Rehabilitation (Fortuna Köln – VfB Hüls 4:0)

Es gibt so Tage, da muß man Entscheidungen treffen. Die sind nicht immer leicht, manchmal schmerzhaft und teilweise im Rückblick auch blöd, falsch oder sonst was. Aber gestern war nun mal Derbytag und weil die DFL leider ein anderes Topspiel im Sinn hatte als ich, mußte ich mich entscheiden. Für einen Nachmittag vor der Glotze und am Radio, gegen einen Besuch im Südstadion.

Ich gebe zu, nach dem doch, vorsichtig umschrieben, enttäuschenden Auftritt im Pokal bei Bad Honnef war ich eh ein wenig angefressen. Angefressen genug, um ein Spiel absichtlich zu boykottieren? Um ein persönliches Zeichen zu setzen? Nee, liegt mir fern. Im Gegenteil, ich hatte schon die Erwartung, daß Koschinat den Jungs gehörig den Marsch geblasen hat, so daß so was wie im Pokal sich nicht wiederholen würde.

Tat es dann aber doch irgendwie ein wenig. Jedenfalls in der ersten Halbzeit. Meine ich am Stream so gesehen zu haben. Wenn ich nicht angelenkt war, von dem, was dieser andere Kölner Verein da veranstaltete. Machte in Regensburg einfach einen auf Schweden. Ich schweife ab. Wie gesagt, erste Hälfte sah wieder sehr bemüht aus. Viel Aufwand, wenig Ertrag. Gegen einen völlig überforderten Gegner, der vor dem Seitenwechsel nicht eine gefährliche Szene hatte. Und während ich schon anfing, mir Schreckensszenarien für die zweite Halbzeit auszumalen, traf Lukas Nottbeck zur Führung. Vor der Pause. Mit dem Pausenpfiff. Pünktlich. Oder, wie sagt man so schön, zum psychologisch günstigen Zeitpunkt.

Oder eben ungünstigen Zeitpunkt. Der war es dann wohl für Hüls. Denn die sahen in der zweiten Hälfte kein Land mehr. Jedenfalls nahm ich das am Stream so war. Fortuna ließ dieses Mal eben nicht nach, sondern drückte weiter auf Tore, die dann auch zwangsläufig fielen. Ein Kumpel, der im Stadion war, meinte hinterher, daß mindestens drei der vier Treffer in die Kategorie „Tor des Monats“ gehörten. Für die Treffer von Kessel (3:0, 66. Minute) und Yilmaz (4:0, 87. Minute) unterschreibe ich das glatt. Insbesondere so ein Solotor wie das zum 3:0 hab ich im Südstadion schon lange nicht mehr gesehen. Geradezu Messi-esk.

Alles in allem ein völlig verdienter Sieg, der einiges an Kredit zurückholt, der gegen Bad Honnef liegen gelassen wurde. So darf es gerne weitergehen. Das „nur“ knapp unter 1.000 Zuschauern bei so einem Bombenwetter im Stadion waren ist sicherlich auch ein wenig der Terminplanung anzukreiden. Zum einen tritt der Kölner Zweitligaverein um 13:00 an, zum anderen startet die Bundesliga mit einem Kracherspiel um 15:30. Dazwischen wird die Regionalliga natürlich aufgerieben.

Über den Rest des Tages hülle ich mich dann einfach mal in Schweigen (Stichwort „Derby“). Manchmal trifft man eben die falschen Entscheidungen, wenn man sich entscheiden muß.

Die schreibende Zunft ist etwas langsam. Ich habe bis jetzt nur einen Sammelartikel beim Stadtanzeiger und den Liveticker der Fussifreunde gefunden. Die Hertener Allgemeine hatte auch noch einen Ticker und der Express hatte auch was kurzes.

Mannschaftsaufstellung:
Poggenborg – Schaaf, Schäfer, Flottmann, Yilmaz – Kessel (ab 67. Minute Kraus), Zinke, Nottbeck (ab 74. Minute Kühn), Pospischil, Pagano – Cannizzaro (ab 77. Minute Sievers).

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