So nah und doch so fern (Fortuna Köln – Wuppertaler SV 1:1)

In d'r Südstadt jeht et Leesch aan...

In d’r Südstadt jeht et Leesch aan…

Nah an ein Stadion zu ziehen hat schon seine Vorzüge. Man muß sich nicht Stunden vor Anpfiff auf den Weg machen, sondern kann gemütlich zur Kasse schlendern. Der Heimweig ist auch weniger anstrengend. Keine stickigen und vollgestopften Bahnen. Aber es gibt auch Nachteile. Zum Beispiel, wenn man vom eigenen Wohnzimmerfenster die Flutlichtmasten hell erstrahlend sehen kann und weiß, man wird heute abend nicht dem Spiel beiwohnen können. Weil man krank ist.

Kommt vor, ist nicht weiter schlimm, weil das Wetter ja auch nicht wirklich einladend war. Und es gibt ja auch noch den Stream. Auf die Idee schienen wohl einige andere auch gekommen zu sein. Denn wenn man dem kommentator des Spiels glauben durfte, waren nur 500 Zuschauer anwesend. Schräg nur, daß im Stadion selber anscheinend eine völlig andere Zuschauerzahl durchgegeben wurde. Was die Sache dann endgültig verwirrend macht ist, daß der Express (gestern sogar mit Liveticker), die Fussifreunde und der Stadtanzeiger auch von nur 500 Zuschauern sprechen. Was entweder bedeutet, daß der Verfasser nicht im Stadion war und die Zuschauerzahl am Stream aufgeschnappt hat, oder im Stadion zwei Zahlen kursierten. Mysteriös.

Whatever, bei den Konkurrenzveranstaltungen (EffZeh-Heimspiel, Haie im Derby in Düsseldorf, alles mehr oder weniger zeitgleich) war kein grandioser Besucheransturm zu erwarten. Das Wetter tat dann sein übriges. Dafür fand ich die ersten Minuten der Fortuna ziemlich ansprechend. Da wurde sehr konsequent nach vorne gespielt, mit viel Engagement. Wuppertal kam fast nicht aus der eigenen Hälfte. Leider waren die Aktionen nach vorne nicht zwingend genug. Aber der Einsatz und das Auftreten stimmten. Das gefiel.

Im Laufe des Spiels schleifte sich das aber immer mehr ab. Wuppertal wurde munterer, ohne übermäßig gefährlich zu wirken. Fortuna suchte weiter das erste Tor, war aber im Abschluß viel zu unpräzise. Und so schlief das Spiel immer mehr ein, bis kurz vor Schluß turbulent wurde. Erst wurde Neuzugang Matthias Scherz eingewechselt (später mehr), dann fielen innerhalb von einer Minute zwei Tore, je eins auf jeder Seite. Verrückt.

Wuppertal traute sich in den letzten Spielminuten etwas mehr und kam zu mehreren Ecken, von denen eine dann genug Unruhe im Fortuna-Strafraum stiftete (89. Minute). Ich gebe, danach war ich kurz davor, den Rechner aus dem Fenster zu werfen, aber die Fortuna kam dermaßen schnell zurück (Cannizzaro, 90. Minute), daß sogar wieder Hoffnung auf den Sieg aufkeimte. Letztendlich geht das Unentschieden aber völlig in Ordnung.

Scherz wird vom Express als Unruheherd im Sturm gefeiert. Keine Ahnung, wo sie das her haben. Die paar Male, die er durch’s Bild schlich, wirkte er langsam, träge und alt. Den quirligen Thomas Kraus konnte er überhaupt nicht ersetzen. Nur einmal blitzte sein Können auf, als er im Strafraum etwas ungelenk angespielt wurde, den Ball aber hübsch weiterzuverarbeiten suchte. Wurde dann aber wegen Handspiel abgepfiffen. Nein, ich weiß, ist nur ein kleiner Ausschnitt, aber in der Form ist er keine Verstärkung.

Der Stream selbst war in der zweiten Hälfte wieder Mal eine einzige Katastrophe. Über technische Probleme, die Bild und Ton nicht parallel laufen lassen, kann ich noch hinwegsehen. Daß der unfähige Kameramann aber am laufenden Meter sein Werkzeug kreuz und quer durch die Gegend heben mußte, so daß mehr vom Dach als vom Spiel zu sehen war, ist schon ziemlich peinlich. Habt ihr da keinen Kontrollstream laufen? So was nervt nur.

Ach ja, Michael Kessel sollte es lassen im Strafraum ständig Schwächeanfälle zu bekommen. Sicher, der Schiedsrichter pfeift nicht konsequent, wenn er das gleiche Foul mal gibt (innerhalb des Strafraums) und mal nicht (außerhalb). Fouls waren es aber, in meinen Augen, beide nicht. So was ist unnötig.

Nun gut, ein Unentschieden zum Jahresabschluß und ein etwas windschiefer vierter Tabellenplatz. Damit kann ich durchaus leben. Schmerzt halt nur ein wenig, weil mehr drin war.

Mannschaftsaufstellung:
Poggenborg – Yilmaz, Flottmann, Ndjeng, Schäfer – Nottbeck, Pospischil (ab 66. Minute Schaaf) – Pagano, Kessel – Kraus (ab 79. Minute Scherz), Montabell (ab 70. Minute Cannizzaro).

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