Die Nummer 1 (Fortuna Köln – Viktoria Köln 3:1)

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Es hat etwas befriedigendes. Zufriedenstellendes. Richtiges. Die Fortuna hat ihre Vormachtstellung in der Stadt während dieser Spielzeit eindrucksvoll zementiert. Und das Kunstgebilde aus Höhenberg hat einmal mehr nachhaltig unter Beweis gestellt, daß Geld eben manchmal doch keine Tore schießt.

Irgendwie wollte sich bei mir in der Woche vor der Partie keine richtige Derbystimmung einstellen. Vorfreude auf ein besser gefülltes Südstadion – sicher, doch, das war da. Aber dieses Kribbeln, daß es letztes Jahr vor dem Hinspiel gab, daß kam nicht. Ein wenig, nachdem Lotte gegen RWO Punkte liegen gelassen und die Fortuna damit wieder einen Reststrohhalm hatte, an den sie sich klammern kann. Aber kein richtiges Derbyfieber.

Änderte sich dann auf dem Hinweg zu Stadion, als eine Bahn mit Viktoria-Schlachtenbummlern vor dem Eingangsbereich zur Nordkurve stoppen mußte (ich vermute auf Anweisung der Ordnungskräfte in Grün, die dort massiv herumstanden), damit es vor dem Haupteingang nicht zu Rabatz kommen konnte. Der lächerliche Haufen, der dort entstieg und sich in Abneigungsparolen gegenüber der Südstadt erging, wäre den Trubel eh nicht wert gewesen.

Vor dem Stadion geschäftiges Treiben und irgendwie war da dann doch ein Flirren in der Luft. So einen Andrang eine Stunde vor Anpfiff hat man schließlich auch selten. Drinnen war’s nicht anders, die Tribüne beispielsweise sah pickepackevoll aus. Wenn nur nicht das Wetter gewesen wäre. Nun mag man argumentieren wollen, daß bei besseren äußeren Bedingungen und einer etwas interessanteren Tabellensituation mehr Zuschauer als die 3.500 Anwesenden den Weg ins Südstadion gefunden hätten. Trotzdem, bei dem Drisswetter ist niemand nach Hause gegangen. Respekt.

Vom Spiel selber habe ich aufgrund meiner Begleiter nur wenig mitbekommen.Wenn die Erinnerung an die 90 Minuten von Unterhaltungen über Zuchthausstrafen, Kleinkriminalität, Kneipeschlägereien, längst vergangene Konzerte und ähnliches bestimmt wird, dann kann das, was sich auf dem Rasen abgespielt hat, nicht unbedingt als „mitreißend“ klassifiziert werden.

Der Stimmung konnte man sich natürlich trotzdem nicht entziehen. Da kann man sich in Höhenberg noch so anstrengen. Was die Unterstützung in der Stadt angeht ist die Fortuna die klare Nummer zwei hinter dem EffZeh. Hier singt schließlich auch die Sitzplatztribüne vom Traum nach Mailand zu fahren.

Gut, Spiel selbst, das war ’ne klare Angelegenheit. Am bezeichnendsten sicherlich die Aktion von Thomas Kraus beim Stand von 2:0, als er einen in Richtung Auslinie trudelnden Ball mit einem Sprung im Spiel hielt, der jedem Jackie Chan Film zur Ehre gereicht hätte. Fortuna wollte, Viktoria hatte keinen Bock. Im Südstadion war in dieser Saison nur ein Gast schwächer, und das war Leverkusen II. Aber Viktoria kommt gleich dahinter. Und dann verliert man so ein Spiel eben auch. Daß es kurz vor Schluß nochmal halbwegs spannend wurde, hatte sich die Heimmannschaft selber zuzuschreiben und ging keineswegs auf das Konto der Viktoria.

Ein, mit Abstrichen (Wetter!) rundum gelungener Nachmittag. Fortuna wahrt die Chance auf Platz eins. Ein Moment zum genießen und die Zukunft auszublenden. Wer weiß schon, was die nächste Saison bietet? Diese gehörte der Fortuna.

Stadtanzeiger (Ticker und Video) und Express (Ticker) waren vor Ort, ebenso der Rheinfussball (Ticker).

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