Sommerfußball im September (und ein bißchen Pezzoni) (Fortuna Köln – MSV Duisburg II 4:2)

Man kann ja wirklich alles über die Heimspiele in dieser Saison sagen, aber langweilig waren sie bis jetzt nicht. Was will man denn auch mehr? Perfektes Sommerwetter im September, eine Mannschaft, die sich nicht hängen lässt und fröhlich nach vorne spielt, und am Ende stehen tatsächlich wieder drei Punkte auf der Habenseite. Die Heimserie hält!

Anscheinend ist die Anziehungskraft der Fortuna dennoch recht überschaubar. Ca. 20 Minuten vor Anpfiff hielt sich der Besucherzuspruch doch sehr in Grenzen. Daß es am Ende dann doch wieder gut 1.100 Leute waren stimmt fröhlich. Und geboten wurde auch einiges.

Duisburg war jetzt nicht mit dem Ruf einer absoluten Topmannschaft im Gepäck in die Südstadt gekommen. Im Gegenteil, was bei der ersten Mannschaft so alles schief läuft, setzt sich auch bei der zweiten Mannschaft fort. Fortuna war gleich vom Anpfiff weg druckvoll und erzielte nach nur 11 Minuten die Führung (Nottbeck). Was einen Rentner neben mir zu dem Ausruf „Endlich!“ veranlasste. Nun gut, ältere Menschen haben wohl ein etwas anderes Zeitempfinden. Widerlicher war da die Unterhaltung zweier FC-Anhänger, die ich mir gezwungenermaßen mit anhören mußte. Die beiden Strategen waren heiß bemüht die komplette Pezzoni-Aktion einiger Vollspacken zu rechtfertigen. Da kann einem schon speiübel werden und ich mußte mir schon auf die Zunge beißen, um nicht in das Gespräch einzugreifen. In dem Zusammenhang: Pezzoni widerspricht heute der Darstellung des FC und damit sind wir im Grunde genommen wieder bei Null. Der zukünftige Lokalrivale steht echt vor einem Scherbenhaufen.

Das soll aber nicht vom heutigen Spiel ablenken. Da ging es ziemlich lustig zu. Nach knapp 17 Minuten war Duisburg nämlich nur noch zu zehnt, nachdem einer der Mittelfeldspieler nach einem harmlosen Foul seinem Fortuna-Counterpart mit Vorsatz auf die Hand gestiegen war. Unschön und glatt Rot war völlig gerechtfertigt.

Ich hatte ob der Überlegenheit eigentlich mit einem streßfreien Nachmittag für die Fortuna gerechnet, aber die Mannschaft wollte dem zahlenden Publikum wohl etwas bieten und ließ aufgrund plötzlich einsetzender Schlafmützigkeit einfach mal den Ausgleich zu. Auch unschön. So ging es dann auch in die Pause.

In der Kabine muß Koschinat wohl ziemlich laut geworden sein, jedenfalls rückte Michael Lejan in der 49. Minute die Verhältnisse wieder gerade. Überhaupt, der Trainer schien einiges auszusetzen zu haben, so laut wie er in der Kurve zeitweise zu hören war. Seine Jungs machten es ihm aber auch nicht leicht. Vorne wurden reihenweise gute Chancen liegengelassen, hinten wackelte der Defensivverbund gehörig, wenn sich die Gäste mal zu so etwas wie einem Gegenangriff herabließen. Das sah teilweise eher nach Kreisklasse als nach Regionalliga aus.

Trotzdem konnte noch ein Tor draufgepackt werden (Flottmann, 70. Minute), aber bitte, wie der Treffer fiel läßt sich beim besten Willen nicht beschreiben. Allerhöchstens als unglaubliches Chaos im Duisburger Strafraum nach einer Ecke mit Flippereinlage. Was soll’s, 3:1 klingt gut und macht sich im Torverhältnis auch besser. Fand ich jedenfalls. Sah die Mannschaft leider völlig anders. Und fing sich 5 Minuten vor Schluß nochmal den Anschlußtreffer ein.

Allerdings, und da wiederhole ich mich wirklich gerne, versetzten solche Aktionen der Fortuna 2012/13 keinen Schock mehr. Nein, man spielt unverdrossen im Wissen der eigenen Überlegenheit weiter nach vorne. Wird schon irgendein Ball reingehen. Und zur Not gibt’s ja immer noch Silvio Pagano. Der stellte den Zwei-Tore-Abstand nämlich kurz vor Schluß wieder her. Sehr schöner Angriff über rechts am Strafraumeck. Ein Doppelpaß mit, ich glaube, Pospischil, und herrlich überlegt in die kurze Ecke eingeschoben.

Ganz ehrlich, so machen Nachmittage im Südstadion einen Heidenspaß. Der Stammtisch war dieses Mal leider nicht vollzählig, aber, wie Eingangs schon gesagt, die Serie hält. Und mehr interessiert momentan eh nicht.

Mannschaftsaufstellung:
Poggenborg – Zinke, Ndjeng, Flottmann, Lejan (ab 86. Minute Kessel) – Nottbeck (ab. 53. Minute Kühn), Pospischil, Pagano, Yilmaz – Kraus (ab. 78. Minute Montabell), Cannizzaro

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