Eingelullt (Fortuna Köln – FC Kray 1:1)

Das Wetter meinte es zunächst nicht gut. Keine schönen Voraussetzungen, um nach mehreren Wochen Pause mal wieder einen Stadionbesuch zu riskieren. Nasskalt ist das noch eine geschönte Untertreibung. Aber wenn die Fortuna den Platz betritt, kommt eben die Sonne raus. Und das war dann auch so ziemlich das einzig nette an diesem Nachmittag. 

Koschinat hatte, soweit ich das aus der Aufstellung herauslesen konnte, die der Twitteraccount der Fortuna kurz vor Spielbeginn herumschickte, ein wenig experimentiert. Das sah tatsächlich nach Dreierkette aus. Nun habe ich seit dem Derby BVB gegen Schalke leichte Aversionen gegen so einen Defensivverbund, aber im Spiel war das wesentlich unübersichtlicher. Tat zunächst auch gar nichts zur Sache, den die Abwehr war erstmal gar nicht gefordert. Es ging munter nach vorne und in den ersten 10 Minuten gab es ein paar Chancen, die einen entspannten Nachmittag versprachen. Sah der Sportskamerad neben mir genauso. Der redete unentwegt auf seinen Sohnemann ein und versuchte ihm wortreich das Spiel zu erklären. Über den Erfolg sage ich lieber nix. Jedenfalls finde ich solche Rufe wie „Nimm‘ dem den Ball weg“ doch etwas, nun ja, laienhaft.

Fortuna spielte überlegen, Kray (mit einer kleinen, aber lautstarken Anhängerschar angereist) stand tief und rührte Beton an. Und dann daddelte der Abwehrverbund vor Poggenburg sicher zwei Minuten quer und am Ende einer unglaublichen Fehlerkette lag der Ball im Kölner Netz. Tolle Wurst. Das versprach eine krampfige Aufholjagd in der zweiten Hälfte, denn vor dem Wechsel tat sich absolut gar nichts mehr.

Nach dem Pausentee trat die Fortuna wesentlich engagierter, aber nicht gerade zielstrebiger auf. Umständlich, mit vielen Querpässen und gar keiner Konsequenz nach vorne. Es ergaben sich Chancen, die aber mehr oder weniger kläglich verstolpert wurden. Dabei lud der als Textmarker verkleidete Gästetorwart geradezu zum Tore schießen ein. Unsicher beim Herauslaufen, kein Gefühl für hohe Flanken und bei Fernschüssen hätte er sicher auch nicht gut ausgesehen, wenn es die Fortuna denn mal aus der Distanz versucht hätte. Taten sie aber nicht, und so segelte Flanke auf Flanke über den Strafraum, ohne einen Abnehmer zu finden.

Mit fortschreitender Spieldauer wurden die Chancen klarer und Pagano konnte wuchtig ausgleichen. Der Belagerungszustand rund um den Krayer Strafraum intensivierte sich, brachte aber keinen Ertrag. Ein gebrauchter Nachmittag.

Kray spielte so, wie man es vom Tabellenneunzehnten erwartet. Tief, kompakt, defensiv. Und Fortuna fand kein Mittel. In der Not wollte Kessel kurz vor Schluß noch einen Elfmeter schinden, der ihm glücklicherweise verweigert wurde. Der Schiedsrichter gönnte der Heimmannschaft sogar über 5 Minuten Nachspielzeit um die Zeitschinderei der Gäste auszugleichen. Allein, es half nichts.

Der Aufsteiger kam mit seiner Enlulltaktik durch und entführte glücklich, aber verdient einen Punkt. Fortuna muß sich fragen, wie man es gegen Mannschaften, die gegen den Abstieg spielen, angehen will. Denn die Möglichkeiten sind da. Die Mannschaft hat das Potential um auch ganz dicke Bretter zu bohren. Nur brach heute irgendwie immer der Bohrer ab.

Fazit: komplett unnötiger Punktverlust.

Spielberichte gibt’s beim Stadtanzeiger (wie immer verbraten in einem Mischmasch mit allen anderen Spielen) und beim Reviersport.

Mannschaftsaufstellung:
Poggenborg – Zinke (ab 65. Minute Lejan/ab 85. Minute Ende), Laux, Flottmann – Schaaf (ab 46. Minute Yilmaz), Pospischil, Kessel, Nottbeck, Pagano – Kraus, Cannizzaro

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