Große Bühne (Rot-Weiß Oberhausen – Fortuna Köln 2:1)

Gut, ist ein wenig in die Hose gegangen, die ganz große Fußballbühne. Man kann halt nicht alles haben. Aber nett war es doch die Fortuna endlich mal wieder in der Glotze zu sehen. Weiß gar nicht, was alle immer haben, ich könnte mich an Liveübertragungen am Montag gewöhnen (hint, hint).

Gab so ein paar Sachen, die auffielen. Zum einen die wirklich sympathische und kompetente Art der Interviews, und das lag ausdrücklich nicht an den TV-Fuzzis. Die üblichen Fieldreporter von Sport1 hatten wohl den Abend frei, deswegen durfte Martin Quast die Fragen stellen. „Kultclub“, „Fans in ganz Deutschland“, keine Phrase ausgelassen. Es spricht für Uwe Koschinat, daß er darauf sehr professionell reagierte. Überhaupt hoben sich alle Gesprächspartner vor dem Spiel wohltuend von den allwochenendlichen Phrasendrescherei ab. In der Regionalliga wird Fußball eben noch gearbeitet und nicht geredet, um mal bei den Phrasen zu bleiben.

Beim Reviersport konnte man lesen, daß es wohl vor dem Spiel schon ein wenig Streß gab, woran die Oberhausener Gastgeber wohl nicht ganz unbeteiligt waren (Stichwort Fahnenklau). Ich hätte mir gewüsncht, daß man während der Übertragung vielleicht was dazu gesagt hätte, aber das Thema kam während des Spiels nicht zur Sprache.

Das Spiel selbst ging dann in etwa so los wie am Freitag. Kollektiver Tiefschlaf der Hintermannschaft in der Anfangsphase, der dann zwangsläufig zum Gegentor führte. Schlafmütze Nummer 1 war dieses Mal, wenn ich das richtig gesehen habe, Sebastian Zinke, und ab da nahm das Unheil dann seinen Lauf (6. Minute). Es spricht wieder für die Mannschaft, daß sie sich nicht hängen ließ, sondern, wie schon gegen den EffZeh, die Kontrolle über das Spiel übernahm. Die Deja vu-Erlebnisse wollten trotzdem nicht abreißen, zum Beispiel als Dominique Ndjeng völlig neben sich stand und seinen Gegenspieler einfach laufen ließ. Poggenborg konnte glücklicherweise klären.

Im Gegensatz zu letztem Freitag fiel der Ausgleich noch vor der Pause und der war wieder mehr als verdient. Man merkt, daß die Gegner Fortuna als Spitzenmannschaft ernst nehmen und nicht blindlings ins Verderben rennen wollen. Also mußte ein Freistoß her, den Ndjeng als schöne Kopfballbogenlampe verdelte (41. Minute).

Ich hatte jetzt eigentlich mit einem lockeren Auslaufen im zweiten Durchgang und den dazugehörigen zwei bis drei Toren gerechnet, weil ich den Widerstand von RWO als gebrochen ansah. Pustekuchen. Fortuna behielt zwar die Oberhand, das Tor wollte aber nicht fallen. So mußte man der Kommentatorenflachzange Markus Höhner lauschen, der seine Karteikarten pflichtschuldigst abarbeitete, vom Erstligaintermezzo bis hin zur Schumacher-Entlassung in der Halbzeit. Ligafolklore eben. Man hatte anscheinend sonst nichts zu erzählen. Vielleicht war er auch deshalb nur minimal erträglicher als sonst, weil er eben nicht einen Berg an nutzlosen Infos verbraten konnte. Mir war’s recht, so konnte man nämlich schön dem mitgereisten Fortuna-Anhang zuhören, der strategisch günstig vor den Außenmikrofonen platziert war. Das war in jedem Fall Werbung für einen Besuch im Südstadion.

Nun ja, machen wir’s kurz, das Spiel wurde dann in den Schlußminuten verschenkt, als Poggenborg einen Ball beim rauslaufen nicht festhalten konnte (86. Minute). Schade, aber wenn mir jemand vor der Saison gesagt hätte, daß die Fortuna nach 10 Spielen 7 Siege auf dem Konto hat, hätte ich das sofort unterschrieben. Das Spiel an sich war ein durchschnittlicher Regionalligakick, nicht mehr, nicht weniger. Wer da die Hände über dem Kopf zusammenschlägt ob der Qualität soll weiter in VIP Logen hausieren gehen. Die Chancen für Fortuna waren da, sie wurden nicht genutzt. Passiert. Halte ich aber für nicht weiter schlimm. Am Samstag gibt’s die Chance zu zeigen, daß die Mannschaft nix verlernt hat. Und ich traue Koschinat zu, daß er das Team wieder aufrichtet.

Jetzt muß ich nur noch rausfinden, wer der Scherzkeks war, der in die Fortuna-Mannschaftsaufstellung im Laufband den Namen „Kagawa“ geschmuggelt hat. Ob’s an der schwarz-gelben Auswärtsmontor lag?

Bißchen Zettelwirtschaft noch. der Stadtanzeiger hat natürlich wieder einen Bericht, genauso wie der Reviersport (mit Stimmen zum Spiel). Sport1 hat eine Zusammenfassung in der Mediathek, die lässt sich aber leider nicht verlinken.

Mannschaftsaufstellung:
Poggenborg – Zinke, Ndjeng (ab 62. Minute Schaaf), Flottmann, Yilmaz (ab 84. Minute Kühn) – Nottbeck, Pospischil, Lejan (ab 73. Minute Kessel), Pagano – Kraus, Montabell.

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