4 Minuten für ein Halleluja (Borussia Dortmund – Málaga CF 3:2)

Ja ja ja, ich gestehe. Ich habe nach dem zweiten Gegentreffer die Glotze ausgestellt. Ich hatte keine Hoffnung mehr. „Abandon all hope“-Modus. Umso größer meine Freude, als ich das Ergebnis beim Aufstehen erfuhr.

Ich habe Gründe. Ich mußte früh raus. Sehr früh. Unchristlich wäre für die Uhrzeit noch ein Euphemismus. Und ich hatte schon ein Spiel intus, daß mich glückselig zu Hause auf dem heimischen Sofa Platz nehmen ließ.

0:1? Egal. Zaubert der BVB halt einen Bilderbuchangriff mit Schleifchen auf den Rasen, der den Ausgleich bringt. Man kennt das ja. Aber 1:2? Nach 82 Minuten? Und in der Zeit davor nicht wirklich mit Schußglück?

Denn die Chancen waren ja da. Und was für welche. Eine schöner als die andere. Und trotzdem: ich hatte mich mit der Niederlage und dem Ausscheiden abgefunden.

Malaga agierte genauso, wie man es von einem Haufen alter Recken erwarten würde. Abgeklärt. Cool. An den richtigen Stellen zerstörend. Mit Nadelstichen. Kurz: souverän. Daß auch die beste Abwehr gegen furioses Dortmunder Angriffsspiel mal ins Wanken kommt, damit muß man rechnen. Aber es schien nicht so, als würden sie sich dadurch aus der Bahn werfen lassen. Das hatte ein bißchen was vom FC Chelsea der letzten Champions League-Saison.

Und so nahm ich den zweiten Gegentreffer auch eher gelassen hin. „Das paßt mir eigentlich gut in dem Kram, komm‘ ich wenigstens ein bißchen früher ins Bett“, waren die Gedanken, die mir durch den Kopf gingen. Und dann erlebt das Westfalenstadion die größte Aufholjagd seit dem Relegationsspiel gegen Fortuna 1986.

4 Minuten. 4 fucking minutes. In vier Minuten kann so viel passieren. Es soll vereine gegeben haben, die waren mal 4 Minuten Deutscher Meister (die Spitze sei im Überschwang erlaubt). Oder die verdaddeln in 4 Minuten (oder schneller) ein Finale. Aber in 4 Minuten ein Spiel zu drehen ist … unbeschreiblich.

Ganz ehrlich: natürlich war das 3:2 Abseits. Wer etwas anderes behauptet, hat nicht mehr alle Latten am Zaun. Und, ja, sicher ist das glücklich und hat nichts mit Können oder Talent zu tun. Und duselig war es obendrein. Aber, auch hier, ganz ehrlich, es ist einfach fuckin‘ awesome.Und das Sahnehäubchen auf eine ohnehin schon überragende Champions League-Serie. Es fehlen jetzt eigentlich nur noch die Kirsche (Halbfinalsieg) und das Schokoplättchen mit Schriftzug (Finalsieg). Aber, hey, so vermessen darf niemand sein.

Genieß‘ den Augenblick, Dortmund, du hast Geschichte geschrieben.

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