Tschüß, Mario. War schön.

Man mag sich die Beschimpfungen nicht ausmalen, die sich der arme Mario Götze für den rest der Saison wird anhören müssen. Und bei aller Enttäuschung und Frustration, der Wechsel ergibt Sinn. Und zwar für alle Seiten.

Klar, erste Reaktion war auch bei mir „Scheiß-Bayern! Gegner durch Wegkaufen der besten Spieler schwächen! Schweine! Steuerhinterzieher!“. You know what I mean? Warum auch nicht, es passt ja alles so schön ins Schema. Von dem pikanten Detail, daß damit natürlich erstmal die schweizer Abenteuer des Uli H. aus der medialen Schußlinie sind, mal abgesehen.

Jede Ära geht einmal zu Ende und beim BVB dürfen sie sich schon glücklich schätzen, daß diese 3 Jahre gedauert hat und nicht kürzer war. Ich möchte nicht ein einziges Spiel aus diesem Zeitraum missen. Stellvertretend sei hier dieses irre Auswärtsspiel bei Lwiw genannt.

Aber mit ein wenig Distanz, auch wenn die gerade mal zwei Stunden beträgt, ergibt das Ganze schon irgendwie Sinn.

Zunächst einmal ist ja niemand gekidnappt worden. Götze macht das schon aus freien Stücken. Und er wird seine Gründe dafür haben. Nicht nur finanzielle. Seien wir ehrlich, was kann er beim BVB denn noch erreichen? Champions League? Jo, dieses Jahr, aber sonst? Eben. Wenn er den Titel wirklich will, muß er zu Bayern, daß hat diese Saison sehr klar gezeigt. Das ihm der Spaß mit einem fürstlichen Gehalt vergütet wird, sei ihm gegönnt. Er kommt zu einer Mannschaft, die läuft. Da wird er sich schnell zurecht finden und eine Menge Spaß haben. Wer, ganz ehrlich, will ihm diesen Wechsel verdenken. Und so jung wie er ist, kann er sich das Ausland dann in 3-4 Jahren immer noch antun.

Das bedeutet für den BVB erstmal, daß ein ziemlicher Batzen Geld aus den Aufwendungen für die Mannschaft wegfällt. Und obendrein noch Kohle in die Kasse kommt. Das ist jetzt erstmal auch nichts schlechtes. Es will halt nur gut angelegt sein. Auf Teufel komm raus einen Ersatzmann zu suchen ist a) dämlich und b) unmöglich. Es gibt eben nur einen Mario Götze und Shinji Kagawa wird man nicht bekommen können. Hoffentlich zahlt sich jetzt aus, daß die Verantwortlichen beim BVB immer auf die Euphoriebremse getreten haben. Denn ein Bundesligaplatz 4-6 mit EL Teilnahme ist auch nicht zu verachten. Hauptsache es werden nicht wieder solche Irrfahrten wie unter Niebaum/Meier begangen.

Was mir an der ganzen Geschichte aber irgendwie am besten gefällt ist, daß jetzt Leitner und Bittencourt ihre Chance erhalten werden. Und, ich hoffe (so ganz im Stillen und kein wenig größenwahnsinnig), daß die beiden uns alle noch sehr überraschen werden.

Abschließend nur noch eins: es bleibt die Hoffnung, daß man in Dortmund genug Schneid und Klasse hat um einen Spieler, der zu einem Konkurrenten wechselt, auch gebührend zu würdigen und zu verabschieden. Ich rechne zwar nicht damit, fände es aber lustig, wenn man dem Nachbar aus Gelsenkirchen in der Hinsicht zeigen würde, wie es richtig gemacht wird.

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