Fehlstart und andere Peinlichkeiten (Fortuna Köln – Alemannia Aachen 1:3)

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Es geht eben nicht von selbst. Auch nicht als amtierender FVM-Pokalsieger. Sehr schade.

Fortuna hat den Saisonauftakt gründlich in den Sand gesetzt und jetzt hänge ich hier und versuche aus dem gestrigen Abend wenigstens irgendetwas positives zu ziehen. Wie zum Beispiel den würdigen Rahmen mit über 4.000 Zuschauern. Oder die Tatsache, daß es im und um das Stadion ruhig geblieben zu sein scheint. Die Rauchbomben in der Aachener Kurve gehören ja mittlerweile leider dazu. Aber sonst? Naja, das Wetter war super.

Dabei hatte es eigentlich – nach einer überflüssigen Saisoneröffnungszeremonie – ziemlich gut angefangen. Flott nach vorne, ein paar nette, wenn auch nicht zwingende Chancen. Fortuna hatte das Spiel im Griff. Und ließt es dann unerklärlicherweise einfach los. Geschenkte Gegentore, planloses Nach-vorn-Gebolze, Hilflosigkeit. Das war nicht schön. Das hatte was von Zweitligazeiten. Der Gästeblock war lauter, Fortuna wirkte einfallslos und am Ende nimmt der Gast die Punkte mit.

Dabei zeigte die Fortuna in Ansätzen, daß sie in der Lage ist, solche Spiele und solche Gegner zu dominieren. Denn Aachen war keinesfalls so überlegen, wie es das Ergebnis aussagt. Die Gegentore 2 und 3 waren Geschenke, wie sie selten verteilt werden, bei letzterem unter gütiger Hilfe des Unparteiischen, der einen, sagen wir mal, durchwachsenen Tag erwischt hatte. Okay, Alemannias #14, Nazim Sangare, war der überragende Mann auf dem Platz. Aber auch der kann ganz alleine im Normalfall nichts gegen eine Mannschaft wie Fortuna ausrichten. Aber das der Kerl quasi bis Anpfiff auf dem Markt war, ist echt bitter.

Bei Fortuna hingegen hängen im Schacht. Kraus und Aydogmus hingen vorne völlig in der Luft und wurden nur lang angespielt. Sievers und Yilmaz waren rechts völlig überfordert. Laux stopfte die Lücken, wo es ging. Lushtaku und Steffen bekamen keinen Zugriff auf das Mittelfeld und Poggenborg, nun ja, hatte an den Gegentoren nicht wirklich schuld.

Nein, das war nix. Widmen wir uns also dem Drumherum.

Ich war frühzeitig im Stadion, weil ich Gäste aus Japan im Schlepptau hatte. Insofern war es herrlich zu sehen, wie sich das Südstadion langsam füllte und selbst kurz vor Anpfiff noch Leute kamen. Ein, wie oben schon gesagt, sehr würdiger Rahmen.

Hinter mir hatte sich ein älterer Herr postiert, der das gesamte Spiel jede Aktion kommentierte. Mal mehr, mal weniger fachkundig. Aber immer fair. Nach dem Motto: „Da müsse mer ehrlisch sein, datt wor nix“. Gefiel mir. Diese fachkundigen Kommentare findet man leider nur noch selten.

Ebenso wie Applaus für einen ausgewechselten Gegenspieler. Als der bereits weiter oben gewürdigte Nazim Sangare den Platz verließ, gab es auch Beifall aus den Reihen der Fortuna-Anhänger. Sowas erfreut, denn es zeigt, daß man im Südstadion etwas vom Spiel versteht und nicht blind nur auf die eigene Mannschaft schaut. Mehr davon (wenn nötig. Aber bitte nicht zu oft).

Großer Minuspunkt allerdings zum Schluß. Der Verein hat anscheinend (ich habe das bis jetzt auch nicht direkt mitbekommen, sondern nur über Freunde, denen ich das aber zu 100% glaube) den Mülltonnen untersagt ein antifaschistisches Banner am Zaun anzubringen. Mit der Begründung, daß man die Gästefans nicht provozieren will. Sach ma‘, wo bin ich hier?! Seit wann kuschen wir vor Nazipack?! Liebe Fortuna, ihr habt die Möglichkeit durch eure sehr engagierten Fans klar Stellung zu beziehen. Bei einer Thematik, die laufend – auch vom DFB – rausposaunt wird. Und dann wollt ihr die Spastis von den K*rlsb*nde nicht provozieren?! Geht’s noch?! Ich bin stocksauer! Das ist peinlich und verlangt nach einer Stellungnahme! Das ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die sich diesem Dreckspack in den Weg stellen und nicht hinzunehmen. Schämt euch!!!

Noch kurz ein Blick in die Presse. Der Stadtanzeiger ist faul und hat zur Zeit nur den Ticker online. Im Express gibt es wenigstens einen kurzen Bericht. Bei der Aachener Zeitung herrscht natürlich eitel Sonnenschein und der Reviersport wie immer schon neutral.

Mannschaftsaufstellung:
Poggenborg – Sievers, Flottmann, Laux, Fink – Yilmaz, Hörnig, Lushtaku (ab 49. Minute Kessel), Steffen (ab 49. Minute Kialka) – Kraus (ab 64. Minute Rasp), Aydogmus

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