Geht doch (Fortuna Köln – Rot-Weiß Oberhausen 2:0)

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Endlich mal wieder ein Flutlichtspiel. Endlich mal wieder ein großer Name als Gast, der auch ein paar Auswärtsfahrer mitbringt. Endlich mal wieder Stimmung in der Bude. Endlich mal wieder … Champions League als Konkurrenz.

Deswegen war es dann auch eher, nun ja, spärlich gefüllt. Das das am Ende wirklich über 1.000 Besucher gewesen sein sollen, nun ja. Spaß hat es auf jeden Fall gemacht.

Denn man wird ja genügsam. Fußballfeste müssen es nicht mehr an jedem Spieltag sein. Wenn es dann doch eins wird (wenn auch nur ein halbes), dann ist das umso schöner.

Fortuna begann etwas überraschend mit Montabell in der Startelf, also mit drei Spitzen. Das klingt offensiv, auf dem Platz war aber in der ersten Halbzeit überhaupt nichts davon zu sehen. 40 Minuten Schlafwagenfußball ohne nennenswerte Höhepunkte. Das ewige Abtasten, wenn man so will. Ohne, daß es je zu einer Berührung kommen würde. Und dann explodiert es in den letzten 5 Minuten der ersten Hälfte und ich frage mich, was das wohl für die zweite Halbzeit bedeutet.

Derweil amüsiere ich mich über den Fankurvenkleinkrieg, bei dem es wohl um entwendete Fahnen geht (ganz ehrlich, nicht mein Bier. Auf Kindengarten kann ich verzichten). Und über den Alt-68er Stammtisch neben mir, der eigentlich RWO unterstützt, sich aber wegen der Farbengleichheit wohl in der Kurve geirrt hatte. Sehr fachkundig, Unterhaltung auf höchstem Niveau.

Die gab es dann auch in der zweiten Halbzeit und dafür war in erster Linie die Fortuna verantwortlich. Ich habe keine Ahnung, was Koschinat den Jungs in der Kabine um die Ohren gehauen hat, jedenfalls passt für die Leistung nach der Pause durchaus die Bezeichnung „begeisternd“. An erster Stelle sei da Fabian Montabell genannt. Der wirkt ja immer ein wenig unbeholfen auf dem Platz und als Gegenspieler hätte ich ehrlich gesagt manchmal Angst um meine Gesundheit (bei Rheinfußball ist das sehr schön beschrieben worden: „Rennt auf die Gegenspieler zu, als wolle er jeden ungespitzt in den Boden rammen.“), aber sein Einsatz versetzt manchmal wirklich Berge. Und ist vor allem erfolgreich. Ein, ähem, kraftvolle Aktion im Zweikampf, keinesfalls unfair, auf der rechten Seite, ein präziser und harter Pass in die Mitte und da steht die Tormaschine Thomas Kraus und vollendet formschön. 1:0 (52. Minute).

Jetzt erwartet natürlich jeder (also, ich jedenfalls), daß danach das große Zittern beginnt. Wie immer halt. Aber Pustekuchen. Forsch weiter in Richtung gegnerisches Tor. Gut, mit ein paar Wacklern hinten, aber wer wird denn kritisch sein. Dafür entschädigte der zweite Treffer (77. Minute) für alle vorangegangenen Unzulänglichkeiten. Ein Solo, ein Kunstwerk, ein Kraftakt, ein Tobias Fink. Man mag mir meinen Überschwang verzeichen, aber dieser Angriff war einfach allererste Sahne. Fink setzt an, in der eigenen Hälfte, schüttelt einen Gegner ab, rennt, strebt dem Tor entgegen. Über links. Verfolgt von mehreren Gegenspielern. Zieht an den Strafraum, läßt zwei Leute aussteigen und hat dann noch die Übersicht den völlig blank stehenden Kialka anzuspielen, der eiskalt – e-i-s-k-a-l-t! – vollendet.So einen Konter habe ich lange nicht mehr gesehen.Klar, mit Kraft und Willen, aber technisch auch sehr hübsch anzusehen.

Damit war die Kiste durch. Es gab noch Chancen, daß Ergebnis zu erhöhen, aber an so einem Abend will man ja nicht so sein. Ich jedenfalls war komplett überzeugt. Eine gandenlos gute Darbietung und eine unglaubliche Leistungsteigerung in der zweiten Halbzeit. Wunderbar. Geht doch!

Kleiner Wermutstropfen: dieses unsäglich-dumpf-dämliche „Sieg“-Gegröhle, was nach dem 2:0 von der Tribüne ausging und in der Kurve zum Teil übernommen wurde. Man mag mich altmodisch und verklemmt schipfen, aber bei mir klingt bei dem Mist immer ein „Heil“ mit und so was brauch‘ ich nicht. Einige Partisanen zerstörten den Spuk dann auch mit gekonntem „Bier“ statt „Sieg“. Klang auch gleich viel besser. Beim nächsten Mal also bitte entweder gleich so oder – noch besser – eeinfach direkt lassen.

(…und dann war da ja noch dieses Champions League Spiel im Ruhrpott…)

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