Endlich vorbei (Champions League Finale: Borussia Dortmund – Bayern München 1:2)

Im Grunde genommen bin ich froh, daß dieser Irrsinn endlich ein Ende hat. Und vor allem ein Ende genommen hat, mit dem jeder leben kann und muß und darf und überhaupt. Zwei Mannschaften, ein großes Spiel, ein verdienter Sieger, ein Verlierer, der den Sieg verdient gehabt hätte.

Da ist es dann auch müßig, daß Spiel in Konjunktiven zu bewerten. Natürlich, Ribéry darf früher duschen gehen. Natürlich, Lewandowski gehört die Spielberechtigung für den Abend entzogen. Sicher, man könnte auch Dante mehrmals mit Karton vor der Nase herumwedeln. Aber es spricht, meiner Meinung nach, für den Schiedsrichter, daß er das Spiel mit 22 Mann zu Ende gebracht hat und den Abend durch Kartenspiele nicht unnötig durcheinander gebracht hat. Und, ich vermute mal, die Aktion von Lewandowski hat er nicht gesehen.

Aber wieso soll man sich mit solchen Situationen aufhalten, wenn es ein wunderbares Fußballspiel zu sehen gab. Welches ich mir bewußt ohne Kommentar angesehen habe. Denn das hätte weder dazu beigetragen meine Aufregung zu besänftigen, noch hätte ich wahrscheinlich meine Inneneinrichtung ganz gelassen. Wer braucht das Gequatsche überhaupt? Das Verbalduell auf den Rängen war eh viel imposanter, wenn niemand dazwischen quasselt. Der Sieger dort? Dürfte eindeutig gewesen sein.

Szene des Spiels? Subotics Torliniengrätsche. Hätte das Zeug zur Legende gehabt. Aber Konjunktive gewinnen keine Pokale

Es bliebe noch viel zu erzählen. Über einen sichtlich übermotivierten Ribéry, der eindrucksvoll bewies, daß an ihm ein großer Schauspieler verloren gegangen ist. Über einen Robben, der vom Volltrottel zum Matchwinner wurde und trotzdem zeigte, daß er kein Weltklassespieler ist. Über einen heraus-, über- und was-weiß-ich-noch-ragenden Javi Martínez, der sämtliche Strippen zog, die zu ziehen waren. Über einen Roman Weidenfeller, der der wahrscheinlich beste Torhüter ist, der kein Länderspiel machen wird. Über einen auf der Tribüne mitleidenden Mario Götze, der damit sämtlich „Judas“-Schreihälse aus Dortmund ziemlich dumm aussehen ließ. Ja, vielleicht auch über einen arroganten Vorstandsvorsitzenden, der auf dem abendlichen Siegerbankett zeigte, warum dieser Verein aus dem Süden eben nie sympathisch sein wird. Da könnte man viel drüber reden…

…aber das hilft ja keinem weiter.

Insofern, verdient, wie schon gesagt. Bayern war besser. Letztendlich, und das wird man in München ähnlich sehen, waren es Kleinigkeiten, die entschieden.

Ich habe bewußt auf Vor- und Nachberichterstattung verzichtet, um nur dieses Spiel zu haben. Und es bleibt eine große Erinnerung. Ein würdiges Endspiel.

(…)

(Grundsätzlich völlig anderes Faß, aber hier nochmal kurz aufgemacht: ich glaube nicht, daß der BVB jede Saison das Zeug dazu haben wird ein Champions League Finale zu bestreiten. Insofern wirken die Aussagen à la „wir kommen wieder“ nach dem Schlußpfiff ein bißchen wie Pfeifen im Walde. Lasse mich natürlich gern eines besseren belehren. Sowohl Mannschaft als auch Anhänger hätten es nach so einem Abend mehr als verdient.)

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