Noch 16 Spieltage bis Guardiola… (Bundesliga, 18. Spieltag)

Ist das Thema endlich auch vom Tisch. Und eigentlich auch schon wieder alles gesagt. Alle Bedenken vorgetragen. Alle Lobeshymnen gesungen. Eigentlich. Wird uns aber sicher alle noch bis zum ersten Spieltag der Saison 2013/14 verfolgen. Wöchentlich. Täglich. Und deswegen sag‘ ich auch noch was dazu.

Ich stelle fest: ich halte Pep Guardiola für einen hervorragenden Trainer. Wer dermaßen viel Zeug gewinnt, der kann gar nicht so dermaßen viel falsch gemacht haben. An zwei Punkten reibe ich mich aber noch.

Zum einen hat er bis jetzt bei einem Verein gearbeitet. Und das „nur“ vier Jahre. Dazu noch bei einem Verein, der für sein umfassendes Konzept von den Bambinis bis zu den Profis bekannt ist. Kann so jemand einfach bei einem anderen Verein von 0 auf 100 gehen? Netter Denkanstoß. Unter den neuen Trainer Tito Villanova spielte Barca mal so eben eine Hinrunde mit einem Unentschieden und sonst ausschließlich Siegen.

Kriegt Guardiola die Zeit in München? Schaffen es die Plaudertaschen Hoeneß, Rummenigge und Sammer einfach mal die Fresse zu halten und den Mann arbeiten zu lassen, auch wenn es mal nicht so gut läuft? Man möchte es Guardiola wünschen. Verdient hätte er es allemal.

Ein Gedanke noch zur „Strahlkraft“, die überall beschworen wird. Sicher, vor ein paar Jahren wäre so jemand noch nicht nach Deutschland gewechselt. Und trotzdem ist Guardiola eine Ausnahme. Ein Mourinho wird hier nicht arbeiten. Der geht dahin, wo am meisten gezahlt wird. Die meisten Spieler ebenso. Insofern ist das, meiner Meinung nach, kein Zeichen dafür, daß die Bundesliga aufgeschlossen hat zu Premier League und Primera Division. Es sind die Bayern. Die können das Gehalt stemmen und die Rahmenbedingungen bieten. Andere Vereine nicht. Man sollte es eher so sehen, daß Bayern jetzt endgültig unter die Top 3-6 von Europa aufgestiegen ist, auch was den Trainermarkt angeht. Mit der Bundesliga hat das recht wenig zu tun.

Die andere Neuigkeit der Winterpause war sicher der Wechsel (DIE RÜCKKEHR!!!) von Nuri Sahin zum BVB. Eine herzerweichende Feel-Good-Story  über nie vergehende Freundschaften, Heimatsehnsucht und Playstationsessions über’s Internet. Auch hier wurde medial ein wenig übertrieben und ich frage mich bis heute, ob dieser Wechsel wirklich Sinn ergibt. Auch hier gibt es genug Pro- und Contra-Argumente. Was mich dann doch ein wenig erstaunte, war aber genau der menschliche Aspekt, der von den Beteiligten immer betont und in den Vordergrund gestellt wurde. Daß der Kontakt nie abgerissen sei. Daß er regelmäßg mit seinen ehemaligen Mannschaftskollegen telefonierte und eben die zitierten Playstationsessions abriß. Daß er vor dem Champions League Spiel bei Manchester City im Mannschaftshotel war und sich quasi als „Teil der Delegation“ fühlen durfte. So was klingt dann doch sehr ungewöhnlich. Und so sehr ich mir wünschen würde, daß all diese Dinge zu 100% der Wahrheit entsprechen und den BVB dadurch zu einem sehr außergewöhnlichen Verein machen würden, so sehr vermute ich dahinter wieder Marketinggeschick mit dem Claim #echteliebe. Die Einwechslung in Bremen war dann trotzdem ziemlich großes Kino…

Gab’s Fußball? Gab’s auch. Auf Schalke zum Beispiel. Aber ohne Abwehr.

Und muß man über Frankfurt reden? Nicht wirklich. Finde, da erübrigt sich jedes weitere Wort. Also, über den Mob, der marodierend in der Kurve in Leverkusen stand, nicht die Mannschaft. Da verpaßte es dann leider auch der Fanvertreter (irgendwer vom HSV) bei der etwas blutarmen Diskussion mit Andreas Rettig im Sportstudio klar Stellung zu beziehen. Junge, Feuerwerksraketen im Stadion geht gar nicht. Egal, wieviel „Protest“-Gedanke dahinter stecken mag. Wer es nicht schafft, sich von so was zu distanzieren, hat den Schuß nicht gehört.

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