Alles geht irgendwann zu Ende. Auch Heimserien. (Fortuna Köln – Fortuna Düsseldorf II 0:1)


Der Herbst ist die Jahreszeit, in der das, was man gemeinhin als Saisonstart bezeichnet, als abgeschlossen gelten sollte. Die Tage werden kürzer, die Temperaturen fallen und ein Stadionbesuch rechtfertigt sich leichter, wenn die Mannschaft auf der Siegerstraße ist. Wie soll man das also nennen, was es gestern im Südstadion zu sehen gab? Ernüchterung? Wiederkehr der Normalität? Eine Pleite? Ein Denkzettel? Unglücklich? Unverdient? Einen Weckruf? Ich versuch’s erstmal mit dem Naheliegendsten: einen Punktverlust.

Das greift jedoch nicht wirklich alles auf, was das Spiel zu sagen hatte. Nach der wirklich unglücklichen Niederlage gegen Oberhausen – und die Partie hätte auch anders rum ausgehen können – war es gegen Düsseldorf zu bemerken, daß die Mannschaft mit den Gedanken irgendwoanders zu sein schien. Da war niemand zu 100% mit dem Kopf auf dem Platz.

Ich hatte letztens schon einmal angemerkt, daß die Gegner die Fortuna jetzt so langsam als Spitzenteam wahrnehmen und sich eben darauf einstellen, daß das Spitzenteam eben das Spiel macht bzw. machen muß. Und damit scheint die Fortuna von Zeit zu Zeit noch überfordert zu sein. Ansätze waren da, Chancen ergaben sich auch, aber so wirklich zwingend kam mir das alles nicht vor.

An einzelnen Spielern muß man das nicht festmachen (so wie das die beiden Strategen neben mir taten), daß zog bzw. zieht sich durch sämtliche Mannschaftsteile. Und dann bleibt einem eben nichts anderes übrig als anzuerkennen, daß der Gast aus der Landeshauptstadt das ziemlich solide runtergespielt hat. Hinten sicher stehen, vorne auf die eine Chance gewartet und die dann ausgenutzt. Matchplan erfüllt.

Was mir gar nicht gefiel, war die leicht gereizte Stimmung in der Südkurve. Sicher, die „Koschinat raus“-Rufe waren ironisch gemeint (hoffe ich), aber einen dermaßen angespannt-nervösen Fanblock hat das Team nun auch nicht verdient. Der Support war auch ein wenig dünner als sonst, vielleicht lag das an der frühen Anstoßzeit. Daß die Zuschauerzahl erstmals in dieser Saison nicht vierstellig war, schiebe ich auch einfach mal darauf.

Nach dem überragenden Saisonstart scheint die Erwartungshaltung bei einigen Leuten gewachsen zu sein. Die Punktverluste der Viktoria (gegen Bochum II und Wuppertal), an der man sich in Fankreisen ausschließlich zu orientieren scheint – und ich spreche mich gar nicht davon frei, ich verfolge auch mit großen Interesse, wie sich die Schäl Sick so schlägt – mag einige dazu verleitet haben, die Tabellenführung schon wieder in Reichweite zu sehen. Die Spieler schienen sich ein wenig davon anstecken zu lassen. Das sah ein wenig zu locker aus, was da gestern gezeigt wurde. Überhaupt scheint seit dem Derbysieg ein wenig der Faden gerissen zu sein.

Bin jedenfalls gespannt, wie die Mannschaft sich im nächsten Spiel (bei dem Sebastian Zinke nicht mitwirken wird, weil er in der letzten Minute gelb-Rot gesehen hat. Völlig an mir vorbeigegangen) präsentiert. Bis dahin trauere ich dann noch der gerissenen Heimserie nach…

On a Sidenote: mir gefielen die Anti-Rassismus Banner in der Kurve (hier im Hintergrund ansatzweise zu erkennen) sehr gut. Nicht nur von der Aussage her, sondern auch vom Aussehen. Gutes Statement.

Mannschaftsaufstellung:
Poggenborg – Yilmaz, Ndjeng, Flottmann, Zinke – Nottbeck, Pospischil (ab 60. Minute Kühn) – Pagano, Lejan (ab 72. Minute Batarilo) – Kraus, Montabell (ab 20. Minute Moritz)

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