Gefahr zu verbreiten.

Danach war Fortuna ein wenig hilflos, es lief kaum etwas zusammen. Den Zuschauern fiel auch nicht wirklich mehr ein und so war es bis zum Halbzeitpfiff ein ziemlich mauer Kick. Ein wütender Flaschenwurf von Trainer Koschinat deutete allerdings darauf hin, daß sich zur zweiten Halbzeit wenigstens von der Einstellung her etwas ändern würde.

Mit zwei Wechseln (Kühn und Kessel für Schaaf und Lejan) wurde dann auch gleich ein Zeichen gesetzt und es ging etwas forscher nach vorne. Die durchaus anregende Fußballdiskussion auf den Stehplätzen wurde nun durch erfreuliche Anlässe unterbrochen, das erste Mal, als Pagano (wer eigentlich sonst?) den Ausgleich markierte (65. Minute). Ein wuchtiger Schuß von der rechten Strafraum kannte, der zentral einschlug. Die Gästetorhüterleistungen waren auch schon mal besser gewesen. Danach hatte Fortuna das Spiel im Griff.

Es eröffneten sich mehr Räume und der Gegner tat in Person der Torwarts wieder sein übriges. Thomas Kraus, der nach einem Ball, den der Gästekeeper nicht festhalten konnte, schön nachsetzte (73. Minute) und wiederum Silvio Pagano nach einer schönen Einzelleistung (76. Minute), an dessen Ende er den Ball aus eher unmöglichem Winkel unter die Latte zimmerte, brachten die Fortuna dann auf die Siegerstraße. Der Lotter Wille war gebrochen und die Mannschaft musste sich geistreiche Schmähgesänge gefallen lassen („Wäre nicht die Autobahn, niemand würd‘ nach Lotte fahr’n“).

Die Leistungssteigerung nach der Pause war etwas, was ich in der Vergangenheit nicht allzu häufig gesehen habe. Lotte brach nach dem Ausgleich ein – hatte kurz vor Schluß allerdings noch einen Pfostentreffer – war aber der erwartete schwere Gegner. Einen Gegner so niederzukämpfen, auch mit spielerischen Mitteln, macht Hoffnung, daß es sich nicht nur um ein Strohfeuer handelt. Nach zwei Spielen, in denen in Unterzahl gewonnen wurden, hat die Fortuna nun gezeigt, daß sie auch einen Rückstand umdrehen kann. Aber, wie sagt man so schön, the real challenge starts now. Die nächsten Gegner heißen Siegen und Essen und da wird sich zeigen, wie es um das Team wirklich bestellt ist. Ich gebe zu, nach der Leistung an diesem Wochenende halten sich meine Sorgen in Grenzen.

Mannschaftsaufstellung
Poggenborg – Kraus (ab 81. Minute Nottbeck), Flottmann, Ndjeng, Schaaf (ab 46. Minute Kessel) – Zinke, Pospischil, Pagano, Yilmaz, Lejan (ab 46. Minute Kühn) – Montabell

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