[…hier könnte ein unflätiger Spruch über Rot-Weiß Essen stehen, aber man ist ja gut erzogen…] (Fortuna Köln – Rot-Weiß Essen 3:1)

Gefestigte Mannschaften erkennt man ja bekanntlich daran, daß sie sich durch eine Niederlage nicht aus dem Konzept bringen lassen. Eine Eigenschaft, durch die Fortuna in den letzten Jahren (gefühlt) nicht immer geglänzt hat. Schon gar nicht (gefühlt), wenn der Gast im Südstadion ein paar Freunde mitbrachte, die ihn stimmlich unterstützen. Umso schöner der Ausgang des Spiels gestern.

Den der kann sich durchaus sehen lassen. Zunächst aber gestaltete sich die für mich sehr kurze Anreise etwas umständlicher, weil Team Green mit diversen Fahrzeugen im Umkreis des Stadions unterwegs war, um die Fangruppen auseinanderzuhalten. Man empfahl mir einen Umweg zu nehmen, weswegen ich ewtas früher aufbrach, um pünktlich am Südstadion einzutreffen. Da war der Andrang an den Kassen auch ziemlich groß. Man kann ja auch nicht damit rechnen, daß RWE ein paar Leute mitbringt. Ganz ehrlich, so ein Andrang spricht eigentlich dafür, auch mal wieder die Stehplätze auf der Gegengerade für Besucher aufzumachen. Naja, pünktlich zum Anpfiff war ich dann ja doch drin (im Gegensatz zu meinem Fußballstammtischkollegen, der, obwohl 10 Minuten vor Anpfiff am Stadion, erst zur 15. Minute auf den Stehplätzen aufkreuzte).

Das Essen ein etwas, sagen wir mal, fragwürdiges Publikum anzieht, konnte man schon vor’m Eingang beobachten, wo mir unter anderem ein „Freiwild“-Bandshirt unterkam. Dürfte nicht der einzige Idiot gewesen, sein, der sich im Gästeblock rumgetrieben hat. Wen’s interessiert, der soll nach googlen, hab keinen Bock so einen Mist auch noch zu verlinken.

Das Spiel selber entwickelte sich zunächst recht schleppend. Kaum Chancen, nix zwingendes. Wenigstens hielt das Wetter einigermaßen. Zur Mitte der ersten Hälfte nahm Fortuna das Heft dann in die Hand und so fiel zwangsläufig der Führungstreffer. Christian Pospischil kullerte einen, ja, soll man daß wirklich Schuß nennen? Es sah jedenfalls ziemlich langsam aus. Aber das Ding war drin, Fortuna lag in Front und alles war gut. Bis auf den Schlendrian, der sich in der Defensive wieder einstellte. Ehrlich, daß passiert fast jedes Mal. Bei einer Aktion hatte man ziemliches Glück, daß der Schiedsrichter keinen Strafstoß gab. Der kam dann, als Dominique Ndjeng meinte, einen Ball kurz vor dem eigenen Sechzehner elegant mit der Hacke klären zu müssen. Dumm nur, daß da auch ein Gegenspieler stand. Noch blöder, daß der nach mehrmaligem Gezerre am Trikot auch noch zu Boden ging. Und am dämlichsten dann, daß der tatort im Strafram lag. Konsequenz: 1:1.

So ging das dann auch in die Pause und ich kann mir durchaus vorstellen, daß der Trainer da etwas lauter geworden ist. Seine Spieler schienen jedenfalls so verschreckt zu sein, daß sie den Wiederanpfiff und die darauffolgenden Minuten erstmal völlig verpennten. Essen machte das Spiel, was wiederum Koschinat dermaßen aufregte, daß er sich einen Platzverweise einhandelte. Das schien dann allerdings endlich seine Mannschaft aufzuwecken, denn nach einem ziemlichen Kuddelmuddel im Essener Strafraum schob Massimo Cannizzaro, der wie Pospischil in die Startelf rotiert war, aus kurzer Entfernung zur erneuten Führung ein. Die RWE-Abwehr sah da mehr als überfordert aus.

Schön auch, daß man sich jetzt nicht auf Ergebnisverwaltung verlegte, sondern munter weiter nach vorrne spielte. Belohnt wurden die Bemühungen durch einen sehr sehenswerten Fernschuß von Pospischil, der einfach mal aus gut 25 Metern halblinks abzog und genau den Winkel traf. Damit war die Gegenwehr von RWE gebrochen und das Spiel durch.

Ein wichtiger Sieg, um den Neureichen von der Schäl Sick auf den Fersen zu bleiben. Erwähnenswert auch noch die Saisonrekordkulisse von fast 2.500 Zuschauern, die endlich mal wieder für ein wenig Flair sorgte. Ist man ja fast nicht mehr gewohnt.

Und besondere Erwähung gebührt noch Thomas Kraus, der wirklich wie ein Irrer extrem weite Wege ging und sich in alles schmiß, was in seiner Nähe stand. Diesen Einsatzwillen, für den Kraus hier mal exemplarisch erwähnt wird, darf sich Koschinat an seine Fahne heften. Es wird wieder gekämpft im Südstadion, und es macht Spaß dabei zuzusehen. Drei Heimspiele, drei Heimsiege. Das kann so weitergehen.

Und es bleibt die Erkenntnis, daß man auch Spiele gewinnen kann, wenn Silvio Pagano nicht trifft. Irgendwie beruhigend.

Spielberichte gibt’s beim Reviersport, bei derwesten.de und in einem Sammelartikel beim Stadtanzeiger (bis unten durchscrollen).

Mannschaftsaufstellung:
Poggenborg – Zinke (ab 62. Minute Schaaf), Ndjeng, Flottmann, Yilmaz – Nottbeck, Pospischil – Pagano, Lejan (ab 83. Minute Batarilo) – Cannizzaro (ab 74. Minute Kühn), Kraus

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