Pfiff heard ‚round the World (Bundesliga, 16. Spieltag)

Wintereinbruch in NRW. Da hat man Zeit. Weil man nicht rauskommt. Nicht raus will. Lieber zu Hause bleibt. Weil eh nichts geht. Nicht mal Fußball. Jedenfalls kein Amateurfußball. Aber es gibt ja noch Plätze mit Rasenheizung. Auf denen wurde am Wochenende gespielt. Und von Schiedsrichtern gepfiffen.

Und einer war der „Pfiff heard around the world“. Könnte man meinen. Nach dem Diskussionsaufkommen. Für die einen ein normaler Pfiff. Die anderen sehen ihn schlicht in einer Reihe mit den restlichen Fehlentscheidungen des Spiels und wieder andere halten ihn für den Knackpunkt im Spiel Dortmund gegen Wolfsburg.

Als Wolfgang Stark um die 35. Minute die Pfeife in den Mund nahm, um das Spiel zu unterbrechen, auf Elfmeter zu entscheiden und Marcel Schmelzer mit glatt Rot vom Platz zu stellen, gab er dem gesamten Spiel eine neuen Wendung. Und ich will mich jetzt nicht in Diskussionen einlassen im Sinne von „er muß sehen, daß es kein Hand ist“, „vorher war aber Abseits“, „die anderen Tore waren auch fast alle nicht regelkonform“. Das sind alles Nebelkerzen, mal ganz abgesehen davon, daß eine hauchdünne Abseitsstellung extrem schwer zu erkennen ist.

Worauf ich hinaus will ist, daß das Spiel mit dem Pfiff von Stark verändert wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte des BVB die Partie voll, aber so was von voll im Griff. Wolfsburg sah aus, wie ein schlechtes Regionalligateam. Was mehr am BVB als an Wolfsburg lag. Dortmund kontrollierte, beherrschte das Spiel. Das änderte sich alles mit diesem einen Pfiff. Der BVB spielt auf einem in Unterzahl, Wolfsburg wittert Morgenluft, das Spiel verändert sich völlig.

Sicher, gehört alles zu Fußball dazu. Und man (jedenfalls ich) muß Dortmund dafür loben, sich nicht hängen gelassen zu haben. Was mir aber nicht in den Kopf will, ist der Fakt, daß Leute diesen Pfiff als nicht zwingend spielentscheidend abtun. Natürlich war der spielentscheidend. Wird nicht gepfiffen, geht Wolfsburg mit 99%iger Sicherheit als Verlierer vom Platz. Der Pfiff hatte in etwa ähnliche Tragweite wie Frank Lampards nicht gegebenes Tor im Achtelfinale der WM 2010 gegen Deutschland. Auch da finde ich (und ich weiß, daß diverse Leute das anders sehen), daß diese Entscheidung einer Mannschaft komplett den Wind aus den Segeln nimmt. Wird der Treffer anerkannt, steht es unentschieden, wir haben ein neues Spiel und eine englische Mannschaft, die immer mehr Zugriff auf das Spiel bekam, hätte gegen eine fahriger und unsicherer werdende deutsche Mannschaft deutlich bessere Chancen auf ein Weiterkommen gehabt.

Ich für meinen Teil kann die Aufregung im schwarz-gelben Lager verstehen. Hätte ich auch, wenn die Entscheidung auf der anderen Seite bei gleichen Voraussetzungen gefallen wäre. Insofern gebührt Dank auch Herrn Stark, der seinen Fehler öffentlich anerkannte. Wie schon gesagt, ihm kann man den geringsten Vorwurf machen. Mir geht es schlicht und ergreifend um den Fakt, daß durch diesen Pfiff, daß Spiel komplett verändert wurde.

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