Relative Deprivation (Schalke 04 II – Fortuna Köln 2:0)

Ich kann mir nicht helfen, irgendwie habe ich den Eindruck, daß der Fortuna, jedes Mal, wenn sich die Blätter gelb und rot färben, die Tage kürzer werden und die Temperaturen fallen, mit der Präzision eines schweizer Uhrwerks die Luft ausgeht. Dann tritt sie auf der Stelle und kann jegliche Leistung, und sei sie auch noch so flach, nicht wiederholen. Und dann hängt man eben so durch.

Gut, ich neige zu Übertreibungen. Im Südstadion und auf fremden Plätzen ist man durchaus verwöhnt worden. Ist nicht immer so, wenn man der Fortuna beim Fußball spielen zusieht. Der Saisonstart war außergewöhnlich, es gab Spiele, die verloren schienen und umgebogen wurden. Und unter’m Strich steht man immer noch auf dem dritten Platz. Vielleicht kommt mein Gejammere auch nur aus einem Zustand der relativen Deprivation. Muß man sich zwingend mit dem neureichen Verein von der anderen Rheinseite vergleichen? Gilt nicht nach wie vor die Losung „unter die ersten Fünf“? Denn da steht die Mannschaft.

Aber das Spiel bei den kleinen Königsblauen tat weh. Weil alles, was unter Koschinat besser geworden war, nicht griff. Kaum Leidenschaft, keine Ideen, kein Aufbäumen. Man ergab sich in sein Schicksal. Das, muß ich ehrlich sagen, kannte ich so nicht mehr. Hatte ich verdrängt.

Ja, ich habe nur mit einem Auge auf den Stream geschaut, aber jedes Mal, wenn ich hinsah, war nichts wirklich weltbewegendes zu sehen. Es war … langweilig. Das mag ich nicht. Von mir aus kann man gegen Herne-Wests U23 untergehen. Von mir aus auch mit Pauken und Trompeten. Aber sicher nicht ohne Widerstand. Der Trainer lobt den Gegner. Eigentlich ein sicheres Anzeichen, daß die eigene Mannschaft den eigenen Ansprüchen nicht genügte. Den der Übergegner war Schalke jetzt nicht. Fand ich jedenfalls. Mit einem Auge.

Besonders schmerzhaft (siehe „relative Deprivation“) war die Niederlage, weil sich der Lokalrivale gegen Verl auch nicht gerade mit Ruhm bekleckerte. Und so sind es jetzt statt nur einem Spiel wieder drei Punkte Rückstand. Und Blau-Weiß klebt noch dazwischen.

Herbstdepressionen, here we come. Ich würd‘ jetzt im nächsten Spiel gerne eine Trotzreaktion sehen. „Ein 5:0 gegen Wiedenbrück, oder so„.

Dackelblut ist ein guter Herbstsoundtrack, fällt mir gerade wieder auf.

Mannschaftaufstellung
Poggenborg – Yilmaz, Flottmann, Ndjeng, Schaaf (ab 60. Minute Cannizzaro) – Nottbeck, Zinke, Pagano, Pospischil, Kessel (ab 76. Minute Batarilo) – Kraus.

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