Grauschleier (Deutschland – Japan 4:2)

Ausflüge nach München gehören seit dem Umzug meiner Schwester in die bayerische Landeshauptstadt zu einer gern genutzten Abwechslung. Und wenn Nadeshiko Japan gastiert, dann fahr ich noch lieber hin.

Das Wetter wollte am Tag des Spiels nicht wirklich mitspielen. Grauschleier über München, Sprühregen, Temperaturen, die der Jahreszeit nicht wirklich angemessen waren. Führte dann dazu, daß das Fest, was sich die Veranstalter (und Sponsoren) so schön ausgemalt hatten, mehr oder weniger ins Wasser fiel. Das sorgte dann wiederum für Entspannung meinerseits, denn nichts ist schlimmer für mich, als durchdrehende Kinder in einem Hüpfburgwunderland.

Lustigerweise traf ich auf dem Vorgelände des Stadions noch zwei Japaner, von denen ich den einen schon vor zwei Jahren in Tokyo getroffen hatte. Wir hatten uns aber beide nicht erkannt und kamen eigentlich nur ins Gespräch, weil ich einen Vegalta Sendai Schal um hatte. Die Zufälle des Lebens.

Im Stadion selber (das auf mich immer, sorry, unglaublich gesichtslos und fahl wirkt) war dann Klassenfahrtatmosphäre. Der DFB versucht solche Spiele ja immer durch Sonderangebote zu füllen, was ihm ja auch gegönnt sei. Führt dann eben dazu, daß sich auf den Rängen zig Damenmannschaften befinden, die sich zum Teil nicht wirklich für das Spiel interessieren, sondern eher mit anderen Dingen beschäftigt sind. Dazu dann noch die Event-Ottos, die von 2006 übriggeblieben sind (im Nebenblock ein herrliches Exemplar, daß seinen chauvinistischen Patriotismus durch lallende „Deutschland“-Rufe auslebte und ständig versuchte, die Umsitzenden mit ins Boot zu holen. Was ihm glücklicherweise nicht gelang und ihn verständnislos zurückließ), und man hat eine etwas lustlose und nicht wirklich fachkundige Stimmung im Rund.

Das Spiel selbst regte jetzt, trotz der vielen Tore, auch nicht wirklich dazu an sich vor Begeisterung aus den Sitzen zu erheben. Nette Chancen, ein paar schlimme Patzer auf beiden Seiten, nun gut. ich meine schon bessere Damenspiele gesehen zu haben. Nadeshiko trat auch nicht wirklich in Bestbesetzung an, was, in der Rückschau, auch den eher schwachen Auftritt der deutschen Elf bei der Europameisterschaft erklärt.

Alles in allem hätte es bei besserem Wetter ein netter Familienausflug sein können. Die letzten beiden Treffer zum deutschen Sieg bekamen wir nur noch außerhalb des Stadions mit, da wir dem Abreiseverkehr ausweichen wollten (was gelang).

46.000 Zuschauer sind ganz nett, lieber DFB (Gratulation zum Europarekord), aber in dem Stadion macht das irgendwie keinen Spaß. Sorry. Demnächst dann hoffentlich wieder in kleinerem Rahmen.

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